Gemischte Bilanz zum Tag des Artenschutzes

Die Bilanz des Artenschutz in Baden-Württemberg ist gemischt. Nahezu oder ganz verschwundene Arten wie Wanderfalke, Uhu und Störche kehren wieder zurück. Auf der anderen Seite führen zunehmende Versiegelung sowie die intensive landwirtschaftliche Nutzung von Flächen zum Verlust wichtiger Lebensräume für Rebhuhn, Feldlerche und Rauchschwalbe.

Umweltminister Franz Untersteller zieht zum Tag des Artenschutzes am Freitag den 3. März eine gemischte Bilanz: „Zwar konnten sich die Bestände einiger Vogelarten im Land in den letzten Jahren erholen, einstige ,Allerweltsarten’ verzeichnen jedoch dramatische Rückgänge.“ Besonders betroffen hiervon seien Vogelarten der Feldflur. „Gerade Vögel eignen sich besonders gut als Pulsmesser der Natur. Sie zeigen uns: Bei aller Freude über die Erfolge in den vergangenen Jahren stehen wir im Naturschutz noch vor großen Herausforderungen.“

„Es ist eine Erfolgsgeschichte des Naturschutzes, dass Wanderfalke, Uhu und Weißstorch seit einigen Jahren wieder ihre Jungen im Land großziehen. Sogar der seltene Schwarzstorch streift heute wieder durch unsere Wälder“, betonte Umwelt- und Naturschutzminister Untersteller. „Noch vor wenigen Jahren waren diese Arten in Baden-Württemberg stark gefährdet, einige galten sogar als ausgestorben. Das beweist eindrucksvoll, dass unsere Schutzmaßnahmen greifen und sich ein langer Atem auszahlt“, so Untersteller.

Alarmierende Entwicklung bei Feldvögeln

Auf der Seite der Verlierer stünden hingegen Arten wie das Rebhuhn, die Feldlerche oder die Rauchschwalbe. „Hier sind die Bestände im Land in den letzten 25 Jahren um mehr als 50 Prozent eingebrochen“, betonte der Minister. Insbesondere die zunehmende Versiegelung sowie die intensive landwirtschaftliche Nutzung von Flächen führten zum Verlust wichtiger Lebensräume und machten diesen Arten immer mehr zu schaffen. Ein verstärkter Pestizideinsatz führe außerdem dazu, dass die Nahrungsgrundlage für viele Arten immer schlechter werde. „Von den rund 200 Brutvogelarten in Baden-Württemberg stehen 44 Prozent auf der Roten Liste. Gerade bei den Feldvögeln ist die Entwicklung alarmierend“, sagte Untersteller.

Er sei daher über die Europäische Vogelschutzrichtlinie sehr froh, die eines der wichtigsten Instrumente zum Schutz der Vögel im Land darstelle, betonte der Minister weiter. In Baden-Württemberg gibt es 90 Vogelschutzgebiete, die etwa elf Prozent der Landesfläche bedecken. „Im Zusammenwirken mit den Betroffenen wird die Landnutzung in diesen Gebieten auf die Bedürfnisse der zu schützenden Vogelarten abgestimmt. Nur so können wir die vom Menschen geprägten Lebensräume der gefährdeten Vögel erhalten“, sagte Franz Untersteller. „Die letzten Jahre haben uns gezeigt, dass es möglich ist, die unterschiedlichen Ansprüche an die Landnutzung miteinander in Einklang zu bringen. Wichtig ist mir, dass wir hierbei alle Akteure an einen Tisch holen. Nur gemeinsam wird es uns gelingen können, den negativen Trend umzukehren“, bekräftigte der Minister.

„Vögel spielen für den Naturschutz eine große Rolle“, betonte Untersteller, „denn sie sind wichtige Gradmesser für den Zustand unserer Natur.“ Weil sie leicht zu beobachten seien, könnten Veränderungen der Bestandszahlen schnell registriert und so Veränderungen in der Natur frühzeitig erkannt werden.

Umweltministerium: Naturschutz

Landesamt für Umwelt, Messungen und Naturschutz: Aktuelle Rote Listen Baden-Württemberg

Landesamt für Umwelt, Messungen und Naturschutz: Europäische Vogelschutzgebiete im Land

Der Welttag des Artenschutzes geht auf das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES für engl.: Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) aus dem Jahre 1973 zurück. Die Bundesrepublik Deutschland ist dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen im Jahr 1976 beigetreten. Weltweit haben 183 Staaten das Übereinkommen ratifiziert.

Quelle: Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft

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Veröffentlicht am 4. März 2017, 07:15
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