Was haben Pompeji und Sinsheim gemeinsam?

Vortrag von Dr Rainer Köthe über Vulkanismus

(zg) Eine sehr gelungene Veranstaltung bot die Stadtbibliothek Sinsheim im Rahmen des KinderFerienProgramms an. Der bekannte Autor von Sachbüchern, Dr. Rainer Köthe, hielt einen interessanten Vortrag über Vulkane.

Zum  Gelingen des Nachmittags hatten zahlreiche freiwillige Helfer beigetragen, denn es mussten Stühle geschleppt und die Kinder von der Stadtbibliothek zum katholischen Gemeindehaus gebracht werden. Dieses war vom Stadtpfarrer Oser zur Verfügung gestellt worden, da die Räumlichkeiten in der Stadtbibliothek, besonders bei Hitze, nicht so geeignet sind. So fanden alle Kinder und die betreuenden Erwachsenen bequem Platz, und der Raum konnte problemlos verdunkelt werden.

Dr Köthe zeigte zu seinen Erläuterungen beeindruckende Bilder. Zu Beginn sprach er über unterschiedliche Vulkanausbrüche und deren Folgen. So brach 1815 in Indonesien der Vulkan Tambora aus und führte mit seinen riesigen Aschemassen weltweit zu dem „Jahr ohne Sommer“ mit schrecklichen Auswirkungen für die Menschen, da keine Ernten eingefahren werden konnten. Auch die Pferde mussten als Nahrungsmittel dienen. Daher hatte die Erfindung von Karl von Drais, das spätere Fahrrad, seine Chance als Transportmittel.

Ausführlich schilderte Dr, Köthe den Ausbruch des Vesuvs im Jahre 79 n. Chr. Die Menschen in Pompeji und Herculaneum konnten die Zeichen nicht deuten, die auf einen Vulkanausbruch hinwiesen und wurden Opfer dieser Naturkatastrophe. So wurden Menschen, Tiere und Gebäude von einer meterdicken Aschenschicht überdeckt. Erst im 18. Jahrhundert grub man die Stadt wieder aus und fand gut erhaltene Zeugnisse der Zeit der Römer.

Schmunzelnd bemerkte Dr. Rainer Köthe, dass Sinsheim keinerlei Gefahr durch den Steinsberg drohe. Dieser Vulkan sei vor 55 Millionen Jahren einmal ausgebrochen. Danach sei er erloschen und ein großer Basaltpfropfen verschließe seinen Schlot.

Nun erklärte Dr Köthe kindgerecht, wie Vulkane entstehen. Er zeigte einen Querschnitt der Erde und erklärte, dass das Erdinnere flüssiges Magma mit etwa 6000° Celsius sei. Die Kontinente und Meere stellen den hauchdünnen Mantel des Erdballs dar. Dieser Mantel besteht aus mehreren Platten, an deren Berührungsstellen Magma aufsteigen kann und als Lava aus dem Vulkan herausfließt.

Diesen Vorgang verglich Dr, Köthe mit einer Zahnpastatube, auf die gedrückt wird. Denn bei großem Druck kann die Tube auch an anderen Stellen aufreißen. Auch das Schütteln einer Sprudelflasche führt dazu, dass beim Öffnen der Inhalt spritzt. Während seines gesamten Vortrags konnte Dr. Köthe mit Beispielen aus dem Alltag der Kinder komplexe Zusammenhänge spannnend darlegen. Zum Schluss griff er in seine Trickkiste und ließ vor den Kindern einen Vulkan ausbrechen. Er kippte eine Mischung aus Essig und Wasser in das Modell eines Vulkans. Die Kinder waren überrascht und begeistert, als aus dem Vulkanmodell eine schäumende Masse herausfloss. Wesentlicher Bestandteil dieses harmlosen, aber sehr beeindruckenden Experiments war Backpulver. Die entsprechende Anleitung wurde den Kindern mitgegeben.

Kinder und Erwachsene hatten offensichtlich Spaß an diesem lehrreichen und unterhaltsamen Vortrag.

Anzeige SwopperQuelle: Mirjam Schaffer

Veröffentlicht am 19. August 2017, 07:20
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