Wilhelm Bauer erhält Heimatmedaille

Lokalhistoriker Wilhelm Bauer erhielt die Heimatmedaille des Landes Baden-Württemberg – Außergewöhnliche Persönlichkeit

Landrat Stefan Dallinger überreichte im Namen des Landes Baden-Württemberg die Heimatmedaille an den Sinsheimer Lokalhistoriker Wilhelm Bauer. Die Feierstunde fand im Kulturzentrum Stift Sunnisheim statt. „Eine außergewöhnliche Persönlichkeit wird heute geehrt“, freute sich Dallinger. „Wilhelm Bauer hat mit großer Passion die Sinsheimer Heimatgeschichte und die des Kraichgaus seit über drei Jahrzehnten aufgearbeitet. Eine ganze Region profitiert von seinen Forschungen und Erkenntnissen. Alles dokumentiert unter anderem in den 16 Sinsheimer Heften, im Heimatkalender und in zahlreichen Presseveröffentlichungen. Wilhelm Bauer hat auch über 40.000 Einträge der evangelischen und katholischen Kirchenbücher übersetzt und erfasst.

Oberbürgermeister Jörg Albrecht betonte in seiner Ansprache, dass es eine Ehre sei dem Sinsheimer Ehrenbürger eine weitere Anerkennung seiner weiteren Leistung zukommen zu lassen. „Er hat sich um die Geschichte der Stadt Sinsheim in verschiedenster Art und Weise und um den Ausbau des Stadtmuseums verdient gemacht.“

Wilhelm Bauer kam im Jahr 1924 in Sinsheim zur Welt. Er absolvierte kurz vor dem zweiten Weltkrieg eine Buchbinderlehre. Nach dem Krieg fand er nach mehrmaligem Berufswechsel und Umschulungen als Vermessungstechniker beim Flurbereinigungsamt Sinsheim einen gesicherten Arbeitsplatz.

Die stets enge Verbundenheit mit seiner Heimatgemeinde Sinsheim war der Hauptgrund, weshalb Wilhelm Bauer sich der Heimatforschung widmete. In ehrenamtlicher Arbeit hat er bei der Erforschung und Verbreitung der Sinsheimer Heimatgeschichte viel geleistet:

Er wirkte am Aufbau des Heimatmuseums mit. Wilhelm Bauer gilt als profunder Kenner der örtlichen Geschichte. Mit seiner Reihe zur Regionalgeschichte „Sinsheimer Hefte“ hat er auch brisante Themen angesprochen, wie zum Beispiel die Zeit von 1933 – 45 oder die Geschichte der Jüdischen Gemeinde. Mit der Publikation dieser Hefte hat er Pionierarbeit geleistet und mit über 16 Veröffentlichungen auf 2.500 Seiten Sinsheimer Geschichte dargestellt. Er ist auch bekannt für seine interessanten Stadt-, Mühlen- oder Friedhofführungen.

Seit dem Jahr 1983 ist Wilhelm Bauer als freier Redakteur tätig. Unzählige Artikel zur Sinsheimer Geschichte, diverse Fest- und Jubiläumsschriften für Sinsheimer Vereine, ständige Beiträge in der Rhein-Neckar-Zeitung sowie in den Kraichgaujahrbüchern sind aus seiner Feder entstanden.

Auch bei Ausstellungen hat er mitgewirkt. Zuletzt bei der Wanderausstellung „Dem Vergessen entrissen – Jüdisches Leben im Kraichgau“ hat er diese mit Exponaten und wichtigen Hinweisen bereichert.

Im Jahr 1994 erhielt Wilhelm Bauer die Karl-Wilhelmi-Ehrenmünze und im Jahr 2005 das Ehrenbürgerrecht der Stadt Sinsheim. Das Ehrenbürgerrecht stellt die höchste Auszeichnung der Stadt Sinsheim an verdiente Persönlichkeiten dar.
Nun kam die Heimatmedaille des Landes hinzu. Sie wird an Persönlichkeiten verliehen, die sich um die Heimatpflege im Lande verdient gemacht haben. Die Pflege von Brauchtum und das „Verstehen“ der Heimat sind wichtige Elemente einer kulturellen Identitätsfindung.

Bernd Röcker vom Heimatverein Kraichgau, schloss sich bei der Verleihung mit einem Grußwort den Würdigungen an. Die Feierstunde wurde von der städtischen Musikschule musikalisch umrahmt.

Quelle: Stadt Sinsheim

Veröffentlicht am 3. Oktober 2012, 10:30
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