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Sinsheim Hilsbach

Sinsheim-Hilsbach

Sinsheim-Hilsbach

 

Hilsbach – Entstehung und Entwicklung

  • Erste Erwähnung und erste Siedlung
  • Verlegung der Stadt auf einen Berg und Festungsmauer
  • Herrschaft durch verschiedene Familien und Übergabe an die Kurpfalz
  • Plünderungen und Zerstörungen während des Bauernkriegs und des Dreißigjährigen Kriegs
  • Aufnahme von Siedlern aus Frankreich und der Schweiz
  • Herrschaft unter Fürstentum Leiningen und Baden
  • Wachstum und Ab- und Auswanderung
  • Judische Gemeinde und Synagoge
  • Eröffnung der Eisenbahnlinie
  • Verlust und Rückgabe der Stadtrechte
  • Bevölkerungsentwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg

Hilsbach wurde erstmals 798 in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Lorsch erwähnt und die erste Siedlung lag vermutlich im Tal des Hilsbaches. Später wurde auf einer Anhöhe im Bereich der Oberstadt eine Feste mit massivem Mauerwerk errichtet, die von den Grafen von Oettingen im frühen 13. Jahrhundert mit einer Kirche erweitert wurde. Im Jahr 1310 wurde Hilsbach zur Stadt erhoben, auf einen Berg verlegt und von einer Festungsmauer umgeben. Das von der Mauer umfasste Gebiet betrug etwa 250 × 200 Meter und Hilsbach war begütert von verschiedenen Familien wie die Grafen von Hohenlohe, die Grafen von Katzenelnbogen, die Herren von Venningen und dem Deutschen Orden. 1310 wurde Hilsbach zusammen mit Steinsberg und Weiler an die Kurpfalz von den Grafen von Oettingen übergeben.

Im Jahr 1525, während des Bauernkriegs, plünderten Bauern unter der Führung von Anton Eisenhut die Kellerei sowie die Güter von Adeligen und Kirchen. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde der Ort mehrfach geplündert und verwüstet. Ein Brand im Jahr 1641 zerstörte weitere Gebäude. 1667 stürzte die Kirche aufgrund von Baufälligkeit ein. Im späten 17. Jahrhundert wurden viele Siedler aus Frankreich und der Schweiz in den langsam sich erholenden Ort aufgenommen, der zum Oberamt Mosbach in der Kurpfalz gehörte.

Im Jahr 1803 kam Hilsbach unter die Herrschaft des neu gegründeten Fürstentums Leiningen. Doch schon ein Jahr später, 1806, wurde Hilsbach Teil von Baden, zusammen mit der Leiningenschen Standesherrschaft. Im Jahr 1808 wurde eine Leiningensche Amtsverwaltung eingerichtet, und im Jahr 1813 kam Hilsbach zum Badischen Bezirksamt Eppingen. Schließlich, im Jahr 1841, wurde Hilsbach Teil des Bezirksamts Sinsheim.

Um das Jahr 1800 hatte Hilsbach etwa 1000 Einwohner und ungefähr 160 Häuser. Zu dieser Zeit gab es im Ort noch fünf Türme, darunter zwei Tortürme. Der Ort begann in dieser Zeit, sich über die Stadtmauern hinauszuentwickeln. Im Jahr 1822 wurde das Obertor abgerissen. Trotz des Wachstums in Bezug auf die Fläche, hatte der Ort mit Ab- und Auswanderung von Einwohnern zu kämpfen, die anderswo vor Armut flüchteten. Im November 1854 wanderten beispielsweise 202 Hilsbacher in die USA aus.

Die jüdische Gemeinde von Hilsbach hatte im Judenviertel eine Synagoge eingerichtet und hatte 1857 28 Personen. Doch bereits 20 Jahre später, 1877, wurde die Gemeinde aufgelöst, da es an Gläubigen mangelte. Um das Jahr 1900 hatte Hilsbach ungefähr 1250 Einwohner, darunter noch 9 Juden. Im selben Jahr wurde die verlängerte Katzbachbahn, die Eisenbahnlinie von Odenheim nach Hilsbach, eröffnet.

Im Jahr 1936 wurde Hilsbach Teil des Landkreises Sinsheim und verlor seine Stadtrechte während des Dritten Reiches. Im Jahr 1939 hatte der Ort 1139 Einwohner und am Ende des Zweiten Weltkriegs 1321. Nach dem Krieg stieg die Bevölkerung durch Zuzug von Flüchtlingen und Vertriebenen in neu geschaffenen Wohngebieten auf über 1800 Personen im Jahr 1951 an. Im Jahr 1956 erlangte Hilsbach die Stadtrechte zurück. Im Jahr 1960 wurde die Eisenbahnstrecke von Odenheim nach Hilsbach stillgelegt. Im Jahr 1971 wurde Hilsbach, mit damals rund 1500 Einwohnern, nach Sinsheim eingemeindet. 1982 wurde das barocke Amtsgebäude zum Rathaus umgebaut und von 1990 bis 1999 erfolgte eine umfangreiche Sanierung im Ortskern. Im Jahr 2003 wurden 2230 Einwohner gezählt.

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