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Sinsheim Reihen

Sinsheim-Reihen

Sinsheim-Reihen

Der Ort Reihen wurde erstmals im Jahr 858 als „Rien“ im Lorscher Codex erwähnt, in Zusammenhang mit einem Grundstückstausch. Auf dem Hühnerberg befand sich vermutlich die Burg (Burg Reihen), die heute nicht mehr existiert und die von einem frühen Ortsadel besessen wurde. Im 14. Jahrhundert war Reihen ein Reichsdorf.

1188 wird in einem Vertrag zwischen Kaiser Friedrich I. Barbarossa und König Alfons VIII. von Kastilien, in dem die Ehe zwischen Friedrichs Sohn Konrad und Alfons Tochter Berengaria vereinbart wurde, ein burgus Rine erwähnt. Dieser befestigte Ort, der in Reihen vermutet wird, gehörte mit weiteren 29 staufischen Gütern zur Morgengabe der Braut. Allerdings wurde diese Ehe niemals in die Praxis umgesetzt.

Im 15. Jahrhundert hatten die Herren von Neipperg und die Herren von Venningen Besitz im Ort. Vom einstigen Herrensitz ist nichts erhalten, lediglich das Gewann Schlossäcker kündet noch vom Vorhandensein eines Schlosses. Über Pfalz-Mosbach und das Stift Sinsheim kam der 1332 Rihen und 1741 Reyheim genannte Ort bis 1628 überwiegend an die Kurpfalz, wobei ein Viertel des Ortes weiterhin im Besitz der Venninger blieb. 1803 kam der kurpfälzische Teil zum Fürstentum Leiningen und der Venningensche Teil zum Kraichgauer Adeligen Damenstift. 1806 kamen beide Teile zu Baden.

Insbesondere die Napoleonischen Kriege um 1800 sowie die Ablösung des Zehnten führten zu großen und jahrzehntelangen finanziellen Belastungen zu Beginn des 19. Jahrhunderts, so dass zahlreiche Bürger der vorherrschenden Armut durch Auswanderung zu entfliehen suchten. Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts brachte die Ansiedlung von Zigarrenfabriken, einer Ziegelei und eines Kalkwerks einen bescheidenen Aufschwung. 1939 wurden 1081 Einwohner gezählt, Ende 1945 waren es 1245. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges hatte der Ort rund 500 Vertriebene aus den Ostgebieten einzugliedern.

In den 1970er Jahren wurde die Stadt Sinsheim immer größer und es wurden Überlegungen angestellt, Reihen in die Stadt einzugliedern, um die Verwaltung zu vereinfachen und die Ressourcen besser zu nutzen. Am 1. Juli 1972 wurde dieser Schritt schließlich umgesetzt und Reihen wurde Teil der Stadt Sinsheim.

Die Eingliederung brachte sowohl Vorteile als auch Nachteile mit sich. Einerseits konnten die Bürger von Reihen nun Zugang zu einer größeren Palette an Dienstleistungen und Einrichtungen in Sinsheim haben, andererseits gab es Bedenken, dass die Identität und die Geschichte von Reihen in der neuen Umgebung verloren gehen könnten.

Trotzdem hat sich Reihen in den letzten Jahrzehnten gut entwickelt und ist weiterhin ein beliebter Wohnort in der Region. Es gibt viele Vereine und Organisationen, die sich um die Kultur und Geschichte von Reihen kümmern und dafür sorgen, dass die Identität des Ortes erhalten bleibt. Auch die Wirtschaft hat sich stabilisiert und es gibt eine gute Mischung aus Wohn- und Gewerbegebieten.

In den letzten Jahren hat die Stadt Sinsheim auch viel in die Infrastruktur von Reihen investiert, um die Lebensqualität der Bürger zu verbessern. Es gibt nun eine moderne Bibliothek, ein neues Sportzentrum und viele neue Grünflächen und Parks.

Allerdings gibt es auch Herausforderungen, die die Stadt Sinsheim und Reihen gemeinsam angehen müssen, wie beispielsweise die Verkehrsprobleme. Dennoch blickt die Stadt zuversichtlich in die Zukunft und ist bestrebt, weiterhin eine lebenswerte und attraktive Umgebung für alle Bürger zu schaffen.

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