Erste-Hilfe-Kurse sollten in der Schule auf dem Lehrplan stehen

Dr. Albrecht Schütte MdL im Gespräch mit dem Vorsitzenden des DRK Waibstadt Jörg Küllmar

v.l.n.r.: Vorsitzender der CDU-Stadtratfraktion Kurt Lenz, Vorsitzender des DRK Waibstadt Jörg Küllmar, Dr. Albrecht Schütte MdL

(zg)  112 Jahre sorgt das Deutsche Rote Kreuz in Waibstadt nun schon für medizinische Notfallversorgung, Hilfeleistungen und soziale Unterstützungen rund um die Uhr und gehört damit zu den ältesten Rot-Kreuz-Gruppierungen in der Region. Der Vorsitzende Jörg Küllmar schilderte dem Landtagsabgeordneten Dr. Albrecht Schütte (CDU) und dem örtlichen Fraktionsvorsitzenden und stv. Kreisbrandmeister der Feuerwehr Kurt Lenz die Historie des Waibstadter Vereins und betonte, wie stolz er auf die Arbeit „seiner Truppe“ sei. Besonders der Bau des DRK-Hauses und Bereitschaftsheims, der 2013 nach 12-jähriger Bauzeit vollendet und fast ausschließlich in Eigenleistung gemeistert wurde, sei ein besonderer Meilenstein gewesen.

Pionier war das DRK Waibstadt beim „Helfer-vor-Ort-System“. Im Jahr 2001 hat der damalige Bereitschaftsleiter Hans-Adam Wellenreuther das System als erstes System in Nordbaden initiiert. Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der Bereitschaft werden bei medizinischen  Notfällen und Unfällen zeitgleich mit dem Rettungsdienst alarmiert. Durch die räumliche Nähe sind sie deutlich schneller als Notarzt und Rettungswagen vor Ort und können entsprechend schnell mit lebenserhaltenden und diagnostischen Maßnahmen beginnen. Besonders in medizinischen Notfällen sei schnelle Hilfe absolut entscheidend, aber im Ländlichen Raum schwer zu gewährleisten.  „Die vorgegebenen Reaktionszeiten werden in unserer Region nicht immer eingehalten“, stellte Küllmar fest. Dies sieht Schütte genauso und ergänzte: „ Es kann nicht sein, dass eine Frist für einen großen Bereich vorgegeben wird und damit in den großen Städten die Fristerfüllung immer weiter verbessert wird und wir in Vergessenheit geraten, da es auf die Versorgung von kleinen Gemeinden gar nicht ankommt.“  Positiv sahen beide Gesprächspartner die vorgesehenen Verbesserungen in der Region: Ausweitung der Einsatzzeiten des zweiten Rettungswagens (RTW) in Sinsheim auf 24 Stunden und Einrichtung eines zusätzlichen RTWs zunächst in Bammental, der später in das Steinachtal verlegt werde. Herausforderung dabei sei inzwischen, das zusätzliche Personal überhaupt zu bekommen.

Nachteilhaft wirke sich die Reduktion des ärztlichen Notfalldienstes (für plötzlich auftretende, nicht lebensbedrohliche Krankheiten/Schmerzen) an vielen Orten aus. Manchmal würde der Notruf 112 statt der 116117 gewählt, um schneller „behandelt“ zu werden. Dies sei einer der Gründe für die steigende Anzahl von Notrufen und damit auch für den Mangel an schnell verfügbaren Rettungsmitteln.

„Das Ministerium ist gerade sehr intensiv dabei sich mit dem Rettungsdienst zu beschäftigen“, wies Schütte daraufhin, dass das Problem der zu langen Fristen im Rettungsdienst erkannt worden sei. Ganz entscheidend sei die gesamte Kette. Dazu gehöre, dass bei medizinischen Notfällen sofort der Notruf 112 gewählt werde. Zudem komme es unter anderem darauf an, dass der Ersthelfer bei Kreislaufstillstand mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung beginne beziehungsweise bei Bewusstlosigkeit die betroffene Person in die stabile Seitenlage bringe. Gerade wegen der entscheidenden Rolle der Ersthelfer, also derjenigen, die per Zufall zuerst einen Notfall sehen, waren sich Küllmar und Schütte einig, dass die Ausbildung der Jugend zu Ersthelfern ausgebaut werden sollte. „Erste-Hilfe-Kurse müssen fester Bestandteil in den Lehrplänen werden“, so die übereinstimmende Forderung von Schütte und Küllmar. Viele Menschen wüssten nicht, wie sie in Notfällen reagieren sollten oder hätten Angst etwas zu tun, jedoch entscheiden diese erste Minuten häufig über Leben und Tod.

Das DRK Waibstadt beteiligt sich auch am „Hausnotrufsystem“. Dieses Angebot richte sich vor allem an Seniorinnen und Senioren. Circa 30 Teilnehmer würden diesen Hausnotruf nutzen und das DRK Waibstadt sei einer der wenigen Verbände, die diesen Dienst ganz wesentlich durch Ehrenamtliche abdecke.

Foto: Christine Nahrgang, Text: Nahrgang/Schütte

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Veröffentlicht am 12. Juni 2018, 07:15
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