„Sexting“ – sexualisierte Gewalt in digitalen Medien

Fachkräfte der sozialen Arbeit bilden sich weiter

IMG_6820_Plenum(zg) Das Thema „Sexting“ ist in aller Munde: Nacktfotos von Mitschülern machen die Runde auf dem Schulhof. Die sexuelle Anmache von Kindern und Jugendlichen im Internet ist weiter auf dem Vormarsch. Viele Erwachsene sind überfordert mit den neuen Medien: Welche Einflussmöglichkeiten gibt es? Welche Rechte haben die „User“? Welche Hilfsangebote gibt es im Ernstfall?

Nicht nur auf den Schulhöfen, auch in den verschiedenen professionellen Beratungs- und Hilfsangeboten spielen diese Fragen eine immer größere Rolle. Die Stadt Sinsheim hat deshalb unter der Regie des Kinder- und Jugendreferats im zurückliegenden Monat eine 2-tägige Fachkräfteschulung zu diesem Themenbereich organisiert. Insgesamt 16 Personen aus der Schulsozialarbeit und aus dem „Arbeitskreis Netzwerk gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen“ nahmen an der so genannten Multiplikatorenschulung teil, die von zwei Referenten der Organisation „Innocence in Danger“ in den Räumen des Wilhelmi-Gymnasiums durchgeführt wurde. Dabei waren neben allen Sinsheimer Schulsozialarbeiterinnen der Bürgerkreis Sinsheim, das Diakonische Werk Kraichgau, das Jugendamt, die Psychologische Beratungsstelle und der Verein Aufbruch e.V. vertreten.

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IMG_6821_think beforeSie lernten, dass „Sexting“ eine Variation des „Selfies“ ist. Das Wort Sexting entsteht durch eine Zusammensetzung von „Texting“ (SMS/Textnachrichten verschicken) und „Sex“ und bezeichnet das mittlerweile besonders beliebte Online-Versenden von selbst erstellten Nacktbildern und Videos. Internationale Studien zeigen, dass ein hoher Anteil der Jugendlichen und jungen Erwachsenen bereits Sexting-Botschaften erhalten oder selbst versendet hat.

Sexting verbreitet sich oft schnell im Internet und kann auf diesem Weg gleichzeitig zum Wunschtraum für Pädophile und zum Alptraum für Betroffene werden.

Die Fortbildungsteilnehmer beschäftigten sich mit den Fragen „Was macht Freundschaft aus?“ und „Wo sind meine Grenzen?“ ebenso wie mit Täterstrategien im Internet. Sie lernten den Leitspruch „Think before you post!“ (Denke nach bevor du etwas ins Internet stellst!) als eine Maxime für den Umgang mit den neuen Medien kennen.

Die Moderatoren Karl-Heinz Zmugg und Jonas Schweitzer-Faust aus Köln zeigten immer wieder ansprechende und jugendgemäße Videoclips zu den behandelten Themen und lockerten die Fortbildungstage durch viele Spielsequenzen auf, bei denen die Teilnehmer sich hautnah in die jeweilige Fragestellung hinein versetzen konnten. So lernten die Fachkräfte auch viele Inhalte und Methoden kennen, die sie für ihren beruflichen Alltag und für die Bearbeitung des Themas mit Kindern und Jugendlichen anwenden und nutzen können.

Die zweitägige Fortbildung konnte unter anderem durch die finanzielle Zuwendung vom Autohaus Jung für das Projekt „Medienwerkstatt“ ermöglicht werden.

Für Notfälle zum Thema Sexting gibt es unter anderem die folgenden speziellen Unterstützungsadressen im Internet: www.save-me-online.de bzw. www.hilfeportal-missbrauch.de. Außerdem kann die E-Mail-Beratung des Rhein-Neckar-Kreises genutzt werden: www.von-mir-aus.de. Selbstverständlich können auch die örtlichen Hilfs- und Beratungsstellen in Sinsheim weiterhelfen oder an die geeigneten Stellen weiter vermitteln.

Quelle: Stadt Sinsheim

Veröffentlicht am 14. April 2015, 09:00
Kurz-URL: http://www.sinsheim-lokal.de/?p=61466 

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