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Mit dem „fahrenden Denkmal“ zu Baudenkmälern

8. September 2016 | Das Neueste, Photo Gallery, Sehenswürdigkeiten

Blick auf Neckarbischofsheim(zg) „Gemeinsam Denkmale erhalten“ heißt das Motto des diesjährigen „Tag des offenen Denkmals“ am kommenden Sonntag, 11.09.2016. Ganz einfach geht das mit einer Mitfahrt in einem historischen Zug zum normalen Nahverkehrstarif. Der Krebsbachtäler ROTE FLITZER, eine historische Schienenbusgarnitur aus den 1950er und 1960er Jahren, erinnert an die spannende Epoche des Wirtschaftwunders. Schnell lässt man sich von der Aufbruchsstimmung jener Zeit anstecken und steckt mitten in einem unvergesslichen Bahnerlebnis. Die Fahrgäste lernen die weitgehend noch in ihrem Ursprungszustand erhaltene Nebenstrecke Neckarbischofsheim Nord – Hüffenhardt aus der ungewohnten Perspektive des Lokführers kennen, dem man während der Fahrt „über die Schulter“ schauen kann. Oder man lehnt sich entspannt zurück und genießt den konkurrenzlosen Panoramablick, den der rundum verglaste ROTE FLITZER bietet. Das ist dank umklappbarer Rückenlehnen immer in Fahrtrichtung möglich.

Der Fahrplan der Krebsbachtalbahn ist so gestaltet, dass die Fahrgäste mit der S-Bahn anreisen und auch wieder nach Hause fahren können. Anschlüsse gibt es von Heidelberg über Neckargemünd, aber auch von Heilbronn und Eppingen über Sinsheim. Ab dem Umsteigebahnhof Meckesheim geht es dann mit der S 51 bis zur S-Bahn-Station Neckarbischofsheim Nord. Sonntagvormittags gibt es sogar zwei S-Bahnen, die von Kaiserslautern über LudwigshafenMannheim direkt nach Neckarbischofsheim Nord fahren, wo auf der anderen Seite des Bahnhofsgebäudes die Krebsbachtalbahn beginnt. Diese Fahrten sind vor allem Reisenden zu empfehlen, die ihre Fahrräder mitbringen wollen. Sie ersparen sich damit unterwegs Umstiege und können in Neckarbischofsheim Nord ihr Rad wieder ebenerdig aus der S-Bahn schieben. Der Schienenbus fährt dann in einer halben Stunde  die 17 km und 130 Höhenmeter vom nördlichen Kraichgau hinauf nach Hüffenhardt im Kleinen Odenwald. Es geht durch Ortsdurchfahrten mit Häusern, die fast in Greifweite des Zuges stehen. Enge Kurven lassen die eisernen Räder quietschen und vor vielen Bahnübergängen werden die Verkehrsteilnehmer durch Pfeifen gewarnt. Als der Zug vor über 50 Jahren gebaut wurde, war dies vielerorts Normalität.

Wer am Vormittag kommt, befährt am besten erst mal die Gesamtstrecke, kehrt in einer der Gaststätten entlang der Strecke ein und besichtigt am Nachmittag die frühere Amtsstadt Neckarbischofsheim mit ihren historischen Gebäuden und ihrem 2,6 ha großen Schlosspark. Als Baudenkmal ist am 11.09.2016 neben zwei mittelalterlichen Kirchen auch der 1448 erbaute, 25 m hohe, begehbare fünfeckige Wehrturm geöffnet, der besonders für Familien mit Kindern interessant sein dürfte. Wer erst am Nachmittag anreist, steigt am besten gleich in Neckarbischofsheim Stadt aus und nimmt um 14 Uhr an der Führung durch die Stadtkirche und die Pfarrkirche teil. Nachdem man noch den fünfeckigen Turm bestiegen hat, schließt man die Fahrt im historischen Schienenbus bis zur Endstation Hüffenhardt an und nutzt eventuell noch vorhandene Zeit für einen Besuch in einem der Gasthäuser mit Biergarten an der Strecke. Der Fahrplan der Krebsbachtalbahn findet sich auf www.Krebsbachtal-Bahn.de. Über die normale Fahrplanauskunft von VRN, DB usw. kann man sich aber auch gleich Verbindungen vom Heimatort bis Hüffenhardt heraussuchen lassen.

Anzeige SwopperWandervorschläge für jeden Geschmack finden sich im Prospekt des Fördervereins Krebsbachtalbahn, das im Zug ausliegt.

Erfreulich sind die günstigen Fahrpreise. Im Schienenbus werden alle Fahrkarten vom Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) und Heilbronner – Hohenloher – Haller Nahverkehr (HNV) sowie der DB anerkannt, die in diesen Waben/Zonen gelten, also z.B. auch Rhein-Neckar-, MAXX- und Job-Ticket oder die Karte ab 60. Im Zug selbst können Einzel- und Tages-Karten des VRN gekauft werden. Freifahrtberechtigte fahren selbstverständlich auch auf der Krebsbachtalbahn kostenlos. Ebenso werden, wie beim VRN üblich, Fahrräder im Rahmen des vorhandenen Platzes kostenlos mitgenommen. Durch eine Reservierung auf www.Krebsbachtal-Bahn.de kann die Mitnahme sichergestellt werden.

Auf dieser Internetseite sollten sich auch Gruppen anmelden.

Der Schienenbus fährt danach noch bis Mitte Oktober an jedem Sonn- und Feiertag sowie insbesondere für Seniorenwandergruppen, Kindergärten und Schulen zusätzlich jeweils mittwochs am 14. und 28. September sowie 12. Oktober 2016.

Weitere Informationen unter:

www.Krebsbachtal-Bahn.de

Quelle: Jürgen Hess

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