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Schuljahr 2017/18: Gemeinschaftsschulen erstmals mit rückläufigen Übergangsquoten

25. Januar 2018 | Das Neueste, Gesellschaft

Baden-Württemberg: Zahl der Übergänge auf weiterführende Schulen leicht steigend

Zum Schuljahr 2017/18 standen insgesamt 91 4441 Viertklässler im Land vor der Entscheidung, auf welche weiterführende Schule sie wechseln sollen. Dies bedeutete im Vergleich zum Vorjahr einen leichten Zuwachs (0,4 %).Trotz der leicht steigenden Anzahl der Übertritte konnten nur die Realschule mit rund 600 und das Gymnasium mit knapp 500 Übergängen mehr im Vergleich zum letzten Schuljahr Anstiege von 2,0 % bzw. 1,2 % verzeichnen. Mit rund 800 Übergängen weniger als im Vorjahr (−6,6 %) verzeichneten die sich weiterhin im Aufbau befindenden Gemeinschaftsschulen erstmals rückläufige Übergangszahlen. Ebenso gingen die Übergänge auf Werkreal-/Hauptschulen um knapp 200 zurück (−3,6 %).

Der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die sich nach der 4. Klasse für den Besuch einer Gemeinschaftsschule entschieden, lag mit einem deutlichen Rückgang von 0,9 Prozentpunkten bei 12,5 %. Wie auch in den Vorjahren verzeichneten die Werkreal-/Hauptschulen mit 0,2 Prozentpunkten einen moderaten Rückgang auf 5,7 %. Einen Anstieg um 0,5 bzw. 0,3 Prozentpunkte verbuchten hingegen die Realschulen bzw. Gymnasien auf 34,2 % bzw. 44,2 %.

Grundschulempfehlung – Häufigere Wechsel auf eine formal höhere Schulart

Im vorangegangenen Schuljahr 2016/17 wurden 89 585 Grundschulempfehlungen ausgesprochen. Bezogen auf alle Viertklässler erhielten 23,2 % eine Empfehlung für den Besuch einer »Werkreal-/ Hauptschule oder Gemeinschaftsschule« und 28,3 % für den Besuch einer »Realschule oder Werkreal-/ Hauptschule oder Gemeinschaftsschule«. Eine Empfehlung zum Besuch von »Gymnasium oder Realschule oder Werkreal-/ Hauptschule oder Gemeinschaftsschule« erhielten 46,4 %. Keine Grundschulempfehlung erhielten 2,0 %. Die verbindliche Grundschulempfehlung wurde zum Schuljahr 2012/13 abgeschafft. Seitdem obliegt die Verantwortung für die Entscheidung, welche weiterführende Schule ihr Kind besucht, alleine den Erziehungsberechtigten, wodurch auch Schulartwechsel auf formal höhere Schularten entgegen der Grundschulempfehlung möglich sind. Zwei von fünf Schülerinnen und Schülern entschieden sich gegen die Empfehlung „Werkreal-/ Hauptschule oder Gemeinschaftsschule“ und wählten stattdessen eine Realschule oder ein Gymnasium. Von den Kindern, die laut Empfehlung ein Gymnasium hätten besuchen können, entschied sich knapp ein Sechstel für andere Schularten.

Wechsel mit und ohne Migrationshintergrund

Zum Zeitpunkt der Vergabe der Grundschulempfehlung befanden sich im vorangegangen Schuljahr rund 67 700 Schülerinnen und Schüler ohne und gut 23 700 mit Migrationshintergrund in der vierten Klassenstufe. Der Anteil der Schülerinnen und Schüler ohne Migrationshintergrund, die auf eine Realschule oder ein Gymnasium wechselten, lag bei 81 %. 12 % wollten eine Gemeinschaftsschule und knapp 5 % eine Werkreal-/ Hauptschule besuchen. 71 % der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund wechselten auf eine Realschule oder ein Gymnasium, knapp 14 % auf eine Gemeinschaftsschule und gut 8 % auf eine Werkreal-/ Hauptschule.

Traditionell deutliche Unterschiede zwischen den Stadt- und Landkreisen

Weiterhin bestanden bei der Wahl der weiterführenden Schule deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Stadt- und Landkreisen. Bei den Übertritten auf die Realschulen und Gymnasien waren die Spannweiten der Übergangsquoten mit 43 Prozentpunkten bzw. 39 Prozentpunkten am größten. Dabei wechselten gut 53 % im Main-Tauber-Kreis und 10 % im Landkreis Tübingen auf eine Realschule, bei den Gymnasien erreichte der Stadtkreis Heidelberg gut 68 % und der Landkreis Waldshut gut 29 %.

Die geringsten Quotenunterschiede wiesen die Übertritte auf die Werkreal-/ Hauptschulen auf mit 1 % im Rems-Murr-Kreis und knapp 17 % im Stadtkreis Pforzheim. Auch bei den Gemeinschaftsschulen bestanden zwischen den einzelnen Stadt- und Landkreisen teils deutliche Unterschiede, allerdings muss hierbei auch berücksichtigt werden, dass diese Schulform in den Stadt- und Landkreisen unterschiedlich stark ausgebaut ist.

1 Anzahl der Schülerinnen und Schüler in der 4. Klassenstufe zum Zeitpunkt der Vergabe der Grundschulempfehlung 2017.

Quelle: Statistisches Landesamt Baden Württemberg

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