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Großes Interesse an der Versorgung von Schwangeren, Müttern und Neugeborenen

27. Juli 2018 | Das Neueste, Gesellschaft, Photo Gallery

Ärzte-Delegation aus der russischen Partnerstadt von Neckarbischofsheim besuchte die GRN-Klinik Sinsheim

(zg) Am Montag, 16. Juli 2018, nahmen Martin Hildenbrand, Leiter der GRN-Klinik Sinsheim, und Jürgen Bloch, stellvertretender Pflegedienstleiter, einen besonderen Besuch in Empfang: Eine Ärzte-Delegation aus Pereslawl-Salesskij, der russischen Partnerstadt Neckarbischofsheims, hatte sich angekündigt, um einen Einblick in Patientenversorgung und Klinikabläufe in Deutschland zu gewinnen. Initiiert worden war der Austausch von der Deutsch-Russischen Gesellschaft Kraichgau e.V., deren Vorsitzende Dorothea Volkert die Gäste aus Russland begleitete, im Rahmen eines von der Aktion Mensch geförderten Projektes. Dessen Ziel ist es, die Versorgung junger Menschen mit Geburtsschäden, die im ländlichen Russland leider noch relativ häufig auftreten, zu verbessern. Entsprechend groß war daher das Interesse der russischen Chefärzte insbesondere an der Versorgung von Schwangeren, Müttern und Neugeborenen. Eindruck hinterließ neben der Ausstattung der Klinik vor allem die freundliche Atmosphäre rund um Kreißsaal und Mutter-Kind-Station in der geburtshilflichen Abteilung, die Chefarzt Dr. med. Thomas Schumacher vorstellte.

„Bei diesem Besuch ging es vor allem darum, Ideen für die Förderung der körperlich und geistig beeinträchtigten Kinder und Jugendlichen mit nach Hause zu nehmen“, erklärte Dorothea Volkert. „Wir wollten den russischen Chefärzten eine Vorstellung davon vermitteln, wie man die betroffenen Familien über die reine medizinische Versorgung hinaus unterstützen kann, z.B. durch die Beratung und Miteinbeziehung der Eltern oder die Anleitung zu physiotherapeutischen Übungen. Hier in Deutschland stehen die Patienten deutlich stärker im Mittelpunkt als in Russland – und das ist bei unserem Ärzteteam aus Pereslawl auch so angekommen“, freute sie sich.

Um den russischen Gästen einen möglichst umfassenden Überblick über die Abläufe und Patientenwege in der GRN-Klinik zu vermitteln, führte Jürgen Bloch zudem durch Patientenaufnahme, Zentralambulanz sowie Bettenhaus und beantwortete dabei zahlreiche interessierte Fragen. Anschließend übernahm Dr. med. Klaus Knobloch einen Rundgang durch die GRN-Klinik für Geriatrische Rehabilitation, und nach einem Abstecher in die Physiotherapie rundete ein Besuch im GRN-Betreuungszentrum, wo Heimleiterin Yvonne Sonnenfroh und Pflegedienstleiterin Karin Schröter die Delegation unter ihre Fittiche nahmen, das Tagesprogramm ab. Am Ende des Tages zog Dorothea Volkert eine überaus positive Bilanz: „Alle waren nach den Führungen ganz begeistert. Wir sind ungemein freundlich aufgenommen worden – und das wissen wir sehr zu schätzen!“ Weitere Stationen des Besuchs waren die Einrichtungen der SRH-Gruppe in Neckargemünd sowie die Rehaklinik und das Berufsbildungswerk der Johannes-Diakonie Mosbach.

Informationen zum geförderten Projekt

Das von der Deutsch-Russischen Gesellschaft Kraichgau e.V. initiierte und von der Aktion Mensch mit 40.000 Euro geförderte Projekt soll die Chancen junger Menschen mit sogenannten zerebralen Bewegungsstörungen vor allem in der russischen Provinz verbessern. Konkret geht es darum, einen Leitfaden für Eltern und Therapeuten zu erarbeiten, in Fachkreisen vorzustellen und zu verbreiten sowie ärztliches Führungspersonal für diese Problematik zu sensibilisieren. Betroffene Kinder und Jugendlichen leiden unter angeborenen oder erworbenen Schädigungen des Zentralnervensystems mit daraus folgenden Störungen in der Motorik sowie kognitiven Beeinträchtigungen. Die Schädigungen können rund um die Geburt durch Sauerstoffmangel, Infektionen und Hirnblutungen entstehen. Während manche Kinder nur leicht hinken, können andere kaum stehen, sprechen oder ihre Hände benutzen. Die Lernfähigkeit reicht von leichter Lernbehinderung bis zu deutlichen kognitiven Einschränkungen. Zum Teil treten zudem Hör- und Sehstörungen auf. Die Teilhabe am schulischen Lernen und sozialen Leben allgemein ist für diese Kinder deutlich erschwert. Eine gezielte Förderung gab es bis vor kurzem in Pereslawl-Salesskij nicht.

Bildunterschrift: Ärzte aus verschiedenen Kliniken der Neckarbischofsheimer Partnerstadt Pereslawl-Salesskij besuchten die GRN-Einrichtungen in Sinsheim, um sich über die Versorgung von Schwangeren, Müttern und Neugeborenen zu informieren: (v.l.n.r) Jewgenij Woronin, Physiotherpeut, Dr. med. Thomas Schumacher, Ärztlicher Direktor der GRN-Klinik, Dr. Olga Borisowna Babitsch, Chefärztin der Kinderklinik Pereslawl-Salesskij, Swetlana Starostina, russische Projektpartnerin der Deutsch-Russischen Gesellschaft Kraichgau e.V., Dorothea Volkert, Vorsitzende der Deutsch-Russischen Gesellschaft Kraichgau e.V., Swetlana Wassiljewa, Dolmetscherin, Ruslan Petzukh, Leiter der Poliklinik in Pereslawl, Dr. med. Julia Gurewitsch, Oberärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, Jürgen Bloch, stellvertretender Pflegedienstleiter, Karin Schröter, Pflegedienstleiterin des GRN-Betreuungszentrums, Pawel Guljajew, Chirurg und Chefarzt in einer Außenstelle der Poliklinik Pereslawl, Yvonne Sonnenfroh, Leiterin des GRN-Betreuungszentrums, und Martin Hildenbrand, Klinikleiter.

Quelle: Tina Bergmann

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