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Höchste Pro-Kopf-Arbeitszeit im Hohenlohekreis

12. Juni 2019 | Allgemeines, Das Neueste

Mini- und Teilzeitjobs sowie regionale Branchenstruktur als wichtige Einflussfaktoren

Im Hohenlohekreis arbeitete ein Erwerbstätiger im Jahr 2017 mit durchschnittlich 1 406 Stunden landesweit am längsten. Am unteren Ende der Skala lag der Landkreis Tübingen. Das jährliche Arbeitsvolumen je Erwerbstätigen belief sich hier auf 1 293 Stunden. Wie das Statistische Landesamt nach den neuesten Arbeitsvolumen-Berechnungen des Arbeitskreises »Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder« für das Jahr 2017 feststellt, reicht in den Regionen die Spannweite von 1 376 Arbeitsstunden pro Erwerbstätigen in der Region Heilbronn-Franken bis 1 330 Stunden in der Region Hochrhein-Bodensee. Im Landesdurchschnitt waren es 1 359 geleistete Arbeitsstunden je Erwerbstätigen.

Die Unterschiede dieser pro Kopf geleisteten Arbeitsstunden dürfen aber keineswegs als das Ergebnis eines regional unterschiedlich ausgeprägten Fleißes der Erwerbstätigen interpretiert werden. Die Ursachen sind vielmehr im Umfang der marginalen Be­schäftigung wie beispielsweise Minijobs und kurzfristigen Beschäftigungsverhältnissen (zum Beispiel von Saison- oder Ferienkräften) sowie im Ausmaß der Teilzeitbeschäftigung zu finden. Je nach Branche sind diese Beschäftigungsformen zudem unterschiedlich stark ausgeprägt. Je weniger Erwerbstätige in marginalen Beschäftigungsverhältnissen oder in Teil­zeit arbeiten, desto höher ist das Arbeitsvolumen je Erwerbstätigen, da vergleichsweise viele Beschäftigte eine vertraglich hohe Arbeitszeit haben.

In den Kreisen, die 2017 landesweit die höchste Pro-Kopf-Arbeitszeit aufwiesen, also im Hohenlohekreis und im Stadtkreis Stuttgart, arbeiteten lediglich rund 25 % bzw. 26 % aller Erwerbstätigen marginal oder in Teilzeit. In den Kreisen mit den landesweit geringsten Arbeitsstunden je Erwerbstätigen, dem Landkreis Tübingen und dem Stadtkreis Freiburg im Breisgau, war dieser Anteil dagegen mit jeweils 38 % deutlich höher.

Tendenziell ist die gesamtwirtschaftliche Bedeutung der Teilzeit und der marginalen Beschäftigung umso höher, je stärker der Dienstleistungsbereich in einem Kreis ausgeprägt ist. In den Dienstleistungsbranchen wird häufiger in Teilzeit gearbeitet als bspw. im Produzierenden Gewerbe. Ein hoher Anteil der Erwerbstätigen in den Dienstleistungsbranchen ist charakteristisch für die Stadtkreise. Insbesondere in Freiburg im Breisgau mit einem Anteil von 89 %, in Heidelberg (88 %) und in Karlsruhe (86 %) wird dies deutlich. Dementsprechend weisen die Stadtkreise Freiburg und Heidelberg auch eine relativ geringe Arbeitszeit pro Erwerbstätigen auf. Im Ranking finden sich diese Kreise daher auf Platz 43 bzw. 40 wieder. Der Stadtkreis Karlsruhe bildet jedoch eine Ausnahme. Trotz hohem Dienstleistungsanteil wiesen 2017 nur vier Kreise eine höhere Zahl jährlicher Pro-Kopf-Arbeitsstunden auf. Ein Grund hierfür ist der drittniedrigste Anteil an marginal Beschäftigten (10 %) im Stadtkreis Karlsruhe. So lag die durchschnittliche Arbeitszeit je Erwerbstätigen im Dienstleistungsbereich in diesem Stadtkreis bei 1 362 Stunden im Jahr. Nur der Stadtkreis Stuttgart konnte mit 1 380 Stunden ein noch höheres Pro-Kopf-Arbeitsvolumen bei den Dienstleistungen aufweisen. In Baden-Württemberg insgesamt leistete 2017 jeder Erwerbstätige in den Dienstleistungsbranchen im Durchschnitt 1 308 Arbeitsstunden jährlich. Dagegen betrug die Pro-Kopf-Arbeitszeit im Produzierenden Gewerbe 1 459 Stunden.

Weitere Informationen

Quelle: Statistisches Landesamt Baden Württemberg

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