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Die gesellschaftliche Anerkennung des Erzieherberufs muss steigen

20. Februar 2020 | Das Neueste, FDP, Photo Gallery

FDP-Bundestagsabgeordneter besucht Kinderschutzbund in Wiesloch

(zg) Um über die Arbeit des Kinderschutzbundes Wiesloch zu sprechen, haben sich der FDP-Bundestagsabgeordnete Dr. Jens Brandenburg, der Vorsitzende Dr. Michael Jung, Vorstandsmitglied Wolfgang Molitor, die Kaufm. Leiterin Jeanette Günther und die päd. Leiterin Elke Jödicke in den Räumen des Kinderschutzbundes getroffen.

Der Walldorfer Abgeordnete ließ sich zunächst über die aktuellen Einsatzgebiete des Kinderschutzbundes berichten. Der Verband  bietet neben der Jugendhilfe und den Betreuungseinrichtungen ein umfangreiches  Angebot, das sich an Eltern und Kinder richtet: eine offene Anlaufstelle, das  Kinder- und Jugendtelefon, Ferienbetreuung, der Starke Eltern Treff, Elternkurse, der Begleitete Umgang, die Kinderkleiderstube, das Eltern-Kind-Frühstück – bei allen Angeboten steht das Wohl des Kindes im Vordergrund.

Die Nachfrage sei groß, die Finanzierung jedoch häufig ein Problem, berichtete Dr. Jung. Nur ein Teil der Kosten werden vom Jugendamt übernommen. „Die Räume, die Gehälter und Nebenkosten – das alles muss bezahlt werden und für manche Leistungen erhalten wir keine ausreichende Kostenerstattung vom Jugendamt“. Dies betreffe zum Beispiel den „begleiteten Umgang“, bei dem getrennt lebende Elternteile und deren Kinder Zeit in einem neutralen, konfliktfreien Raum der Einrichtung verbringen können. „Wir können den begleiteten Umgang aktuell nur durch die engagierte Arbeit der ehrenamtlichen Mitarbeiter anbieten. Obwohl die Eltern einen Anspruch darauf haben, ist die Finanzierung bisher nicht kostendeckend geregelt“, so die päd. Leiterin Elke  Jödicke. Man warte hier dringend auf eine bessere Regelung durch das Jugendamt.

Ebenfalls schwierig sei die Suche nach neuem Personal. Der Kinderschutzbund kann aufgrund der begrenzten Stundenzeiten und den Ablaufstrukturen in manchen Bereichen nur Teilzeitstellen für gut ausgebildete Fachkräfte anbieten. Das sei wenig attraktiv für die Bewerber, von denen es ohnehin wenige gebe. Vor allem fehle es an männlichen Erziehern. Dies scheine wohl mit dem schlechten Ansehen und der tariflichen Eingruppierung des Erzieherberufs zusammen zuhängen, vermuten die Ortsverbandsleiterinnen.

„Das Gehalt und Arbeitsbedingungen sind wichtige Faktoren. Aber auch die gesellschaftliche Anerkennung spiegelt den enormen Einsatz, die Aufgabenvielfalt und die große Verantwortung des Erzieherberufs nicht wider“, stimmte ihnen der Bildungspolitiker zu. Er plädierte dafür, die Begeisterung für den Erzieherberuf bei jungen Menschen bereits an weiterführenden Schulen durch frühe Einblicke in den Arbeitsalltag zu wecken.

Quelle: Julia Klein

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