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„Zusammenhalt(-en) bilden!“

13. Mai 2021 | Allgemeines, Das Neueste, Landrat Stefan Dallinger

Elternmentorinnen und Elternmentoren im Rhein-Neckar-Kreis

(zg) Oftmals haben Jugendliche mit Zuwanderungsgeschichte schlechtere Bildungschancen als andere. Dies liegt nicht zuletzt an mangelnden Unterstützungsmöglichkeiten durch die Eltern: Es fehlt häufig an eigenen Erfahrungen mit dem lokalen Bildungssystem. Gleichermaßen sind viele Eltern nur wenig über die regionalen Hilfsoptionen informiert und im Umgang mit Bildungsinstitutionen ungeübt. Während es zwar bereits verschiedene Unterstützungsstrukturen für neuzugewanderte Eltern gibt, mangelt es aber an einer passgenauen Unterstützung für diejenigen Eltern, die schon länger in Deutschland leben.

Aufgrund dieses Unterstützungsbedarfs hat die Stabsstelle Integration im Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis nun das Projekt „Zusammenhalt(-en) bilden!“ ins Leben gerufen. Ziel ist es, Eltern mit Zuwanderungsgeschichte in ihrer Elternrolle zu stärken und sie dazu zu befähigen, ihre Kinder im baden-württembergischen Bildungssystem selbstständig zu unterstützen. Hierfür werden in zehn Kreiskommunen in Kooperation mit der Elternstiftung Ehrenamtliche Elternmentorinnen und Elternmentoren ausgebildet. Diese sollen anschließend vor Ort als niederschwellige Ansprechpersonen zur Verfügung stehen.

Im Rhein-Neckar-Kreis nehmen folgende Kommunen an diesem Projekt teil: Eberbach, Edingen-Neckarhausen, Heiligkreuzsteinach, Hemsbach, Ladenburg, Malsch, Mühlhausen, Neckargemünd, Rauenberg und Schönbrunn.

Im Idealfall lassen sich engagierte Eltern mit eigener Zuwanderungsgeschichte gewinnen und zu Mentorinnen und Mentoren ausbilden. Dies wird beginnend im Juni bis zum Herbst 2021 in drei digitalen Schulungsprogrammen stattfinden. Die Elternmentorinnen und Elternmentoren werden von erfahrenen Expertinnen und Experten der Elternstiftung zu unterschiedlichen Thematiken des Bildungssystems geschult. Es sollen gemeinsam Antworten auf Fragen gefunden werden, wie

  • „Wie sieht das Bildungssystem aus?“
  • „Welche Chancen bietet es?“
  • „Wie unterstützen Sie Ihr Kind/Ihre Kinder?“
  • „Wie werden Sie unterstützt?“

Das Projekt wird von der Bildungskoordination der Stabsstelle Integration organisiert und mit den Integrationsverantwortlichen der Kreiskommunen durchgeführt, die über direkte Vor-Ort-Kontakte zur Zielgruppe – insbesondere zu Geflüchteten – verfügen. Weitere Teile der Zielgruppe sollen über Elternbeiräte, Fördervereine, Freundeskreise und Glaubensgemeinschaften erreicht werden. Ebenso können seitens der beteiligten Personen bereits vorhandene Kontakte zum Regierungspräsidium, zum Schulamt und zu den lokalen Schulen sowie zu Migrationsberatungsstellen genutzt werden. Die Mentorinnen und Mentoren sollen folglich nachhaltig in einem lokalen Netzwerk verankert werden und die Umsetzung des Programms in weiteren Kreiskommunen anbahnen.

Landrat Stefan Dallinger hält das Projekt gerade zum jetzigen Zeitpunkt für sehr wichtig, um die mittlerweile in den Kreiskommunen angekommenen neuzugewanderten, aber auch die bereits längere Zeit dort wohnenden Familien über die Teilhabechancen und die Informationsangebote des Bildungssystems zu informieren. „Ehrenamt im Bereich der Bildung kann uns, gerade in Zeiten der Pandemie und der fortschreitenden Digitalisierung im Schulwesen, eine große Unterstützung sein. Vieles ist für alle neu, vieles ist unbekannt, das heute schon unterstützen kann. Gemeinsam kann vieles einfacher werden und die Zukunft im Sinne einer erfolgreicheren Bildungskarriere selbstständig mitgestaltet werden. Dazu wollen wir mit dem Projekt „Zusammenhalt(-en) bilden!“ unseren Anteil leisten.“

Bei Fragen und Anregungen wenden Sie sich bitte an die Bildungskoordination der Stabstelle Integration:

Elena Albrecht [email protected]

Dr. Rolf Hackenbroch [email protected]

Reinhard Mitschke [email protected]

Unterstützt wird das Projekt durch das Ministerium für Soziales und Integration aus Mitteln des Landes Baden-Württemberg.

Quelle: Silke Hartmann

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