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Erntehelfer im Rhein-Neckar-Kreis sind keine „Feldarbeiter 2. Klasse“

24. Juli 2025 | Berufsleben, Das Neueste, Gesellschaft

Foto: IG BAU

Agrar-Gewerkschaft fordert bessere Bedingungen für Erntehelfer

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) Nordbaden fordert die Landwirte im Rhein-Neckar-Kreis auf, Saisonarbeitskräften faire Löhne zu zahlen und für angemessene Unterkünfte zu sorgen. Die Gewerkschaft betont, dass die oft ausländischen Erntehelfer keine „Feldarbeiter 2. Klasse“ seien und bessere Arbeitsbedingungen verdienten.

Harte Arbeit bei niedrigem Lohnniveau

„Ob Spargel, Erdbeeren, Gurken oder Kirschen – die Erntearbeit ist körperlich anstrengend und findet häufig unter extremen Wetterbedingungen statt“, sagt Wolfgang Kreis, Bezirksvorsitzender der IG BAU Nordbaden. Deshalb müsse die Arbeit anständig entlohnt und die Unterbringung menschenwürdig gestaltet sein. Saisonkräfte hätten Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn von 12,82 Euro pro Stunde. Ausnahmen dürfe es nicht geben.

Hohe Abzüge und mangelhafte Unterkünfte

Viele Saisonkräfte stammten aus Rumänien, Bulgarien, Polen, Kroatien oder aus zentralasiatischen Ländern. Sie blieben häufig mehrere Monate und lebten oft in stark renovierungsbedürftigen Unterkünften, für die sie dennoch hohe Mieten zahlten. Dazu kämen Kosten für Verpflegung, Transport und Vermittlung, die vom Lohn abgezogen würden. „Was am Monatsende übrig bleibt, ist meist wenig“, so Kreis. Die IG BAU warnt vor systematischer Ausbeutung.

Mindestlohnausnahmen vom Tisch

Der gesetzliche Mindestlohn sei das absolute Minimum. Die Forderung des Deutschen Bauernverbandes, Saisonkräfte nur mit 80 Prozent des Mindestlohns zu bezahlen, sei vom Bundesagrarministerium abgelehnt worden. „Das war eine respektlose Forderung, die das Lohnniveau insgesamt gedrückt hätte – auch für festangestellte Fachkräfte in der Landwirtschaft“, so die IG BAU.

Staatliche Entlastungen für Betriebe

Laut IG BAU gebe es keinen Anlass, bei den Löhnen zu sparen. Denn die Landwirte würden bereits wirtschaftlich entlastet: Die Bundesregierung plane eine Senkung der Stromsteuer für die Landwirtschaft. Ab dem Jahr 2026 werde außerdem die volle Rückvergütung beim Agrar-Diesel in Höhe von 21,4 Cent pro Liter wieder eingeführt.

Vergleich mit den Niederlanden

Ein Blick in die Niederlande zeige, dass faire Bezahlung möglich sei. Dort liege der Mindestlohn in der Landwirtschaft bei 14,40 Euro pro Stunde – deutlich über dem deutschen Niveau. Trotzdem würden niederländische Betriebe erfolgreich den deutschen Markt mit Obst und Gemüse beliefern. In Deutschland wird der Mindestlohn im kommenden Jahr auf 13,90 Euro steigen.

Hilfe und Anlaufstellen für Saisonkräfte

Saisonkräfte im Rhein-Neckar-Kreis, die Unterstützung benötigen, können sich an das Netzwerk Faire Mobilität des DGB wenden. Die Kontaktadresse lautet [email protected], telefonisch erreichbar ist das Netzwerk unter 030-219 65 37 21. Informationen in verschiedenen Sprachen sind unter www.faire-mobilitaet.de abrufbar.

Über 300 Saisonkräfte im vergangenen Jahr

Im Juli 2024 waren laut Angaben der IG BAU Nordbaden rund 340 kurzfristig Beschäftigte zur Erntesaison in der Landwirtschaft im Rhein-Neckar-Kreis im Einsatz. Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf Daten der Arbeitsagentur.

Text und Foto: IG Bau / Pressemitteilung

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