Richartzhusener Kerwe: Herzog Richard übernimmt das Regiment
Wenn Herzog Richard wieder in „Richartzhusen“ einzieht, ist in Reichartshausen Kerwezeit. Am vierten Sonntag im Oktober feiert der Ort inzwischen zum 30. Mal seine traditionelle Kerwe – mit einem historischen Spektakel, Musik, Vergnügungspark und kulinarischen Angeboten.
Dabei war die Zukunft der Kerwe in den 1990er-Jahren keineswegs gesichert. Wenig Besucher und eine schwache Resonanz prägten das Fest. 1997 gründeten deshalb 27 engagierte junge Männer den Kerweverein und machten es sich zur Aufgabe, die Veranstaltung und ihre Traditionen wiederzubeleben.
Im Mittelpunkt steht bis heute das „Centeni Comite“. Drei Tage lang übernimmt Herzog Richard symbolisch die Regierungsgewalt über „Richartzhusen“. Unterstützt wird er von Richtern, Abdecker, Amtskellerer, Hofnarr, Knechten, Junkern und der herzoglichen Garde.
Höhepunkt des Kerwesonntags ist die „Centena“. Der Herzog prangert dabei die Verfehlungen der Bürger an. Der vermeintlich größte „Sünder“ wird im Arme-Sünder-Karren zur Centena gebracht und traditionell mit einer kalten Wasserübergießung bestraft.
Am Kerwemontag folgt der Fackelzug gemeinsam mit dem Musikverein zum Sportplatz. Dort gibt Herzog Richard den Rathausschlüssel an den Bürgermeister zurück. Mit der Verbrennung der Kerweschlumbel endet das närrische Regiment.
Auch abseits des historischen Programms ist für Unterhaltung gesorgt: Auf dem Kerweplatz warten ein Vergnügungspark für Kinder, Festzelt, Speisen und Getränke. Am Samstag sorgt zudem eine große Kerwe-Party mit Livemusik für Stimmung.
Bild (Gemeinde Reichartshausen): Traditionell wird am Tag des „Centena“ über den Sünder mit dem schwersten Vergehen gerichtet.






