Sinsheim setzt auf klimaresistente Bäume: Rund 80 Fällungen und 100 Neupflanzungen geplant
Baumkontrollen zeigen Handlungsbedarf im Stadtgebiet und in den Ortsteilen – Eschentriebsterben macht zusätzliche Eingriffe entlang der Elsenz notwendig
Kranke Bäume, abgestorbene Äste und die Folgen des Klimawandels stellen Städte zunehmend vor Herausforderungen. Auch in Sinsheim sind deshalb im Winterhalbjahr 2026/2027 umfangreiche Arbeiten am städtischen Baumbestand vorgesehen. Rund 80 Bäume sollen gefällt und etwa 100 neue Bäume gepflanzt werden. Besonders betroffen sind zudem die Bereiche entlang der Elsenz zwischen Reihen und Hoffenheim, wo das Eschentriebsterben weitere Fällungen erforderlich macht.
Die Stadtverwaltung führt regelmäßig Baumkontrollen auf städtischen Grundstücken und an Bachläufen durch. Dabei werden die Bäume auf Schäden, Schädlingsbefall und mögliche Gefahren untersucht. Auch ihre Stand- und Bruchsicherheit wird überprüft. Ziel ist es, Risiken für Passanten und Verkehrsteilnehmer frühzeitig zu erkennen und die Verkehrssicherheit zu gewährleisten.
Kranke Bäume müssen weichen
Ab Oktober beginnen nach Abstimmung mit der unteren Naturschutzbehörde die Fällarbeiten. Betroffen sind Bäume, die trotz Pflege und anderer Maßnahmen nicht mehr erhalten werden können oder deren Zustand ein Sicherheitsrisiko darstellt. Die Arbeiten werden in den kommenden Wochen von Mitarbeitern der städtischen Grünflächenabteilung und externen Fachfirmen durchgeführt.
Eine besondere Herausforderung ist das Eschentriebsterben. Die durch einen Krankheitserreger verursachte Erkrankung schwächt Eschen und kann dazu führen, dass Äste absterben und die Stabilität der Bäume beeinträchtigt wird. Entlang der Elsenz zwischen Reihen und Hoffenheim müssen deshalb zahlreiche weitere Bäume entfernt werden.
Die vorgesehenen Fällungen sind Teil der laufenden Pflege und Erneuerung des städtischen Baumbestands. Wo immer möglich, sollen geeignete Bäume erhalten bleiben. Ist die Sicherheit jedoch nicht mehr gewährleistet, sind Eingriffe notwendig.
Neue Baumarten für ein heißeres Stadtklima
Parallel zu den Fällungen plant die Stadt rund 100 Neupflanzungen. Neue Bäume sollen unter anderem in Straßenbereichen, Grünanlagen, auf Friedhöfen und auf Spielplätzen wachsen. Bei der Auswahl setzt die städtische Grünflächenabteilung verstärkt auf Arten, die mit den veränderten klimatischen Bedingungen besser zurechtkommen.
Dazu zählen beispielsweise Eisenholzbaum, Purpur-Erle, Zelkove, Zürgelbaum, Felsenbirne und Amberbaum. Diese Arten gelten als vergleichsweise tolerant gegenüber Hitze, Trockenheit und einem erhöhten Salzgehalt im Boden. Auch ihre Wuchsform spielt bei der Auswahl für den Einsatz im städtischen Raum eine Rolle.
Die Neupflanzungen sollen dazu beitragen, den Baumbestand langfristig zu sichern und die Lebensqualität in den Stadtteilen zu verbessern. Bäume spenden Schatten, kühlen ihre Umgebung und tragen zur Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum bei.
Forschungsprojekt liefert Orientierung
Bei der Auswahl geeigneter Baumarten orientiert sich die Stadt unter anderem am Projekt „Stadtgrün 2021“ der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG). Das Forschungsprojekt untersucht, welche Baumarten aus verschiedenen Regionen der Welt sich für die zunehmend schwierigen Bedingungen in Städten eignen.
Im Mittelpunkt stehen Arten aus Süd- und Osteuropa, Nordamerika und Asien. Sie werden daraufhin untersucht, wie gut sie mit Hitze, Trockenheit und weiteren Belastungen zurechtkommen. Hintergrund ist, dass viele bislang verbreitete Stadtbaumarten zunehmend unter den Folgen des Klimawandels sowie unter neu auftretenden Schädlingen und Krankheiten leiden.
Mit der Kombination aus notwendigen Fällungen und gezielten Neupflanzungen verfolgt Sinsheim das Ziel, die Sicherheit im öffentlichen Raum zu gewährleisten und den Baumbestand zugleich an die klimatischen Herausforderungen der kommenden Jahre anzupassen.
Die Arbeiten sollen im Winterhalbjahr 2026/2027 im Stadtgebiet und in den Sinsheimer Ortsteilen stattfinden.
Bild (Stadt Sinsheim): Insgesamt sind rund 100 Neupflanzungen von Bäumen im Straßen- und Grünbereich, auf Friedhöfen und Spielplätzen vorgesehen.






