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Der Gott des Gemetzels

3. März 2013 | Das Neueste, Kultur & Musik, Stadthalle Sinsheim

(zg) Am 20. März 2013 um 19.30 Uhr zeigt die Badische Landesbühne in der Stadthalle in Sinsheim Yasmina Rezas Erfolgsstück Der Gott des Gemetzels.

Annette und Alain Reille, eine Vermögensberaterin und ein Jurist, sind auf erzwungenem Besuch bei dem Ehepaar Véronique und Michel Houillé, einer sozialkritischen Schriftstellerin und dem Besitzer eines Eisenwarengroßhandels: Nachdem der elfjährige Ferdinand Reille dem gleichaltrigen Bruno Houillé bei einer Prügelei in der Schule zwei Schneidezähne ausgeschlagen hat, soll nun eine gemeinsame Stellungnahme geschrieben werden. Zwischen zwei großen Tulpensträußen sitzend entsteht gleichzeitig auch eine Diskussion, wie man den beiden Jungs pädagogisch korrekt ihr Fehlverhalten erklärt. Doch damit endet auch schon der gemeinsame Konsens, denn schließlich ist für die Houillés ganz klar, dass der mit einem Stock bewaffnete Ferdinand der Schuldige, um nicht zu sagen der Täter, ist und Bruno lediglich ein unschuldiges Opfer. Das können die Reilles jedoch auf gar keinen Fall so stehen lassen – und was heißt überhaupt „bewaffnet“? Ferdinand war höchstens mit einem Stock „ausgestattet“. Während man vordergründig versucht, die richtige Wortwahl zu treffen, entfernt sich das anfangs betont zivilisierte Gespräch langsam vom eigentlichen Thema. Ist Ferdinands Fehlverhalten kein eindeutiges Indiz für etwaige Eheprobleme zwischen Alain und Annette? In der Tatsache, dass zudem andauernd Alains Handy klingelt, weil sein Klient, der Hersteller eines neuen Medikamentes, unter Druck geraten ist, nachdem eine Studie erhebliche Nebenwirkungen festgestellt hat, sieht Véronique ein weiteres Indiz für Alains mangelhafte Kompetenz als Vater. Doch auch die Houillés können ihre lautstark geäußerte bedingungslose Verurteilung jeglicher Gewalt nicht mehr aufrechterhalten, als sich herausstellt, dass Michel heimlich den Hamster seiner Tochter entsorgt und damit getötet hat. Bruchstückhaft kommen immer mehr Details aus dem Leben beider Paare ans Tageslicht, und mit zunehmendem Alkoholkonsum verschärft sich der Ton bei gleichzeitigem Rückgang des Anstands. Als dann auch noch klar wird, dass Michels Mutter an den Nebenwirkungen eben jenen Medikamentes leidet, das Alain so leidenschaftlich verteidigt, kann niemand länger die Maskerade des vernünftigen Gutmenschen aufrechterhalten …

Inszenierung: Carsten Ramm
Ausstattung: Ines Unser
Mit: Cornelia Heilmann, Evelyn Nagel, Markus Hennes, Wolf E. Rahlfs

 

 

 

 

VVK: Bürgerbüro der Stadtverwaltung, Tel. 07261-404136, Buchhandlung Doll, Tel. 07261-2322, Bücherland, Tel. 07261-64288

Quelle: Badische Landesbühne

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