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Alle an einen Tisch: Handwerkstag fordert Taskforce

6. Oktober 2015 | Das Neueste, Politik

(zg) „Die Integration von Flüchtlingen in Ausbildung oder Arbeit ist nichts, was von heute auf morgen im Hauruckverfahren geschehen kann“, erklärte Landeshandwerkspräsident Rainer Reichhold aus Anlass der heutigen Debatte im Landtag zur Flüchtlingspolitik. Vor allem brauche es dazu das Zusammenspiel aller zuständigen Stellen. Der Baden-Württembergische Handwerkstag (BWHT) fordert deshalb die Bildung einer Taskforce für die Integration in Ausbildung und Arbeit.

Reichhold warnte die Politik, aber auch die Handwerksbetriebe vor zu großen Erwartungen. Vor allem müsse ganz klar definiert werden, wie die nächsten Schritte aussehen: „Ausreichende Sprachkenntnisse und eine gesicherte Bleibeperspektive sind die wichtigsten Erfolgsfaktoren.“ Um möglichst rasche Lösungen zu finden, müssten sich Vertreter der Kammern, Sozialpartner, Ministerien, der Arbeitsverwaltung und der Schulträger umgehend an einen Tisch setzen. Hierzu gehöre beispielsweise auch die Frage, zu welchem Zeitpunkt und in welchem Umfang berufliche Kompetenzen erfasst werden und wie diese Information weiterverarbeitet wird. Die Taskforce könne dabei auf Erfahrungen regionaler Projekte wie „Early Intervention“ aufbauen. Vor allen Dingen müsse sich die Politik dazu durchringen, Flüchtlingen unabhängig von ihrem Alter eine Duldung für die gesamte Ausbildungsdauer und anschließend mindestens zwei Jahren der Beschäftigung auszusprechen. Dies hatte der Handwerkstag bereits im Frühjahr in einem Positionspapier eingefordert. Ein zentraler Baustein der Integration sei im Übrigen auch die Schaffung neuen Wohnraums. Der Handwerkstag habe deshalb Finanz- und Wirtschaftsminister Schmid einen Maßnahmenkatalog zur Beschleunigung der Verwaltungsverfahren vorgelegt.

Anzeige SwopperVerständnis zeigt Reichhold für die Entscheidung auf Bundesebene, weitere Staaten zu sicheren Herkunftsstaaten zu erklären. Vorrangig müssten Flüchtlinge aus Bürgerkriegsgebieten versorgt werden. Gleichwohl müsse dann auch über neue legale und unkomplizierte Wege der Arbeitsmigration nach Deutschland nachgedacht werden. Reichhold: „Für qualifizierte Fachkräfte aus dem Balkan muss es möglich sein, in den hiesigen Engpassberufen tätig zu werden.“

Quelle: Eva Hauser

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