Ausstellung zur Interkulturellen Woche 2026
Die Organisatoren der diesjährigen Ausstellung zur Interkulturellen Woche stellen sich die Frage, was Judentum, Islam und Christentum verbindet und welche ihrer Spuren in Sinsheim zu finden sind. Alle drei berufen sich auf den gleichen Stammvater: Abraham, Avroham oder Ibrahim wie er unter anderem genannt wird. Und alle sind oder waren in Sinsheim prominent vertreten.
Am längsten präsent ist das Christentum. Erinnerungen an fast 500 Jahre Judentum sind in Sinsheim, in der Kernstadt und in mehreren Stadtteilen vorhanden. Während der bunten Vielfalt des regionalen Judentums durch den Nationalsozialismus ein jähes Ende gesetzt wurde, kam der Islam erst mit den Gastarbeitern hierher. Seit den 60er Jahren gibt es erste Spuren islamischer Gebetsstätten vor Ort. Als jüngster Spross kam das Bahà’ítum nach Sinsheim, allerdings bisher ohne eigene Räumlichkeiten.
Diesen spannenden Entwicklungen nachzuspüren, hat sich das Vorbereitungsteam der Sinsheimer Interkulturellen Woche Sinsheim auf die Fahnen geschrieben. So wird für dieses Jahr zum zweiten Mal speziell eine Ausstellung aus der Sinsheimer Perspektive konzipiert und kuratiert. Die Ausstellung spürt diesen Religionen und ihrer wechselhaften Geschichte, ihren Beziehungen untereinander und den Auswirkungen auf die Gesellschaft vor Ort nach.
Gerade beim Christentum wird deutlich, dass es inzwischen viele Gemeinden mit ganz unterschiedlichen Prägungen und Etablierungsgeschichten in Sinsheim gibt. Lange Zeit wurde die gegenseitige Abgrenzung betont und das Misstrauen untereinander genährt. In den vergangenen Jahren suchen die Gemeinden vor Ort Wege, Gegensätze zu überbrücken und Gemeinsamkeiten zu entdecken, zum Beispiel in Form der Ökumene.
Die jüdischen Gemeinden auf Sinsheims Gemarkung – es waren insgesamt neun Synagogen in Sinsheim und seinen Stadtteilen – hatten ebenfalls theologisch unterschiedliche Ausrichtungen.
Der Islam ist heute mit drei religiös unterschiedlich geprägten Gemeinden präsent.
Die Ausstellung verliert sich nicht in Details, sondern spürt der Geschichte der abrahamitischen Religionen und ihrer gelebten Glaubenspraktiken nach. Bei genauer Betrachtung wird deutlich, dass die Abrahamiten sich in grundlegenden Werten sehr einig sind: Frieden und Gerechtigkeit sowie der Wunsch nach Dialog und Zusammenarbeit sind deutlich erkennbar. Ausdruck dieses Verständnisses ist heute unter anderem der Sinsheimer Rat der Religionen.
Die Ausstellung wird von einer Vorbereitungsgruppe der Interkulturellen Woche zusammengestellt. Stadtarchivar Dr. Marco Neumaier und Kristin Obländer (Städtischer Bereich Integration), sowie Marie Adrian vom Diakonischen Werk Rhein-Neckar haben gemeinsam mit Wiltrud Flothow und Jutta Stier vom Verein Alte Synagoge Steinsfurt e.V. spannende Dokumente und Bilder zusammengetragen. Grundlage bilden viele Fundstücke aus dem Stadtarchiv, die in dieser Kombination noch nie gezeigt wurden. Ergänzend haben mehrere Mitgliedsgemeinden des Rates der Religionen ihre Archive geöffnet und weitere Dokumente beigesteuert. Darüber hinaus bereichern letztere die Ausstellung durch Leihgaben religiöser Objekte.
Eröffnet wird die Ausstellung am Donnerstag, 24. September um 18:00 Uhr. Das Grußwort spricht Bürgermeister Bernd Kippenhan. Die Ausstellungskuratoren stellen im Rahmen der Vernissage die Ausstellung näher vor und geben weiterführende Informationen zu den historischen Zusammenhängen. Hierzu ist die Bevölkerung herzlich eingeladen.
Die Ausstellung ist vom 25. September bis einschließlich 25. Oktober 2026 im Bürgersaal des Stadtmuseums Sinsheim im Alten Rathaus zu den gewohnten Öffnungszeiten zu besichtigen.
Öffnungszeiten
Montag bis Freitag 10:00 bis 17:00 Uhr
Samstag 10:00 bis 13:00 Uhr
Sonntag 11:00 bis 17:00 Uhr
Der Eintritt ist frei.
Quelle: Stadt Sinsheim






