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„Azubi statt ungelernt“ – ein Erfolgsmodell für Sinsheim

3. August 2013 | Das Neueste, Gesellschaft

Symbolträchtiges Bild vor dem städtischen Infostand bei der Diskussionsveranstaltung in der Moschee v.l. der Vorsitzende des Moscheevereins Hasan Aydin, Oberbürgermeister Jörg Albrecht und die städtische Berufswerberin Züleyha Sagdic

(zg) Seit letztem September läuft bei der Stadt mit Mitteln des europäischen Sozialfonds das Projekt „Azubi statt ungelernt“. Eine Fachkraft mit einem halben Deputat steht dafür zur Verfügung, um türkischstämmigen Jugendlichen und deren Eltern den Weg von der Schule in das Berufsleben zu ebnen. Vor allem der Aufbau des Vertrauens bei der Zielgruppe stand im Mittelpunkt der ersten Zeit in dem Projekt. Hierzu konnte die DITIB-Moschee in der Gutenbergstraße zur Mitwirkung gewonnen werden. Bei mehreren Veranstaltungen war das städtische Team mit einem Infostand vor Ort – eine gut besuchte Diskussionsveranstaltung mit Personalfachkräften fand dort im April statt. Oberbürgermeister Albrecht unterstützte die Startphase durch seine Anwesenheit.

Berufswerberin Züleyha Sagdic bei der Beratung einer Jugendlichen

Das Projekt hat wohl einen Sinsheimer Nerv getroffen – bereits vor der Sommerpause waren die Plansoll-Zahlen, die gegenüber dem Geldgeber nach­gewiesen werden müssen, schon erreicht. Und die Nachfrage geht weiter. Die Bandbreite reicht von Schulwegsplanung über Berufswahl, Ausbildungsbewerbung bis zur Studien­platz­bewerbung. Als problematisch erweist sich die fehlende Orientierung der jungen Leute im Übergang in den Beruf. Anmeldungstermine werden verpasst, Möglichkeiten nicht genutzt. Es fehlen Vorbilder, die man auch mal etwas fragen kann. Genau in diese Lücke stößt das Projekt. Die Berufswerberin Züleyha Sagdic hat ein abgeschlos­senes Hochschulstudium. Ihr traut man zu, alle möglichen Pro­bleme zu kennen. Ihre Kompetenzen schätzen Kollegen, Behörden und Arbeitgeber, so wird es jedenfalls rück­gemeldet. Fragen zur Berufswegeplanung beantwortet sie genauso in deutscher und in türkischer Sprache. Letzteres ist für die Eltern oft wichtig, da ihnen das spezielle Vokabular im Deutschen nicht vertraut ist.

Die Berufswerberin wird von Inge Baumgärtner vom Amt für Bildung, Familie und Kultur unterstützt, die bei den Betroffenen seit Jahren bekannt ist. Die Zusammenarbeit der beiden Fachkräfte ermöglicht es, Informationen und Hilfen für weitere Personenkreise zugänglich zu machen. Für ein weiteres Schuljahr ist die Finanzierung noch gesichert.

Information: Jugendliche und ihre Eltern, die Fragen im Übergang von der Schule in den Beruf haben, können nach den Ferien wieder Beratungs­termine buchen unter 07261 404-164 oder [email protected]

Quelle: Stadt Sinsheim

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