Bibeltheater – wie geht es weiter?

(zg) Für unser nächstes Bibeltheaterprojekt suchen wir dringend Mitwirkende: Männer, Frauen jeden Alters, Jugendliche, auch Kinder sind uns herzlich willkommen. Unser Team formiert sich zur Zeit neu. Je mehr Mitspielende wir finden, desto weniger zeitlich belastend ist der Aufwand für jeden einzelnen, der sich auch sonst in überschaubaren Grenzen halten soll.

Bislang hat sich als regelmäßiger Probentermin Montag zwischen 18.30 und 20.00 Uhr als günstig erwiesen. Da insgesamt drei Aufführungen in Reihen, Adersbach und Hasselbach vorgesehen sind, können die Probenorte immer auch mit Rücksicht auf die verschiedenen Mitwirkenden aus den unterschiedlichen Orten jeweils wechseln. Nicht jeder wäre an jedem Montag dran, da ja jeweils ein Probenplan zu bestimmten Szenen langfristig erstellt wird.

Je eher wir anfangen können, desto günstiger ist es, um nicht kurz vor den Aufführungsterminen zu sehr in Stress zu geraten.

Es macht sehr viel Freude, im Team einer Theatermannschaft von Menschen verschiedenen Alters zu erleben, wie so ein Projekt wächst und immer mehr konkrete Formen annimmt. Als Zeit der nächsten Aufführung ist der nächste November angedacht (3./9./10. Nov. 13). Aber Genaueres steht noch nicht fest.

Es wäre schön, wenn sich recht bald Interessenten im Pfarramt (Tel. 5316) melden würden, damit wir ein Informationtreffen anberaumen können. Hier kann man sich dann unverbindlich informieren. Vielleicht wächst nach konkreterer Information beim einen oder anderen doch der Entschluss, mitzumachen. Wir würden uns freuen und sind gespannt, ob etwas Gutes zustande kommt.

Alljährlich zur Vorbereitung für die ökumenische Bibelwoche schreibt Pfarrer Erhard Schulz (neben Dietmar Coors, Dühren) ein Bibeltheaterstück, das im Bibelwochenvorbereitungsheft der Badischen Labndeskirche veröffentlicht ist.

Dieses Jahr sind Texte aus dem Markusevangelium das Thema mit dem Motto: Dem Geheimnis auf der Spur. Wer ist dieser geheimnisvolle Mann von Nazareth, der sich Sohn Gottes, Messias nennt und für den sich die Mächtigen seiner Zeit so sehr interessieren, dass sie ihn in einem der fragwürdigsten Prozesse der Weltgeschichte in Eintracht von poltischer und religiöser Elite der damaligen Zeit umbringen. Und dennoch ist dieser Jesus nach seinem Tod erst recht noch nicht erledigt, sondern jetzt erst geht es richtig los mit ihm: es werden sogar Evangelien (=gute Nachrichten) im römischen Reich über ihn geschrieben und verbreitet: das älteste ist das Markusevangelium.

Solche Evangelien waren im römischen Reich gefährlich. Nur dem römischen Kaiser war es erlaubt, seine römische Friedens-bzw. Befriedigungspropaganda an die Bevölkerung des römischen Reiches

zu verbreiten. Dass jetzt gar ein Evangelium geschrieben wird über einen, der im Namen dieses römichen Kaisers wie ein Verbrecher hingerichtet worden ist und ihm der Titel „Sohn Gottes“, „Herr“, „Kyrios“ zugesprochen wird, der sonst nur für den römischen Kaiser bestimmt ist, macht dieses „Markusevangelium“ politisch höchst verdächtig.

Pfr. Schulz arbeitet in seinem Bibeltheater „Geheime Galiläerakte“ diesen bis heute herrschaftskritischen Akzent des Markusevangeliums deutlich heraus. Die wichtigen Geschichten von Jesus von seiner Taufe bis zur Hinrichtung und zur Auferstehung werden in eine spannende Rahmenhandlung im durch die Römer 70 n. Chr. (dem Abfassungsjahr des MK-Evgls.) zerstörten Jerusalem gelegt. In diese letzten Kriegswirren des römisch-jüdischen Krieges, der zur endgültigen Zerstörung des Tempels und der weltweiten Zerstreuung des jüdischen Volkes in die Diaspora führte, wo Menschen sich in die letzten verbleibenden Trümmer flüchten, Frauen vergewaltigt und mißbraucht werden (die Ähnlichkeit zu Kriegsenden der modernen Zeit liegt auf der Hand), kommt es zu einer dramtischen Begegnung zwischen einem römischen Centurio und Makarinus, einem Schreiber aus Galiläa (=der Glückliche; verdeckte Namensbezeichnung für Markus). Der Centurio stellt Makarinus zur Rede betreffs seines Propaganda-Machwerkes, das ihm in die Hände gefallen ist und den Frieden des römischen Reiches untergrabe, jene „Geheime Gakliläerakte“

Im Zuge der Rechenschaft des Makarinus passieren vor dem Auge des Zuschauers die einzelnen Geschichten Jesu aus dem Markusevangelium Revue, bis wir am Ende uns wieder in den Trümmern Jerusalems befinden.

Wie der Prozess gegen Makarinus ausgeht und welche prominente römische Figur sich hinter dem Centurio verbirgt???? – Man lasse sich überraschen.

Das Stück endet mit einem modernen Nachtrag, in dem die Hauptpersonen des Stückes in die moderne Zeit übertragen werden. Auf aktuelle und auch bewusst humorvolle Art und Weise sollen wir zum Nachdenken darüber gebracht werden, was uns das Markusevangelium heute bedeuten kann.

Quelle: Pfarrer Erhard Schulz

Veröffentlicht am 2. April 2013, 16:00
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