Herbstmissionsfest der DMG: „Freude teilen“ auf dem Buchenauerhof
Rund 1.200 Besucher haben am vergangenen Sonntag auf dem Buchenauerhof das Herbstmissionsfest des Missions- und Hilfswerks DMG gefeiert. Für mehr als 100 Kinder gab es parallel ein eigenes Kindermissionsfest. Unter dem Motto „Freude teilen“ standen Begegnungen, Berichte von Missionaren und die Frage im Mittelpunkt, wie christlicher Glaube im Alltag weitergegeben werden kann.
Bei sommerlichen Temperaturen kamen die Besucher in der Veranstaltungshalle zusammen. Prediger, Missionare und Gäste aus verschiedenen Ländern berichteten davon, wie sie Gottes Wirken erleben. Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst von der Band der International Christian Fellowship (ICF) Frankfurt.
Dass Mission nicht immer einfach ist, machte DMG-Missionar Sarmad Aziz deutlich. Er berichtete von seiner Flucht aus dem Irak und den Erfahrungen von Verlust und Abschied. „Mission und Glaube sind also nicht immer einfach“, wurde dabei deutlich. Gleichzeitig könne die christliche Botschaft Menschen auch in schwierigen Situationen Hoffnung und Freude geben.
75 Jahre DMG: flexibel bleiben
Anlässlich des 75-jährigen Bestehens der DMG konnten Besucher eine Ausstellung zur Geschichte des Missionswerks im neuen Bürogebäude besichtigen. Rund 100 Menschen pro Stunde informierten sich dort über die Entwicklung der Organisation.
In einer Gesprächsrunde blickten der ehemalige Missionsleiter Detlef Blöcher, der heutige Missionsleiter Simon Bohn und die frühere Kenia-Missionarin Hanna Seidl-Schulz auf Veränderungen und Konstanten der vergangenen Jahrzehnte. Bohn verwies unter anderem auf erschwerte Bedingungen für Christen in manchen Ländern sowie auf neue Möglichkeiten durch soziale Medien und die digitale Welt.
Auch das Team selbst ist stark gewachsen: Aus rund 20 Mitarbeitern wurden inzwischen etwa 450. Bei den Grundfragen des Glaubens und des Auftrags sei man sich einig, bei anderen Themen dürfe es unterschiedliche Meinungen geben, erklärte Blöcher. „Bei aller Veränderung bleibt unsere Botschaft dieselbe“, ergänzte Seidl-Schulz.
Zuhören, einladen, Begegnungen schaffen
Als Konstante nannte Seidl-Schulz das Gebet. Bereits 1992 sei die erste Arbeitsstunde des Tages für das Gebet für Mitarbeiter und Missionare reserviert worden – eine Tradition, die bis heute fortgeführt werde.
Eine Missionarin aus Südostasien berichtete per Live-Schaltung, wie schon kleine Gesten Menschen Hoffnung geben können. Manchmal helfe es, ohne besondere Ausbildung einfach zuzuhören und Aufmerksamkeit zu schenken.
In einem weiteren Seminar ging es um interkulturelle Begegnungen. Mitarbeiter der SMD stellten die Initiative „Friends for Dinner“ vor, bei der internationale Studenten etwa zu Weihnachten oder Ostern nach Hause eingeladen werden. Auch auf dem Buchenauerhof konnten die Besucher Missionare aus Tansania, Italien, Kenia und Thailand treffen und sich über deren Arbeit und die jeweiligen Kulturen informieren.
„Einfach du selbst sein“
Missionar Buli Beyenne Gossa, der aus Äthiopien nach Deutschland kam und unter Migranten arbeitet, sprach über die Aufgabe von Missionaren als Botschafter der Freude. Wohlstand, Reisen oder materielle Dinge könnten zwar Freude bereiten, aber keine vollständige Zufriedenheit schaffen. Die christliche Botschaft sehe wahre Freude in der Beziehung zu Jesus.
Dass sich die DMG dabei an Menschen jeden Alters richtet, zeigte auch das Programm: Neben dem 90-jährigen ehemaligen Missionsleiter Manfred Bluthardt waren eine 29-jährige Moderatorin und zehn 18-Jährige im Freiwilligendienst beteiligt. Gleichzeitig verabschiedete die DMG neue Missionare in ihre Einsatzländer. Linda Stark wird künftig in Albanien unter Roma arbeiten.
Ein Seminar mit Gästen des „Patchwork Centers“ aus Schwerin beschäftigte sich schließlich damit, wie christliche Inhalte verständlich vermittelt werden können. Gerade dort, wo Menschen kaum Kontakt zum christlichen Glauben haben, komme es darauf an, ohne komplizierte oder „fromme“ Sprache zu erzählen, wie Menschen Gott erleben.
Zum Abschluss konnten Besucher gemeinsam mit den Partnern YouVersion und Marburger Medien Wasserflaschen und Mutmach-Flyer mitnehmen. Damit sollten sie beispielsweise auf dem Heimweg Lkw-Fahrern an Rastplätzen eine kleine Freude machen.
Die DMG vernetzt nach eigenen Angaben rund 450 Mitarbeiter mit mehr als 100 Partnerorganisationen in 70 Ländern. Die Mitarbeiter engagieren sich unter anderem in sozialen Projekten, nehmen am Leben der Menschen vor Ort teil und erzählen von ihrem christlichen Glauben.
Das nächste Herbstmissionsfest ist für den 26. September 2027 angekündigt.
Foto: DMG interpersonal e.V.






