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Einwanderungsgesetz: Durch Verschiebung geht wertvolle Zeit verloren

25. März 2019 | Das Neueste, Politik

(zg) Die im Bundestag vorgesehene Erste Lesung des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes ist vertagt worden. Es soll Presseberichten zufolge erst mit dem sogenannten Geordneten-Rückkehr-Gesetz gemeinsam beschlossen werden. Der Baden-Württembergische Handwerkstag (BWHT) kritisiert diese Verschiebung, weil gerade im Handwerk der Fachkräftemangel deutlich zu spüren sei. Gleichzeitig ist der Anteil von Geflüchteten in Ausbildung im vergangenen Jahr weiter gestiegen. 

„Uns liegen nun die endgültigen Zahlen zur Ausbildungssituation im Handwerk für 2018 vor. Wir freuen uns über ein kleines Plus von 0,8 Prozent bei der Anzahl der neu abgeschlossenen Verträge. Dies wird jedoch alleine nicht ausreichen, um den Fachkräftemangel heute und in Zukunft zu entschärfen. Wir haben deshalb sehr auf eine zügige Verabschiedung des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes gedrängt und sind einigermaßen entsetzt, dass die Beratung nun vertagt wurde und man das ganze Paket neu aufsetzen will. Bereits die Entstehung des Entwurfs hat viel zu lange gedauert. Wir fragen uns langsam, ob die Politik dieses Gesetz überhaupt noch will“, fragt BWHT-Hauptgeschäftsführer Oskar Vogel.

Durch die Trennung in zwei Gesetze sollten die Bereiche Asyl und Fachkräftezuwanderung zukünftig als zwei voneinander unabhängige Säulen gestaltet werden. Vogel weiter: „Jetzt diese Trennung wieder aufzuheben und beide Bereiche zu verbinden, ist für uns der falsche Weg.“

Insgesamt waren am Stichtag 31.12.2018 rund 48.200 Auszubildende bei den Kammern im Land eingetragen, es wurden 19.600 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen Etwa 9.100 Auszubildende hatten keine deutsche Staatsangehörigkeit. Das waren 12,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Dieser Zuwachs war bedingt durch deutlich mehr Auszubildende aus den acht Asylherkunftsstaaten plus Gambia. Darunter sind vorwiegend Geflüchtete zu vermuten.  Aus diesen Staaten waren Ende 2018 rund 3.100 Personen in Ausbildung, fast 70 Prozent mehr als vor einem Jahr. Insgesamt wurden Personen aus rund 130 Staaten im Handwerk ausgebildet. „Das zeigt: Das Handwerk engagiert sich überdurchschnittlich bei der Integration von geflüchteten Menschen. Gleichzeitig profitieren die Betriebe vom großen Interesse der Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit, im Handwerk zu arbeiten. Auch vor diesem Hintergrund brauchen wir schnellstens das Fachkräfteeinwanderungsgesetz“, so Vogel abschließend. 

Quelle: Marion Buchheit

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