Elektronische Zigaretten – Versuchung oder Lösung?

Als vor mehr als zehn Jahren das Rauchverbot in Baden-Württemberg durchgesetzt wurde, war das öffentliche Echo stark. Zwar wurden schnell einige Ausnahmen eingeräumt, wie etwa das Rauchen in klar abgegrenzten Räumlichkeiten eines Lokals, doch die Einschränkungen für Raucher bleiben bestehen. Nun haben diese zumindest an Bahnsteigen und Co. die Möglichkeit, für Abhilfe zu sorgen und zur E-Zigarette zu greifen. Doch handelt es sich hierbei wirklich um eine Lösung des Problems?

Die gesundheitliche Sicht

Ein elementarer Unterschied ist natürlich bei der Funktionsweise der E-Zigarette festzustellen. Denn in ihr wird nicht etwa Tabak verbrannt, der zu einer starken Rauchentwicklung führt und viele Giftstoffe mit sich bringt. Stattdessen verdampft die E-Zigarette eine Flüssigkeit, in der auch Nikotin enthalten ist, das vom Körper aufgenommen werden kann.

Inzwischen wurden viele große Studien durchgeführt, die sich genau auf die gesundheitliche Perspektive konzentrierten. Dabei wurde klar, dass die E-Zigarette insgesamt weniger schädlich ist, als das Rauchen von normalen Tabak. Suchtexperten sind etwa der Meinung, dass das in der verdampften Flüssigkeit enthaltene Nikotin weiterhin eine große Suchtgefahr bietet.

Lungenärzte sorgen sich noch um einen weiteren Punkt, der eng mit der E-Zigarette verknüpft ist. Denn es musste viel geforscht werden, bis ein Stoff gefunden wurde, welcher zur Entwicklung von Nebel führt, der wenigstens an den Rauch einer Zigarette erinnert. Die Wahl fiel schließlich auf das Propylenglykol, welches jedoch zu Reizungen der Atemwege führen kann. Zudem gibt es bislang noch keine Studien zu den langfristigen Auswirkungen der E-Zigarette. Dort ist zumindest nicht auszuschließen, dass das Propylenglykol zu weiteren gesundheitlichen Schäden führt, die erst noch entdeckt werden müssen.

Ein Weg der Entwöhnung?

Das Argument der Hersteller war bereits in den ersten Phasen der Produktentwicklung auf die Entwöhnung der Raucher ausgerichtet. Diese sollten mit der E-Zigarette ein Mittel an die Hand bekommen, um den eigenen Tabakkonsum noch leichter zu reduzieren. Für diesen Zweck wurden bereits groß angelegte Studien durchgeführt, welche dieses Ergebnis bestätigten. Demnach fällt es Rauchern leichter, mit dem Ersatz der E-Zigarette den eigenen Konsum an Tabak nachhaltig zu reduzieren. Am Ende gleicht die Wirkung der E-Zigarette der eines Nikotinpflasters. Dennoch, so betonen die Wissenschaftler, ist weiterhin ein gutes Stück Willenskraft erforderlich, um die Entwöhnung tatsächlich abzuschließen und sich von den Auswirkungen der Zigarette zu befreien.

Starke Umsätze der Hersteller

In den vergangenen Jahren erfreuten sich die Hersteller der E-Zigaretten bereits an sehr starken Umsätzen. Besonders die junge Generation wurde von den vielfältigen Aromen angesprochen, die mit der E-Zigarette aufgenommen werden können. In vielen Städten sind entsprechende Stores bereits an prominenten Positionen zu finden, was für eine starke Steigerung der Umsätze spricht. Unterstützung erhält diese Entwicklung aktuell von den weniger kompakten E-Shishas, die auf den Markt gebracht wurden. An dieser Stelle befürchten Experten, die Angebote könnten jungen Menschen den Weg in die Sucht ebnen. Auch aus diesem Grund werden weitere Studien notwendig sein, um am Ende eine Prävention einleiten zu können, wie sie den gesundheitlichen Auswirkungen der elektronischen Alternativen entspricht, die derzeit großen Anklang finden.

Veröffentlicht am 25. September 2018, 16:21
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