Energiebericht 2018 veröffentlicht

Anteil erneuerbarer Energien am Primärenergieverbrauch auf 12,7 % gestiegen

(zg) Bereits zum vierten Mal gibt das Statistische Landesamt gemeinsam mit dem Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft den Energiebericht heraus. Der Bericht bietet in gewohnter Form eine Fülle objektiver Informationen zum Themenfeld Energie.

Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Landesamtes lag der Primärenergieverbrauch Baden-Württembergs 2016 rund 1,8 % über dem Vorjahreswert. Insgesamt wurden 1 443,5 Petajoule (PJ) Primärenergie im Land verbraucht. Im Vergleich zur Berichterstattung des letzten Energieberichts hat sich die Zusammensetzung des Energiemix im Land nur leicht verändert. Unter anderem durch die im Vergleich zum Vorjahr niedrigeren Temperaturen ist der Erdgasanteil am Primärenergieverbrauch im Jahr 2016 um 5,2 % auf 19,1 % gestiegen und lag damit so hoch wie noch nie.

»Der Energiebericht hat sich als fundiertes Beobachtungs- und Analyseinstrument etabliert. Er zeigt uns, wo genau wir uns bei der Umsetzung der Energiewende befinden und welche Anstrengungen noch nötig sind auf dem Weg hin zu einem neuen Energiesystem, das auf Energieeinsparung und auf erneuerbaren Energieträgern beruht«, sagte Umwelt- und Energieminister Franz Untersteller. So erreichten die erneuerbaren Energieträger mit einem Anteil von 12,7 % am Primärenergieverbrauch einen neuen Höchststand. Der Beitrag der Kernenergie am Primärenergieverbrauch dagegen sei gegenüber dem Vorjahr um 3,6 % gesunken und kam auf einen Anteil von 16,4 %, so Untersteller weiter. Der Anteil der Mineralöle mit 35,3 % habe sich im Vergleich zu den Vorjahren kaum verändert.

»Langfristige energiewirtschaftliche Entwicklungen zeigen sich meist erst in einem mehrjährigen Zeitvergleich. Um diese Veränderungen abzubilden, enthält der Energiebericht zahlreiche Zeitreihen, teilweise mehr als 40 Jahre zurückgehend bereits ab dem Jahr 1973. Aufgrund dieser bestehenden Datenbasis ist er unter anderem für die Erstellung der Monitoringberichte der Landesregierung zu Energie, Klima und Nachhaltigkeit unverzichtbar«, so die Präsidentin des Statistischen Landesamtes, Dr. Carmina Brenner. Beispielsweise ist der Primärenergieverbrauch in Baden-Württemberg seit 1973 – mit Ausnahme gewisser jährlicher Schwankungen – immer weiter gestiegen, bis er 2006 einen Höchstwert von 1 703,0 PJ erreichte. Seither ging er tendenziell zurück. Im Jahr 2016 lag der Primärenergieverbrauch um 15,2 % unter dem Wert von 2006, jedoch rund 1,0 % über dem Primärenergieverbrauch von 1990.

Nach Berücksichtigung von Verbrauch und Verlusten bei Umwandlungen sowie dem nichtenergetischen Verbrauch von Energieträgern, zum Beispiel als Rohstoff für die Herstellung von Kunststoff, standen den Endverbrauchern in Baden-Württemberg 2016 noch knapp drei Viertel der Primärenergie zur weiteren Nutzung zur Verfügung (72 %). Gegenüber dem Vorjahr ist der Endenergieverbrauch 2016 gestiegen (+1,6 %). Knapp ein Drittel davon fiel auf den Verkehrssektor (31,7 %). Die privaten Haushalte verbrauchten 27,8 % der Endenergie. Die Betriebe im Verarbeitenden Gewerbe, im Bergbau und in der Gewinnung von Steinen und Erden kamen auf einen Anteil von 21,2 % am Endenergieverbrauch, die restlichen rund 19,3 % verbrauchten die sonstigen Kleinverbraucher wie Gewerbe, Handel, öffentliche Einrichtungen oder Landwirtschaft.

Der Bruttostromverbrauch betrug 2016 in Baden-Württemberg 74,2 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh), dies entspricht etwa dem Vorjahresniveau. Rund 84 % des verbrauchten Stroms wurden im Land selbst erzeugt. Die restlichen 16 % wurden per Saldo von anderen Bundesländern und dem Ausland eingeführt. Das Austauschvolumen mit dem Ausland betrug 2016 hinsichtlich der Einfuhr 8,4 Mrd. kWh und hinsichtlich der Ausfuhr 16,9 Mrd. kWh. Somit wurde von Baden-Württemberg mehr Strom direkt ins Ausland abgegeben als direkt eingeführt. Zu den Liefer- und Abnehmerländern gehören die Schweiz, Österreich und Frankreich. Für die Stromerzeugung kamen 2016 zu 74,7 % konventionelle Energieträger (−3,2 %) und zu 25,3 % erneuerbare Quellen zum Einsatz (+6,1 %).

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Veröffentlicht am 6. Juli 2018, 10:18
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