Ergebnisse der Unternehmensbefragung 2019 vorgestellt

(zg) Am 27. Juli 2020 fand die erste virtuelle Veranstaltung der Stabsstelle Wirtschaftsförderung statt, bei der die zentralen Ergebnisse der Ende 2019 durch-geführten Unternehmensbefragung unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Auswirkungen präsentiert und diskutiert wurden. Die im Mai geplante Veranstaltung musste aufgrund der Corona-Pandemie verschoben werden. Daher fand die Vorstellung der Befragungsergebnisse nun Ende Juli rein virtuell statt. Rund 50 Befragungsteilnehmer nutzten die Chance, sich über die Ergebnisse der Unternehmensbefragung zu informieren und meldeten sich für das Online-Event an. Mithilfe einer Kurzabfrage zu den wirtschaftlichen Auswirkungen durch die Corona-Pandemie konnten die Ergebnisse in die derzeitige Situation der Unternehmen am Wirtschaftsstandort Rhein-Neckar eingeordnet werden. Neben der Vorstellung der Ergebnisse rückten zwei wesentliche Themenschwerpunkte in den Mittelpunkt der virtuellen Veranstaltung: Fachkräfte und Digitalisierung bzw. digitale Infrastrukturen. Mit Expertinnen und Experten wie Silke Heinrichs von Roche Diagnostics GmbH oder auch dem Digipaten Stefan Bley vom Netzwerk Smart Production wurden themenbezogene Panels durchgeführt. „Ein rein virtuelles Event war auch für die Stabsstelle Wirtschaftsförderung Neuland. Je-doch konnten wir ein positives Feedback ziehen und werden unsere Veranstaltungsformate in Zukunft noch näher an den Bedürfnissen der Unternehmen orientieren“, so Danyel Atalay, Leiter der Stabsstelle Wirtschaftsförderung im Landratsamt des Rhein-Neckar-Kreises.

Im Herbst 2019 schrieb die Stabsstelle Wirtschaftsförderung des Landratsamtes Rhein-Neckar-Kreis knapp 1.500 Unternehmerinnen und Unternehmer an. Grund war eine Unternehmensbefragung mit dem Ziel, Hinweise hinsichtlich notwendiger Standortoptimierungen zu erhalten und das Dienstleistungsangebot der Wirtschaftsförderung im Hinblick auf die Anforderungen der ansässigen Unternehmen weiter zu optimieren. Zuletzt wurde eine Befragung im Jahr 2015 durchgeführt. In der Befragung wurden Themen wie Mobilität, Fachkräftesicherung, Gewerbeflächenbedarf, Digitalisierung und einige weitere platziert. Durchgeführt wurde die Unternehmensbefragung des Rhein-Neckar-Kreises durch die Stabsstelle Wirtschaftsförderung in Zusammenarbeit mit der GEFAK GmbH aus Marburg. Knapp 400 Unternehmen und somit rund 27 Prozent beteiligten sich an der Unternehmensbefragung. „Die hohe Beteiligung an der Unternehmensbefragung freut uns natürlich sehr und trägt dazu bei, dass wir unsere Services auf den Prüfstand stellen und weiter optimieren können“, so Danyel Atalay. „Es gilt jedoch zu beachten, dass zum Zeitpunkt der Durchführung der Unternehmensbefragung mit der Corona-Pandemie noch nicht zu rechnen war“, führt Atalay weiter aus.

Im Hinblick auf die Teilnehmer der Unternehmensbefragung haben rund 40 Prozent weniger als zehn Mitarbeitende, weitere 14 Prozent der Betriebe haben zwischen 10 und 20 Beschäftigte. Unter den übrigen Betrieben ab 20 Beschäftigten befinden sich 39 Großbetriebe mit mindestens 100 Beschäftigten. Ein Viertel der Betriebe kamen aus dem Handwerk, ein weiteres Viertel aus dem Bereich der sonstigen Dienstleistungen (z.B. Marketingagenturen, IT-Beratungsunternehmen, Finanzdienstleister, etc.). Alle weiteren teilnehmenden Betriebe teilen sich auf die Unternehmensschwerpunkte Industrie, freie Berufe, Handel und Hotellerie/ Gastronomie auf.

Zentrale Ergebnisse der Befragung

In einem ersten Abschnitt der Unternehmensbefragung sollten die teilnehmenden Unternehmen verschiedene Standortfaktoren hinsichtlich ihrer Relevanz und Wichtigkeit beurteilen. Insgesamt konnte eine hohe Gesamtzufriedenheit festgestellt werden. Standortfaktoren wie die Lebensqualität, Zukunftsfähigkeit des Rhein-Neckar-Kreises oder auch das Image des Standortes wurden als gut bewertet. Als eher durchschnittlich bewertet und mit Luft nach oben landeten Standortfaktoren, wie die Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitskräften, die Breitbandversorgung oder auch das Preisniveau und die Verfügbarkeit von Gewerbeflächen / -immobilien auf den hinteren Rängen. Zudem wurde ganz gezielt der notwendige Arbeitskräftebedarf für die nächsten zwölf Monate abgefragt. Hierbei gaben die teilnehmenden Unternehmen an, in 2020 mehr als 1.200 offene Stellen besetzen zu wollen. Der Ergebnisbericht der Unternehmensbefragung wies jedoch auch auf die Schwierigkeiten der Stellenbesetzung von qualifizierten Arbeitskräften hin. Es zeigte sich, dass über alle Branchen hinweg die zu geringen Bewerbungen und die auch teilweise fehlenden Qualifikationen der Bewerbenden, die größten Probleme bei der Stellenbesetzung darstellen.

Der Fragebogen der Unternehmensbefragung berücksichtigte auch die Frage, welche Unternehmensplanungen bis 2022 anstünden. Da Mehrfachnennungen möglich waren, gaben mehr als die Hälfte der teilnehmenden Betriebe an, dass sie Neueinstellung von Beschäftigten, die Digitalisierung von Prozessen oder die Einführung neuer Dienstleistungen, Produkte oder Prozesse planen. Bei der Abfrage des zusätzlichen Gewerbeflächenbedarfs, konnte durch die Befragung ein Bedarf von rund 10 Hektar bis 2021 ermittelt werden. Die Unternehmen gaben an, vor allem Lagerflächen zu brauchen.

Die vollständigen Befragungsergebnisse der Unternehmensbefragung gibt es unter www.rhein-neckar-kreis.de/wirtschaftsfoerderung

Quelle: Silke Hartmann

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Veröffentlicht am 26. August 2020, 14:53
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