Feuerschale für die Sternenpost: Ein besonderer Ort für Abschied und Erinnerung
Eine eigens angefertigte Feuerschale mit integriertem Briefkasten ergänzt künftig den Garten der Schmetterlingskinder auf dem Sinsheimer Friedhof. Dort können Familien ihre Gedanken und Gefühle in Briefen an verstorbene Kinder festhalten und diese auf würdige Weise in den Himmel schicken. Möglich wurde das besondere Projekt durch das Engagement von Dr. Maria Bitenc und Haye Petersen.
Der Verlust eines Kindes hinterlässt eine tiefe und schmerzliche Lücke. Auch Kinder, die still geboren wurden, verdienen einen würdevollen Ort des Abschieds und der Erinnerung. Der Garten der Schmetterlingskinder auf dem Sinsheimer Friedhof bietet Eltern, Geschwistern, Familien und Freunden einen solchen Ort. Hier können sie innehalten, Erinnerungen teilen und Trost finden. Die Trauer darf Raum haben – still, persönlich und getragen von dem Gedanken, dass jedes Leben Spuren hinterlässt.
Damit dieses wertvolle Angebot dauerhaft und für betroffene Familien kostenfrei bestehen kann, ist die Stadt Sinsheim auf Geld- und Sachspenden angewiesen. Eine besondere Unterstützung erhält der Garten nun durch eine neue Feuerschale für die sogenannte Sternenpost.
Briefe als liebevolle Botschaften in den Himmel schicken
Die Idee entstand im Rahmen einer Spendenübergabe des Lions Clubs für den Garten der Schmetterlingskinder im Sommer. Dabei entwickelte sich zwischen Dr. Maria Bitenc, Amtsleiter Marco Fulgner und städtischen Mitarbeitern der Gedanke, Briefe an die verstorbenen Kinder auf besondere Weise zu verabschieden: als liebevolle Grußbotschaften, die im Feuerrauch symbolisch in den Himmel aufsteigen.
„Die Idee dazu gab es bei uns im Rathaus bereits länger“, erklärt Fulgner. Mit der „Sternenpost“ sollen Geschwisterkinder, Eltern, Angehörige und Freunde die Möglichkeit erhalten, ihre Gedanken und Gefühle in Briefen auszudrücken.
Dr. Maria Bitenc stellte unkompliziert den Kontakt zu Haye Petersen her, der Objekte aus Holz und Stahl fertigt. Petersen erklärte sich umgehend bereit, eine passende Feuerschale anzufertigen. Als Ausgangsmaterial diente ein alter Ausgleichsbehälter einer Heizung, den Bitenc zur Verfügung stellte. Die Herstellung übernahm Petersen in Eigenleistung.
Individuell gestaltet und durchdacht
Entstanden ist eine besondere Feuerschale mit integriertem Briefkasten, die künftig ihren festen Platz im Garten der Schmetterlingskinder finden wird. Sterne und Schmetterlinge schmücken das Objekt und greifen damit die Symbolik des besonderen Erinnerungsortes auf.
Auch die technische Umsetzung ist durchdacht: Der Briefkasten lässt sich über die Feuerschale schwenken und nach unten öffnen. Nach dem Aufschließen können die gesammelten Briefe direkt in die Schale fallen. So können die Botschaften regelmäßig diskret und würdevoll verbrannt werden.
Bei der Spendenübergabe auf dem Sinsheimer Friedhof würdigte Oberbürgermeister Marco Siesing das Engagement der Beteiligten. „Der Garten der Schmetterlingskinder ist ein wichtiger Ort, der betroffenen Familien Halt und Zuversicht in unermesslich schweren Zeiten bieten kann“, betonte er. Zugleich bedankte er sich bei Maria Bitenc und Haye Petersen für ihre Unterstützung: „Ich danke Maria Bitenc und Haye Petersen sehr herzlich für ihre Spende. Das ist ein wunderbares Zeichen der Mitmenschlichkeit.“
Weitere Angebote für Familien geplant
Auch künftig soll der Garten der Schmetterlingskinder weiterentwickelt werden. Geplant ist die Einrichtung einer zusätzlichen Sitzgruppe für Kinder. Sie soll Familien einen geschützten Platz zum gemeinsamen Verweilen bieten. Insbesondere Geschwisterkinder sollen dort die Möglichkeit erhalten, sich in einer ruhigen und einladenden Umgebung aufzuhalten.
Mit der neuen Feuerschale entsteht ein weiterer Ort, an dem Erinnerungen, persönliche Gedanken und unausgesprochene Gefühle ihren Platz finden können. Die Sternenpost soll betroffenen Familien helfen, ihre Verbundenheit mit den verstorbenen Kindern auf ganz persönliche Weise auszudrücken.
Bild (Stadt Sinsheim): Dank der Spende von Dr. Maria Bitenc (2.v.l.) und Haye Petersen (3.v.l.) können Botschaften aus der Sternenpost künftig als Rauch in den Himmel aufsteigen.






