Frühlingserwachen

(zg) Pünktlich zum späten Auftakt des Frühlings in diesem Jahr ist 1899 Hoffenheim auf die Zielgerade der Fußballsaison eingebogen. Nach langer Durststrecke hat Trainer Gisdol dem Spiel der TSG wieder klare Strukturen einziehen können. Fast wäre es in Wolfsburg darum zum zweiten Sieg in Folge gekommen.

Dass ein Moment kollektiver Lähmung in der 86. Minute doch noch zum Remis führte, war schade, aber nicht völlig ungerecht. Wolfsburg hatte wie Hoffenheim einige gute Chancen ausgelassen und wirkte, übers gesamte Spiel gesehen, keinesfalls klar unterlegen. Das Unentschieden spiegelte, so gesehen, den Verlauf des Spiels angemessen wieder. Trotzdem wären die drei Punkte für Hoffenheim im letzten nicht unverdient gewesen – als Lohn für den Mut, konsequent auf Angriff zu setzen.

Und wären die Angriffe und Konterchancen, von denen es etliche gab, ebenso konsequent zuende gespielt worden, hätte Naldos Tor kurz vor Ende nicht mehr wehgetan. Das war den Spielern auch bewusst, die gehofft hatten, Becks fulminanten Führungstreffer auch noch über die letzten fünf Minuten zu retten. Aber es wäre nicht richtig, darum jetzt den Kopf hängen zu lassen. Denn es ist nicht ausgemacht, welchen Wert dieser eine schmale Punkt zuletzt haben wird, den man aus Wolfsburg mitbringen konnte. Augsburg hat zwar gewonnen und besetzt mit deutlichen drei Punkten Abstand zu Hoffenheim den Relegationsplatz, doch es sind ja noch einige Spiele zu absolvieren.

Erfahrungsgemäß wird die Tabelle an den letzten Spieltagen noch einmal kräftig durchgemischt. Dann rutscht oft noch eine Mannschaft in den Keller, die sich bis dahin einigermaßen sicher gewähnt hatte. Das Los könnte in dieser Saison Düsseldorf oder Bremen treffen – aber die beiden haben am Wochenende unentschieden gegeneinander gespielt. Unterm Strich bleibt daher vor allem die Freude, dass die TSG endlich wieder ein Gesicht hat, offensiv spielt und bis zum letzten Spieltag daran festhalten wird.

Trainer Gisdol hat denn auch die Devise ausgegeben, sich um den Tabellenstand nicht zu kümmern, bis zum Schluss abgerechnet wird. Recht hat er, von heute aus gesehen kann niemand wissen, wie das Rennen ausgeht. Man rechnet sich nur den Kopf schwer, siehe oben, und denkt vorwiegend in Konjunktiven. Und die Mannschaft bekäme, würde sie permanent auf die Tabelle starren, davon müde Beine. Folglich ist es viel besser, man vertraut auf den neuen Schwung im Spiel, auf die kleinen und großen Verbesserungen, und überlässt die Konkurrenz ihren eigenen Sorgen.

Es ist ja auch seltsam, was andernfalls geschieht. Da drückt man als Hoffenheimer bei Spielen von Augsburg ausgerechnet Dortmund und Frankfurt die Daumen, muss mitansehen, wie der BVB eine Halbzeit in Unterbesetzung wegschenkt und die Eintracht ein ganzes Spiel verschläft. Bei so vielen freien Räume, wie sie Augsburg zur kreativen Eigennutzung von Frankfurt geboten bekam, war der Augsburger Sieg fast ein Freilos und fiel um mindestens zwei Tore zu niedrig aus. In solchen und anderen Fällen ist das Daumendrücken ganz sinnlos und wenig bekömmlich.

Richten wir den Blick also nach vorn und schauen, was Hoffenheim nächste Woche in Leverkusen ausrichten kann. Auf dem Papier liegen die Kräfteverhältnisse klar – die Werkself ist auf Champions-League-Kurs, der Dorfklub kämpft gegen den Abstieg. Genauso wahr ist aber, dass Leverkusen gegen manche Auflösungserscheinungen kämpft und Hoffenheim auf Selbstfindungskurs ist. Sodass auch in Leverkusen ein Punkt zu holen wäre, mit viel Glück vielleicht drei. Bei drei Stunden frühlingshafter Fahrt bis zur BayArena wäre es zudem leicht möglich, die TSG eigenhändig anzufeuern. Tun wir das doch!

Quelle: TSG 1899 Hoffenheim

Veröffentlicht am 17. April 2013, 09:00
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