Glas so hart wie Stahl – Gepanzerter Cadillac

Präsidentenlimousine zu Gast im Auto & Technik Museum Sinsheim

Gepanzerte Automobile, die den Insassen Schutz vor Spreng­sätzen oder Schusswaffen bieten, sind keine moderne Erfindung. Schon Ende der 1920er Jahre baute Mercedes-Benz die ersten gepanzerten PKW für besonders gefährdete Personen. Zu den Kunden gehörten Diktatoren und gekrönte Häupter, aber auch mehr oder weniger seriöse Unternehmer mit riskanten Geschäfts­mo­dellen. Auch andere Hersteller von Nobelkarossen hatten bald entsprechende Fahrzeuge in ihrem Programm. Ein besonders interessantes Exemplar mit bewegter Vergangenheit, das derzeit im Auto & Technik Museum Sinsheim besichtigt werden kann, ist eine gepanzerte schwarze Cadillac „Fleetwood“ Limousine Baujahr 1950 aus den USA.

Die für bestimmte Cadillac-Modelle verwendete Bezeichnung „Fleetwood“ geht auf die Fleetwood Metal Body Co. zurück, eine angesehene amerikanische Karosseriebaufirma, die bis Mitte der 1920er Jahre Luxuskarosserien u.a. auch für Cadillac produ­zierte. 1931 wurde die Firma in den General Motors Konzern eingegliedert. Der Firmenname überlebte danach als Modell­bezeichnung für besonders luxuriöse Cadillac-Modelle.

Bei dem im Museum gezeigten Cadillac „Fleetwood“ aus dem Jahr 1950 handelt es sich um einen gepanzerten Luxuswagen ganz im Stil der damaligen Zeit, der für die US-Regierung gebaut und vom 34. US-Präsidenten Dwight D. Eisenhower in den Jahren 1953 und 1954 als Dienstwagen genutzt wurde. Anschließend wurde das Fahrzeug dem damaligen bolivianischen Präsidenten Victor Paz Estenssoro geschenkt. Paz Estenssoro war das, was man als einen politischen Überlebenskünstler bezeichnen kann. Zwischen 1952 und 1989 erlebte er drei Amtszeiten (1952-1956, 1960-1964 und 1985-1989) und war insgesamt  12 Jahre lang Präsident von Bolivien. Diese insbesondere für südamerikanische Verhältnisse außerordentlich lange politische

Überlebenszeit verdankte er nicht zuletzt der im Museum gezeigten Panzerlimousine. Während seiner ersten Amtszeit, die von 1952 bis 1956 dauerte, wurde auf Paz Estenssoro nämlich bei einer Fahrt mit diesem Wagen ein Attentat verübt. Der Präsident überlebte, aber drei seiner Sicherheitskräfte kamen ums Leben. Die Schussspuren der aus Maschinenpistolen abgefeuerten Geschosssalven sind auf den Panzerglasscheiben noch deutlich zu sehen. Es ist verblüffend, wie wenig die Geschosse dem mehrere Zentimeter dicken stahl­har­ten Panzerglasscheiben anhaben konnten.

Bei dem im Museum gezeigten Cadillac „Fleetwood“ aus dem Jahr 1950 handelt es sich um einen gepanzerten Luxuswagen ganz im Stil der damaligen Zeit, der für die US-Regierung gebaut und vom 34. US-Präsidenten Dwight D. Eisenhower in den Jahren 1953 und 1954 als Dienstwagen genutzt wurde. Anschließend wurde das Fahrzeug dem damaligen bolivianischen Präsidenten Victor Paz Estenssoro geschenkt. Paz Estenssoro war das, was man als einen politischen Überlebenskünstler bezeichnen kann. Zwischen 1952 und 1989 erlebte er drei Amtszeiten (1952-1956, 1960-1964 und 1985-1989) und war insgesamt 12 Jahre lang Präsident von Bolivien. Diese insbesondere für südamerikanische Verhältnisse außerordentlich lange politische

Durch die Kontakte des Museumsvereins ist es jetzt gelungen, dieses historisch und technisch interessante Fahrzeug als Leihgabe zu erhalten. Es kann täglich zwischen 9 und 18 Uhr in der Oldtimer-Ausstellung des Museums besichtigt werden.

Quelle: Auto & Technik Museum Sinsheim

Veröffentlicht am 3. November 2012, 08:00
Kurz-URL: https://www.sinsheim-lokal.de/?p=12417 
Sinsheim-Lokal.de Sinsheim-Lokal.de | Lokale Internetzeitung für Sinsheim

Werbung / Anzeigen

Archiv

Anzeigen

Fotogalerie

Anmelden | Entworfen von Gabfire themes

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Informationen...

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen