Gründung Arbeitskreis Euthanasie
Die Stadt Sinsheim gründet einen Arbeitskreis zum Thema „Euthanasie“, um die Schicksale der Opfer der nationalsozialistischen Krankenmorde sowie ihrer Angehörigen und Hinterbliebenen aufzuarbeiten. Die Initiative geht vom Stadtarchiv Sinsheim gemeinsam mit dem Sinsheimer Pfarrer im Ruhestand Dr. Dietmar Coors aus. Geleitet wird der Arbeitskreis von der Mitarbeiterin des Stadtarchivs, Verena Dörrich.
Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden im Rahmen der sogenannten „Euthanasie“ rund 300.000 Menschen ermordet und etwa 400.000 Menschen zwangssterilisiert. Diese Verbrechen fanden auch in Sinsheim und der Region statt. Der neue Arbeitskreis möchte die Erinnerung an die Betroffenen wachhalten und ihre Geschichten stärker in das öffentliche Bewusstsein rücken.
Geplant sind Vorträge, Ausstellungen, Gesprächsveranstaltungen sowie die Organisation von Gedenkveranstaltungen. Darüber hinaus sollen einzelne Schicksale erforscht und dokumentiert werden.
Der Arbeitskreis befindet sich derzeit in der Gründungsphase und sucht weitere ehrenamtliche Unterstützerinnen und Unterstützer. Zu den Aufgaben gehören unter anderem Gespräche mit Angehörigen, Hinterbliebenen und Zeitzeugen, die Aufarbeitung medizinischer und historischer Hintergründe, die Erforschung einzelner Lebensgeschichten sowie die Betreuung von Social-Media-Auftritten.
Ein erstes Informationstreffen für Interessierte findet am 22. Juli 2026 um 19 Uhr im Stadtarchiv Sinsheim im Rathaus statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Für Rückfragen steht das Stadtarchiv per E-Mail zur Verfügung.
Weitere Informationen erhalten Interessierte beim Stadtarchiv Sinsheim.
Bild (Stadtarchiv Sinsheim): Pauline Wolfard, ermordet 1940 bei der Aktion T4. Die Bildqualität wurde mit Hilfe Künstlicher Intelligenz optimiert.






