Handwerkskonjunktur: Abschluss gut, Start etwas holprig

(zg) Die 133.000 Handwerksbetriebe im Land haben das Jahr 2016 gut abgeschlossen. „Die Erwartungen für das erste Quartal 2017 haben sich leicht eingetrübt“, teilte Landeshandwerkspräsident Rainer Reichhold mit. Das ist das Ergebnis der landesweiten Konjunkturumfrage des Baden-Württembergischen Handwerkstages (BWHT) unter 1.500 Betrieben aller Branchen im Land.

40 Prozent der Betriebe haben im vierten Quartal ihren Umsatz im Vergleich zum Vorquartal gesteigert (Vorjahresquartal 37%). Die höchsten Zuwächse verzeichneten die Nahrungsmittelhandwerker, bei denen sogar 63 Prozent der Betriebe ihren Umsatz gesteigert haben (Vorjahr 49%). Hier zeigt sich die allgemeine Konsumfreude im Land. Reichhold: „Zu Weihnachten gönnten sich die Menschen was.“ Für das gesamte Jahr 2016 erwartet das Handwerk ein Umsatzplus von 3,5 Prozent bezogen auf das Vorjahr auf 93 Milliarden Euro.

Anzeige SwopperAllgemein zufrieden mit ihrer derzeitigen wirtschaftlichen Lage waren 66 Prozent der Betriebe, exakt soviel wie ein Jahr zuvor, wobei es innerhalb der einzelnen Gewerkegruppen deutliche Veränderungen im Vorjahresvergleich gab. Bauhauptgewebe und Ausbaugewerbe blieben die Konjunkturlokomotive, die Zufriedenheit nahm nochmals zu. Die Handwerke für den gewerblichen Bedarf, unter denen sich viele Zulieferer für die Industrie befinden, schätzten ihre Lage deutlich besser ein als im Vorjahr und haben im Zufriedenheits-Ranking zu den Ausbaubetrieben aufgeholt. „Die außenwirtschaftlichen Bedenken ihrer exportorientierten Kunden wegen zunehmender protektionistischer Bestrebungen sind wohl bis dato im Handwerk nicht angekommen“, stellte Reichhold fest. Demgegenüber ging die Zufriedenheit der Handwerke für die personenbezogenen Dienstleistungen (z.B. Friseure) oder der Gesundheitshandwerke etwas zurück.

Nicht mehr ganz so positiv ist der Blick der Betriebsinhaber auf das laufende erste Quartal 2017. Zwar ist der Anteil der Optimisten nur leicht von 68 auf 65 Prozent der Betriebsinhaber gesunken, bei den Fragen nach den harten Fakten sieht das jedoch anders aus: Nur noch gut jeder fünfte Betrieb rechnet mit steigenden Auftragseingängen (Vorjahr: gut jeder vierte), 17 Prozent erwarten steigende Umsätze (Vorjahr: 30 %). Von den sieben Gruppen erwarten nur die Handwerker für den gewerblichen Bedarf und das Kfz-Gewerbe per Saldo ein Umsatzwachstum. Trotz allem: Der Handwerkstag hält ein Umsatzplus von 2,5 Prozent im gesamten Jahr 2017 für erreichbar.

Quelle: Eva Hauser

Veröffentlicht am 31. Januar 2017, 07:30
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