Inklusion nicht auf Kosten der Menschen mit Behinderung

MdL Brunnemer im Gespräch mit dem Beirat „Menschen mit Behinderung engagieren sich in der Lebenshilfe“ 

(zg) Die Lebenshilfe Sinsheim bietet viele Angebote für Menschen mit Behinderung: Offene Hilfen, betreutes Wohnen und die Kraichgau Werkstatt sind nur einige dieser wichtigen Angebote. Der Beirat der Lebenshilfe setzt sich dabei für die Rechte der behinderten Menschen und deren Familien ein und verfolgt das Ziel, dass Menschen mit Behinderung integriert werden und in der Gesellschaft als „gleichberechtigte Menschen leben, arbeiten und sich freuen können“.

Genau zu diesem Thema „Inklusion“ hatte der Beirat die Landtagsabgeordnete Elke Brunnemer zum Gespräch eingeladen. Die beiden Verwaltungsratsmitglieder Ralf Freymüller und Alexander Klein konnten neben Elke Brunnemer auch den geschäftsführenden Vorstand der Lebenshilfe Sinsheim, Roland Bauer, begrüßen.

Die These, die der Assistent des Beirates, Heinz Locher, zu Beginn des Gesprächs in den Raum stellte, lautete „Inklusion – aber nicht um jeden Preis.“ Viele der behinderten Beiratsmitglieder unterstrichen die großen Schwierigkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt und lobten ausdrücklich die positiven Erfahrung in der Kraichgau-Werkstatt. Roland Bauer bestätigte diese Sichtweise auch aus seiner fachlichen Erfahrung heraus. In der eigenen Werkstatt gibt es die Möglichkeit die Arbeitsplätze passgenau auf die Fähigkeiten der jeweiligen Personen auszurichten, in der freien Wirtschaft sei dies nur selten möglich. Es stelle sich dann die Frage, ob die gut gemeinte Inklusion in vielen Fällen nicht den Behinderten zum Nachteil gereiche?

„Der Mensch muss im Mittelpunkt stehen und die Wünsche der Betroffenen sind zu berücksichtigen“, betonte Elke Brunnemer. „Inklusion darf jedoch nicht zum Nachteil der Behinderten werden“, waren sich die Gesprächsteilnehmer einig. Dort, wo Inklusion zu einer „Gleichmacherei“ werde und die individuelle Förderung auf der Strecke bleibe, gehe es zu Lasten der Menschen mit Behinderung.

Eine interessante Gegebenheit erzählte Roland Bauer am Rande des Gesprächs: Die SAP informierte sich bei mehreren Besuchen der Sinsheimer Werkstatt für Behinderte über die perfekt an die Leistungsfähigkeit der behinderten Beschäftigten angepassten Arbeitsplätze und erwäge auch eine solche Umsetzung in ihrem Unternehmen.

Elke Brunnemer bedankte sich für das konstruktive Gespräch und die wertvollen, gewonnenen Eindrücke: „Ich bin immer wieder gerne zu Besuch bei der Lebenshilfe Sinsheim. Nur wenn man direkt vor Ort ist, bekommt man auch mit wo der Schuh drückt.“ Beim Verabschieden wurde auch schon der nächste Besuchstermin vereinbart.

Veröffentlicht am 4. Juli 2013, 19:00
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