Kinder- und Jugendhilfe im demografischen Wandel

Experte Dr. Ulrich Bürger referierte in der Kreissporthalle in Wiesloch

(zg) Wie wirkt sich der demografische Wandel auf die Handlungsfelder der Kinder- und Jugendhilfe im Rhein-Neckar-Kreis aus? Zu diesem Themenkomplex referierte Dr. Ulrich Bürger vom Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg (KVJS) auf Einladung des Sozialdezernats in der Kreissporthalle in Wiesloch. Sozialdezernentin Stefanie Jansen begrüßte die Teilnehmenden, unter ihnen Kreisrätinnen und Kreisräte, Mitglieder des Jugendhilfeausschusses sowie Vertreter von Jugendhilfe- und Bildungsträgern, der Polizei, der Arbeitsagentur und Beratungsstellen. Jansen bedankte sich bei Dr. Bürger für die sehr gute Zusammenarbeit der letzten Jahre, da dieser letzt-mals vor seinem Ruhestand im Rhein-Neckar-Kreis zu Gast war.

In seinem anschließenden Vortrag richtete der Referent einen differenzierten Blick auf die Herausforderungen und Perspektiven der Kinder und Jugendhilfe des Rhein-Neckar-Kreises im demografischen Wandel. Bei der Vorstellung der Statistik hob Bürger die Entwicklungen im Bereich der unter Sechsjährigen positiv hervor. Mit einer Betreuungsquote zum Stichtag 1. März 2018 von 32,2 Prozent bei den unter Dreijährigen sowie einem Anteil der ganztags betreuten Kinder an den Kindergartenkindern von 28,3 Prozent zählt der Rhein-Neckar-Kreis zur Spitzengruppe der Landkreise in Baden-Württemberg

Hinsichtlich einer zunehmend alternden Gesellschaft betonte der Experte: „Den Leistungen für Familien und Kinder muss ein besonderer Stellenwert eingeräumt werden, da sie als rückläufige Bevölkerungsgruppe an „Gewicht“ und damit an Einfluss verlieren, gleichzeitig aber in ihrer Funktion für die Zukunftssicherung der Gemeinwesen und in der Gesellschaft eine bislang in diesem Maße noch nie da gewesene Bedeutung erlangen.“ Von hoher Wichtigkeit seien hierbei die Handlungsfelder frühkindliche Förderung, Kinderbetreuung, Jugendarbeit und das Zusammenspiel von Jugendhilfe und Schule.

Dr. Bürger führte weiter aus: „Die Anstrengungen zu einer frühzeitigen, um-fassenden und breiten Förderung und Bildung aller jungen Menschen müssen dringend intensiviert werden, um morgen nicht – partiell – vor unzureichend gebildeten, integrierten und damit ohne reelle Chancen auf gesellschaftliche Teilhabe ausgestatteten jungen Menschen zu stehen.“ Ebenso stellte der Experte in seinem Vortrag Zusammenhänge von Armutsperspektiven und Bildungsgerechtigkeit dar.  Zum Abschluss der Veranstaltung stand Dr. Ulrich Bürger für Rückfragen aus dem Plenum zur Verfügung, was von den Teilnehmenden aktiv genutzt wurde und sich so ein konstruktiver Aus-tausch aus verschiedenen Blickwinkeln entwickelte.

Hintergrund:

im November 2010 hatte der KVJS erstmals einen Bericht zu den Herausforderungen und Perspektiven der Kinder- und Jugendhilfe im demografischen Wandel veröffentlicht. Die erste Fortschreibung erfolgte im Jahr 2015. Diese Berichterstattung gehört in der Zwischenzeit zu den Grundlagenarbeiten bei den Diskussionen um eine zukunftsfähige Ausgestaltung von Leistungen so-wie Förder- und Unterstützungsangeboten für junge Menschen und Familien in Baden-Württemberg. Nun erfolgte als „Update“ die zweite Fortschreibung.

Quelle: Silke Hartmann

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Veröffentlicht am 7. Juli 2020, 13:23
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