Kleiner Piks mit großer Wirkung

Mitarbeiter der GRN Gesundheitszentren Rhein-Neckar gGmbH gehen beim Impfen gegen die saisonale Grippe mit gutem Beispiel voran

Grippeschutz-Impfung: Impfbefürworter Dr. Bernhard Nitsche, Chefarzt der Abteilung Innere Medizin in der GRN-Klinik Eberbach, hält die saisonale Grippeschutzimpfung gerade in diesem Winter für besonders wichtig. Dafür nimmt er den Piks gerne in Kauf. Foto: GRN.

(zg) Ob Klinikleiter, Chefarzt, Verwaltungsmitarbeiter oder Pflegefachkraft: Mitarbeiter der GRN Gesundheitszentren Rhein-Neckar gGmbH rufen zur Grippeschutzimpfung auf – und gehen mit gutem Beispiel voran. Das Angebot für Mitarbeitende, sich in einem der vier Klinikstandorte vom Betriebsarzt impfen zu lassen, ist im Jahr der Corona-Pandemie reichlich angenommen worden.
Eine regelrechte Tradition ist der jährliche Besuch beim Betriebsarzt für Dr. Bernhard Nitsche: „Ich lasse mich jedes Jahr gegen die saisonale Grippe impfen.“ 2020 hält der Chefarzt der Abteilung Innere Medizin in der GRN-Klinik Eberbach es in Hinblick auf die Corona-Pandemie für besonders wichtig, mit gutem Beispiel voranzugehen. „Dieses Jahr ist es noch wichtiger, sich impfen zu lassen“, meint er und nennt gleich drei gute Gründe, den kleinen Piks mit großer Wirkung über sich ergehen zu lassen: „Mit der Impfung schütze ich mich, schütze andere und helfe mit, dass das Gesundheitssystem nicht überlastet wird.“

Auch das Robert Koch Institut (RKI) macht in seinen Veröffentlichungen deutlich: „Gleichzeitig eine größere Grippewelle und die Covid-19-Pandemie kann das Gesundheitssystem nur schwer verkraften.“ Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfiehlt deshalb die Grippeschutzimpfung besonders für Personen, die ein erhöhtes Erkrankungsrisiko haben. Dazu zählen: ältere Menschen ab 60 Jahre, Personen mit Grundkrankheiten wie Herz-Kreislauferkrankungen, chronischen Erkrankungen der Atmungsorgane oder Diabetes, aber auch medizinisches Personal und Menschen, die in Einrichtungen mit viel Publikumsverkehr arbeiten. Für das medizinische Personal empfiehlt die STIKO die jährliche Influenza-Impfung – sowohl zum individuellen Schutz als auch zum Schutz der Patientinnen und Patienten.

Große Bereitschaft unter den Mitarbeitern

Die GRN-Kliniken in Eberbach, Schwetzingen, Sinsheim und Weinheim bieten jährlich Impfungen für ihr Personal an – dieses Mal war die schützende Injektion besonders beliebt. „Es freut mich, dass in diesem Jahr die Bereitschaft zur Impfung auch bei unserem Personal größer war als in den Jahren zuvor. Im Falle einer Infektion lässt es sich so bei ähnlichen Symptomen besser differenzieren, ob eine Influenza oder eine Infektion mit Corona vorliegt“, so Tim Egger, Leiter der GRN-Klinik Eberbach.

Chefarzt Dr. Nitsche lobt den Ablauf der Impfung. Die sei besonders unkompliziert und zeitsparend, eine vorherige Anmeldung nicht erforderlich gewesen. Dr. Robert Fritsch, Facharzt für Innere Medizin und Betriebsarzt, erklärt, wie die Impfung funktioniert: „Durch die Grippeimpfung wird das Immunsystem mit dem Erreger bekannt gemacht, noch bevor es zu einer Infektion gekommen ist. Der Impfstoff enthält nicht lebendige Bestandteile des Erregers, die eine Immunreaktion auslösen.“ Die saisonale Grippeimpfung sei in der Regel gut verträglich. Das Risiko ernsthafter Komplikationen bei einer Grippeerkrankung sei um ein Vielfaches höher als die Wahrscheinlichkeit schwerer Nebenwirkungen aufgrund der Impfung.

Die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen der saisonalen Grippeimpfung sind bei etwa 10 bis 40 Prozent der Geimpften eine Rötung oder Schmerzen an der Injektionsstelle. Einzelne Symptome, wie erhöhte Temperatur, Muskelschmerzen oder ein leichtes Unwohlsein werden bei 5 bis 10 Prozent der Geimpften beobachtet. „Sie sind harmlos und klingen ohne Therapie spätestens nach einigen Tagen ab“, weiß Dr. Fritsch. Sehr selten können im Fall einer Allergie Ausschläge, Ödeme oder Atembeschwerden sowie ganz selten eine allergische Sofortreaktion (anaphylaktischer Schock) auftreten. Einmal pro 1 Million geimpfte Personen wird das autoimmun bedingte Guillain-Barré-Syndrom (GBS) in einem zeitlichen Zusammenhang mit der Grippeimpfung beobachtet. Viel häufiger tritt ein GBS jedoch bei einer Grippeerkrankung auf.

„Die Impftermine wurden gut angenommen“, resümiert Markus Kieser, Klinikleiter in Weinheim. „In Schwetzingen waren die Impfstoffe gegen Mittag des zweiten Impftages bereits aufgebraucht“, ergänzt Amtskollegin Katharina Elbs. Beide haben sich wie viele andere Mitarbeiter der GRN impfen lassen und würden dazu auch anderen dringend raten. Auch Thorsten Großstück, Klinikleiter in Sinsheim, zählt zu den Befürwortern: „Ich lasse mich schon immer impfen, da ich fest davon überzeugt bin, dass ich damit nicht nur mich und meine Familie schütze, sondern auch alle Menschen, die sich nicht impfen lassen können, da sie beispielsweise ein geschwächtes Immunsystem haben.“

Um die größere Nachfrage bewältigen zu können, hat die Bundesregierung zusätzlichen Grippeimpfstoff geordert, der bereits in der Verteilung ist. Über 26 Millionen Dosen Influenzaimpfstoffe sind für die Saison 2020/21 in Deutschland verfügbar. „Das ist im Vergleich zur vergangenen Saison mit 14 Millionen Dosen Impfstoff fast doppelt so viel“, heißt es auf der Internetseite des Bundesgesundheitsministeriums. Aktuell könne es lokal und zeitlich zu Lieferengpässen kommen, ein Versorgungsproblem gebe es aber nicht.

Abschließend macht Dr. Nitsche noch einmal deutlich: „Die echte Grippe ist keine einfache Erkältung, sondern eine ernstzunehmende Erkrankung. In Deutschland sterben je nach Schwere der Grippewelle jedes Jahr mehrere Hundert bis über 20.000 Menschen an der Grippe.“ Sein Appell: „Die Grippeimpfung bietet die beste Möglichkeit, sich und andere gegen Grippe zu schützen.“

Quelle: Laura Berger

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Veröffentlicht am 28. Oktober 2020, 14:18
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