KLIMA ARENA Open-Air-Wochenende – eine gelungene „Sinfonie für unsere Erde“

Am Open-Air-Wochenende „Sinfonie für unsere Erde“, vom 2. bis 4. Juli, feierte die Klima Arena mit ausverkauften Veranstaltungen die Schönheit und das Schützenswerte unseres Heimatplaneten. 

Faszinierende Bilder des Weltraums begeisterten die Zuschauer. Foto: Spacemedia / Steffen Hoffner

(zg) Ihre erste mehrtägige Open-Air-Veranstaltung widmete die KLIMA ARENA unserem Heimatplaneten und über 600 Besucherinnen und Besucher nahmen an den Open-Air-Veranstaltungen teil. Über das Wochenende hinweg komponierten die eindrücklichen Bilder eines Dokumentarfilms, Satellitenaufnahmen der Erde und Liveübertragungen aus dem Weltall, poetische klassische Musik und persönliche Eindrücke eines Astronauten, eine „Sinfonie für unsere Erde“. 

Das weitläufige Außengelände der KLIMA ARENA bietet optimale Bedingungen, um auch unter den aktuell nötigen Schutzmaßnahmen, Veranstaltungen in schönem und sicherem Ambiente durchzuführen. Die Besucherinnen und Besucher waren in gelöster Stimmung und viele betonten, es zu genießen wieder unter Menschen zu sein. 

Das Verhältnis des Menschen zur Natur – Dokumentarfilm „The Human Element“ am Freitag

Die Auftaktveranstaltung am Freitagabend gestaltete der Verein „Filme für die Erde“ mit einer Open-Air-Filmvorstellung. Im Dokumentarfilm „The Human Element“ erzählte der renommierte Fotograf James Balog mit seiner Kamera intensive Geschichten der vier Elemente Luft, Erde, Feuer und Wasser. Er folgte für seinen Film dem Einfluss des fünften Elements: „The Human Element“. Sprich: dem des Menschen und fing eindrückliche Aufnahmen von Waldbränden, Hurrikans, dem Meeresspiegelanstieg und Luftveränderungen ein. Die Atmosphäre vor Ort hätte passender nicht sein können: Über der Leinwand leuchtete das Abendrot, bis die Sonne hinter der Silhouette der KLIMA ARENA unterging. Die Besucherinnen und Besucher gingen mit tiefen Eindrücken nach Hause: „Der Film geht stark an die Emotionen, man fühlt sich aufgefordert, etwas zu unternehmen und selbst aktiv zu werden“, fasst eine Besucherin ihr Erlebnis zusammen, ihr Begleiter betont: „Es war ein eindrucksvoller Film, mir wurde die Bedrohung durch Eingriffe des Menschen in die Natur noch einmal anders bewusst“.

„Passagiere des Raumschiffs Erde“ – Konzerte der Stardust Sinfonie und Berichte des Astronauten Gerhard Thiele am Samstag 

Die Veranstaltungstage Samstag und Sonntag fanden besonders großen Anklang und waren restlos ausverkauft. Am Samstagabend genossen die Besucherinnen und Besucher auf dem großen, stimmungsvoll mit Lichterketten beleuchteten Rasen das Open-Air-Konzert „Heimatplanet“ und köstliches vegetarisches Essen des Food-Trucks von Better Taste. Das Musikensemble Stardust Sinfonie nahm die Anwesenden mit auf eine musikalische Bilder-Reise rund um die Erde, bis hinauf ins All. Zu sphärischen Klängen von Vibraphon und Cembalo und erzählerischen Flötentönen wurden auf eine Leinwand hinter dem Musik-Ensemble Satellitenaufnahmen unseres „Heimatplaneten“ projiziert. Die Interpretation des Präludiums aus Edvard Griegs Holberg Suite ergänzte beispielsweise mit liebevoller und zärtlicher Musik wunderschöne Naturaufnahmen. Den Perspektivwechsel in die Atmosphären, mit Blick auf unseren Planeten, machten zwei Highlights des Abends vollkommen: eine Liveschaltung zu den Kameras der Internationalen Raumstation (ISS), aber insbesondere die persönlichen Eindrücke des Ehrengastes Gerhard Thiele. Er war als Astronaut im Jahr 2000 an Bord des Space-Shuttles „Endeavour“. Zu Beginn des Konzerts las er aus seinem Bordtagebuch vom Start ins All und gegen Ende ergänzt er die musikalisch-bildliche Reise mit seinem Bericht von der Landung in Cape Canaveral nach Ende der Mission. Nach dem Konzert gab es Zeit für Fragen und es wurde ein langer Austausch zwischen Gerhard Thiele und den Besucherinnen und Besuchern. Auf die Frage, wie die Erde von einem Raumschiff aus betrachtet aussieht antwortete Thiele: „Wie ein schmaler, kleiner, blauer Lichtpunkt. Er schwebt durch das All und wir sind alle Passagiere des Raumschiffs Erde und damit Raumfahrer.“ 

Kleine Raketen und große Wünsche – Familiennachmittag am Sonntag

Am Sonntag wurde es mit dem Familiennachmittag lebhaft in der KLIMA ARENA, denn die Familien ließen sich auch von Regen und gemischter Wettervorhersage nicht abhalten. Die kleinen und großen Gäste kamen überwiegend aus Sinsheim sowie dem Rhein-Neckar-Kreis, aber fast ein Drittel hatte auch weitere Strecken zurückgelegt. Der frühe Nachmittag wurde zwar von Regenschauern durchzogen, aber das tat der guten Laune und dem Entdeckerdrang der jüngsten Besucherinnen und Besucher keinen Abbruch. Noch bevor es trocken wurde, schnappten sie sich die großen grünen Regenschirme, um die vielen Spiel- und Wissensstationen im Außengelände kennenzulernen. Im Innenraum nutzen die Familien die Schauer, um sich die Ausstellungsbereiche gemeinsam anzuschauen. Außerdem schossen sie in der Fotobox lustige Familienbilder, sprangen bei „Hilf Ella dem Eisbären“, einem Videospiel mit Bewegungssteuerung, als Eisbären über Schollen oder reisten virtuell im „Gletscher“, dem Multimediakino, in das Amazonasgebiet im Jahre 2100 – von dem zu dieser Zeit leider nur noch ein sehr kleines Gebiet erhalten ist, das in ein Gewächshaus passt. Die Kinder bastelten kleine Raketen, gestalteten Erde-Kunstwerke und bewiesen ihr Geschick beim Erden-Parcourslauf. 

Gegen 14 Uhr war es so weit: Ehrengast Gerhard Thiele berichtete Eltern und Kindern von seinem Forschungsaufenthalt im All und das Interesse daran war so groß, dass zwei Gesprächsrunden stattfanden. Die Kinder versammelten sich vorne auf Sitzkissen und lauschten konzentriert und gebannt, als Thiele berichtete, dass er beim Start des Space-Shuttles „Endeavour“ kurz befürchtet hatte, es sei etwas schief gegangen und die Feststoffraketen hätten nicht gezündet, weil ihm die sieben Sekunden bis zum Start plötzlich so lang vorgekommen waren. Die Kleinen brachten viele Fragen mit: von „Kann man Schnee und Regen aus dem All sehen?“ über „Wie schmeckt das Essen, wie schläft man im All?“ und „Wie gehen Astronauten aufs Klo?“ zu „Wann müssen Astronauten sich anschnallen?“ – Letztes ist übrigens nur bei Start, Landung und beim Toilettengang nötig. Auf die Frage „Wie wird man Astronaut“ antwortet Gerhard Thiele einerseits emotional und andererseits optimistisch-bestärkend: „Indem man davon träumt und es wirklich will, dazu ist noch ein bisschen Glück nötig. Für euch wird es anders sein als es für mich war, denn wenn ihr dreißig Jahre alt seid, wird Astronaut ein ganz normaler Beruf sein, den ihr ergreifen könnt.“

Das Wetter-Glück hielt auch am Sonntag an: Am späten Nachmittag setzte der Regen lange genug aus und das Open-Air-Konzert der Stardust Sinfonie konnte, wenn auch verspätet, stattfinden. Das Konzert „Heimatplanet“ wurde am Sonntag erneut gegeben, aber diesmal mit Interaktion der Jüngsten. Vor dem Beginn formulierten Kinder ihre Wünsche und Dankesworte an die Erde aus. Als die Musik des Ensembles Stardust Sinfonie einsetzte, wurden auf der großen Leinwand ihre gemalten und gebastelten Kunstwerke von Erde und Raumfahrt gezeigt. Es wurde spannend, als es unklar war, ob die angekündigte Live-Schaltung zu einer Kamera der ISS funktionieren würde. Aber alles klappte und die Zuschauerinnen und Zuschauer konnten live verfolgen, wie die Kamera sich aus dem Dunkel des Weltalls ins Sonnenlicht hineindrehte, es langsam heller wurde und schließlich Wasser auf der Erdoberfläche und ein Wolkenmeer zu erkennen waren. Kurz vor Ende der Reise kamen die Kinder noch einmal zum Einsatz: Sie holten ihre zuvor gebastelten Raketen heraus, machten einmal richtig Lärm und landeten ihre Raumschiffe auf der Erde. 

Ein neunjähriges Mädchen aus Stuttgart fasste den Familiennachmittag so zusammen: „Wenn man wollte, konnte man richtig viel über die Umwelt lernen und auch darüber, was wir selbst machen können, um sie zu schützen. Ich fand besonders gut, dass wir uns einfach so selbst alles angucken und ausprobieren durften. Aber man konnte auch einfach spielen, basteln, toben und verrückte Musik hören. Und der ECHTE Astronaut hat alle unsere Fragen beantwortet!“.

Auch die Veranstalterin, die Klimastiftung für Bürger, ist mehr als zufrieden mit dem Verlauf des Wochenendes. Vorstandsvorsitzender Dr. Bernd Welz hebt hervor: „Mein Dank geht an das gesamte Team. Alle haben sich mit vollem Engagement in die Organisation hineingeworfen, um ein tolles und hoffentlich auch nachhaltig wirkendes Erlebnis für die Besucherinnen und Besucher zu schaffen.“ 

Quelle: Dr. Bernd Welz

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Veröffentlicht am 13. Juli 2021, 09:42
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