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Landwirte müssen bald unter Artenschutz gestellt werden

6. Februar 2016 | CDU, Das Neueste, Photo Gallery

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Achim Mattern (rechts) informierte u.a. den Landtagskandidaten Dr. Albrecht Schütte (2.v.r) sowie (ab 3.v.l.) Bürgermeister Wolfgang Jürriens, Elke Brunnemer MdL, Alois Gerig MdB und CDU-Vorsitzende Usula Dentz-Gattig über die Sorgen und Anliegen der Landwirte.

Alois Gerig MdB besuchte den landwirtschaftlichen Betrieb von Achim Mattern im Helmstadter Wasserschloss / Diskussion mit Landwirten, Elke Brunnemer MdL, Landtagskandidat Dr. Albrecht Schütte und Mitgliedern der CDU Helmstadt-Bargen über die „Zukunft der Landwirtschaft“

(zg) Helmstadt-Bargen. In Deutschland sind aktuell nur noch 1,6 Prozent aller Erwerbstätigen in der Landwirtschaft tätig – Tendenz weiter fallend.
„Wenn das so weitergeht, dann müssen unsere Landwirte bald unter Artenschutz gestellt werden“, sagte der Bundestagsabgeordnete Alois Gerig (CDU) am gestrigen Dienstagnachmittag bei einem Besuch des landwirtschaftlichen Betriebes von Achim Mattern im Helmstadter Wasserschloss.
Auf Initiative des CDU-Landtagskandidaten Dr. Albrecht Schütte und der Vorsitzenden des CDU-Gemeindeverbandes Helmstadt-Bargen, Ursula Dentz-Gattig, kam dieser Vor-Ort-Termin zustande. Unter den Teilnehmern waren auch die CDU-Landtagsabgeordnete Elke Brunnemer und Bürgermeister Wolfgang Jürriens.

Anzeige SwopperGerig, der seit 2009 den Wahlkreis Odenwald-Tauber vertritt und seit 2015 als Vorsitzender den Bundestagsausschuss für Ernährung und Landwirtschaft führt, weiß, wovon er spricht: Er selbst hat eine landwirtschaftliche Ausbildung absolviert, die Meisterprüfung bestanden, 1988 den elterlichen Bauernhof übernommen und später zu einem Ferienbauernhof ausgebaut.
„Die Stimmung in der Landwirtschaft ist aktuell katastrophal. Ob Milchbauer oder Schweinefleischerzeuger: Alle haben mit enormen Preiseinbrüchen und finanziellen Problemen zu kämpfen“, berichtete der Parlamentarier.

Die Politik versuche, hier Unterstützung zu leisten, beispielsweise mit dem Liquiditätshilfeprogramm. Wichtig seien der Zusammenhalt des Berufsstandes und ein besseres Marketing. Gerigs erklärte Ziele: Erhalt der bäuerlichen Landwirtschaft und der vielfältigen Kulturlandschaft sowie Versorgung der Bürger mit guten und gesunden Lebensmitteln.

Achim Mattern hatte zuvor im Rahmen eines Rundgangs ausführlich über seinen Familienbetrieb, der sich insbesondere der Saatgutvermehrung wie auch der Schweineaufzucht beziehungsweise -mast widmet, informiert. 80 Prozent des Futters werden selbst hergestellt. In allen Bereichen wird Wert  auf höchste Qualität gelegt.

Zahlreiche Themen brennen den bäuerlichen Betrieben derzeit unter den Nägeln.

Landwirt Andreas Bertsch aus Waibstadt wies auf den kürzlich landesweiten Aktionstag „Wir machen Ihre Wurst. Aber bitte nicht zu diesem Preis!“ des Landesbauerverbandes Baden-Württemberg hin. Die Bauern erhalten momentan 1,25 Euro pro Kilogramm Schweinefleisch, auf eine Bratwurst mit 100 Gramm umgerechnet entspricht das einem Erzeugerpreis von nur 12 Cent je Wurst – auf Dauer kann dies so nicht funktionieren.  Dabei geht es aber nicht um große Summen, mindestens 35 Cent wären laut Bauernverband kostendeckend.

Ein weiteres großes Problem vor Ort sieht Achim Mattern auf die Landwirte zukommen, wenn die B292 Helmstadt-Sinsheim als Kraftfahrtstraße ausgebaut werde. „Dann dürften wir die B 292 mit unseren großen landwirtschaftlichen Fahrzeugen nicht mehr befahren. Wie soll das weitergehen?“

Offene Ohren fanden die Landwirte ebenfalls hinsichtlich der Forderungen, dass die Bauern auch zukünftig ein eigenständiges Landwirtschaftsministerium als Ansprechpartner brauchen – Gerig: „Das ist keine Spielwiese für grüne Landwirtschaftsminister, die mit den aktiven Bauern nichts zu tun haben“– und dass das sich in Sinsheim befindende Amt für Landwirtschaft und Naturschutz auch zukünftig als Beratungsstelle zur Verfügung stehe.

Mit Blick auf die Bildungspolitik wünschen sich die Landwirte seitens der Schulen und der Lehrer mehr Interesse: „Bei uns kann jeder vorbeikommen und sich unsere Betriebe ansehen. Oftmals wird nur über uns geredet, aber nicht mit uns.“

Dank sprachen die Bauern der CDU-Landtagsabgeordneten Elke Brunnemer aus, die sich diesbezüglich sowohl auf parlamentarischem Wege als auch öffentlich gegen eine einseitige Darstellung („Grunzmobil“ / die RNZ berichtete) wandte.

Brunnemer: „Der `Lernort Bauernhof´ sollte intensiver genutzt werden, um Schülern die Herkunft, die Erzeugung und die Verarbeitung von Lebensmitteln besser zu vermitteln.“

In abschließenden Stellungnahmen hoben Schütte und Dentz-Gattig die Bedeutung des ländlichen Raumes hervor.

(Text/Foto: Matthias Busse)

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