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Nach dem Brand im Milchviehstall des Aussiedlerhofs Kreß

10. Januar 2015 | Das Neueste, Photo Gallery, Rohrbach

 Warum kam die Kripo erst am nächsten Tag?

rosenhof-08012015-1500pxRohrbachs Ortsvorsteher Friedhelm Zoller schreibt an Innenminister / Telefonat mit dem Polizeipräsidenten / MdL Elke Brunnemer erneuert Kritik
an Schließung der Sinsheimer Kriminalpolizeiaußenstelle und stellt Anfrage im Landtag / MdB Dr. Stephan Harbarth fordert gleichberechtigte Behandlung des ländlichen Raums

Sinsheim-Rohrbach. Als bei Friedhelm Zoller, dem Ortsvorsteher des Sinsheimer Stadtteils Rohrbach, am vergangenen Mittwoch das Telefon läutete, da war der rührige Kommunalpolitiker nach Entgegennahme des Anrufs doch etwas überrascht: Am anderen Ende der Leitung meldete sich Thomas Köber, der Polizeipräsident des neuen Polizei-Großpräsidiums Mannheim.

Hintergrund war Zollers am 1. Januar 2015 verfasstes Schreiben an den Innenminister des Landes Baden-Württemberg, Reinhold Gall (SPD), in welchem er über den Brand in dem Milchviehstall des Aussiedlerhofs Kreß (Rosenhof) berichtete und sich kritisch mit dem Verhalten der Kriminalpolizei auseinandersetzte.

Der Brand konnte durch das schnelle Eingreifen der Abteilungswehr Rohrbach und der Stützpunktwehr Sinsheim mit insgesamt 40 Mann schnell gelöscht werden. Zoller selbst war von 3.30 Uhr bis 5.00 Uhr anwesend und schrieb: „Als gegen 4.30 Uhr die beiden Polizeibeamten des Polizeireviers Sinsheim den Brandort verlassen haben, teilten sie mit, dass der Brandort beschlagnahmt sei und bis zum Eintreffen der Kripo weder betreten noch etwas verändert werden darf.“

Nach damaliger Kenntnis des Ortsvorstehers habe die Kripo am Neujahrstag telefonisch aus Mannheim darüber informiert, dass sie an diesem Tag nicht mehr kommen werde und erst am 2. Januar den Brandort untersuchen könne.

Dafür hatte und hat Zoller, selbst Landwirt, überhaupt kein Verständnis: „Da hier 70 Milchkühe nicht gemolken werden konnten, (ich weiß nicht, ob Sie wissen, was das für die Tiere bedeutet), hat der Landwirt noch über Nacht über die Melkroboterfirma versucht, einen Ersatz zu organisieren. Heute am Neujahrmorgen waren 5 Monteure mit einem Ersatzgerät auf dem Hof und gegen 14.00 Uhr konnten die Tiere gemolken werden. Durch das Nichterscheinen der Brandermittler heute hat sich dies alles viel umständlicher gestaltet, da der Platz zum Aufstellen des Ersatzes fehlte. Es ging wertvolle Zeit verloren. Bei einer Fabrikhalle hätte ich hier noch Verständnis gehabt, aber hier handelt es sich um Lebewesen. Gerade Ihre Regierung hat sich das Tierwohl ganz oben auf die Fahne geheftet und für mich als Landwirt ist das Verhalten der Beamten nicht nachvollziehbar. Ich sehe hier eine klare Benachteiligung des ländlichen Raumes.“

Laut Polizeipräsident Köber hätten sich nun seine Kripobeamten bei der Familie Kreß am 1. Januar telefonisch gemeldet und nachgefragt, ob ihr Erscheinen denn auch noch am 2. Januar ausreiche; dies sei bejaht worden.

Eine Aussage, die Reinhold und Michael Kreß nicht bestätigen, die nur Kopfschütteln und Unverständnis hervorruft: „Das war ein großer Mehraufwand, auch für die Tiere war das schlimm.“ Man habe auf die Kripo gewartet, es sei nicht klar gewesen, ob und wann sie erscheine. „Der neue Melkroboter war da und bezüglich der Kripo wussten wir noch immer nicht, was Sache war. Im Interesse der Tiere mussten wir handeln“, so Michael Kreß.

Die aufgrund der grün-roten Polizeireform vorgenommene Auflösung der Kriminalaußenstelle ist nicht nur Zoller ein Dorn im Auge, sondern auch der CDU-Landtagsabgeordneten Elke Brunnemer, die ebenfalls am gestrigen Donnerstag mit vor Ort war und sich sowohl bei Reinhold und Michael Kreß sowie Michael Hess, dem Sinsheimer Stadtbrandmeister, aus erster Hand informierte. Auch der Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Rhein-Neckar, Dr. Stephan Harbarth (CDU), hat die Familie Kreß in dieser Sache kontaktiert.

„Wenn wir in Sinsheim noch eine Kriminalpolizeiaußenstelle hätten, dann wären die Beamten sofort da gewesen, dann wäre das schneller abgelaufen“, ist Elke Brunnemer MdL überzeugt, „es kann nicht sein, dass der ländliche Raum hier nicht entsprechend versorgt wird.“ Dies sieht auch Feuerwehrkommandant Hess so: „Eine schnelle Eingreiftruppe müsste vor Ort sein und sagen, was wichtig ist.“ MdB Dr. Harbarth: „Heidelberg oder Mannheim dürfen nicht prioritär behandelt werden, Sinsheim und der ganze ländliche Raum sind gleichberechtigt.“

MdL Brunnemer wird diesen Vorgang nicht nur in einem Gespräch mit Polizeipräsident Köber erörtern, sondern auch im Landtag von Baden-Württemberg thematisieren: Durch eine Kleine Anfrage wird die Landesregierung um Berichterstattung gebeten. (Text/Foto: Busse)

 

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