Nicht abreißender Besucherstrom in der GRN-Klinik Sinsheim

In der GRN-Klinik Sinsheim gab es beim Tag der offenen Tür zahlreiche Vorträge, Rundgänge und Mitmachangebote

GRN TdoT 16 (2)(zg) Schwer zu entscheiden, was die Highlights des Tages der offenen Tür in der GRN-Klinik Sinsheim am vergangenen Sonntag, dem 18. September 2016, waren: Waren es die gut besuchten medizinischen Vorträge, die sorgfältig vorbereiteten Präsentationen der verschiedenen Fachabteilungen oder die zahlreichen Mitmachangebote? Eines steht fest: Das Interesse war groß, der Besucherstrom riss – trotz Regen und dadurch eingeschränktem Angebot im Außenbereich – von 10 bis 17 Uhr nicht ab. Neben zahlreichen Aktivitäten bot der Tag der offenen Tür der Bevölkerung aus Sinsheim und der Region auch eine willkommene Gelegenheit, den soeben neu eröffneten Anbau des Bettenhauses C mit seinen freundlichen, hellen Patientenzimmern, sonnengelber Innenausstattung und herrlichen Ausblicken in den Kraichgau zu besichtigen. Ganz kurzfristig geplant und sehr willkommen gab es sogar noch eine Spendenübergabe zugunsten des Mutter-Kind-Zentrums: Zwei Abiturientinnen des sozial- und gesundheitswissenschaftlichen Gymnasiums der Albert-Schweitzer-Schule Sinsheim übergaben symbolisch einen Scheck von knapp 600 Euro für die Anschaffung eines speziellen Zwillingsbaby-Bettchens.

Eine ganze Zeitungsseite würde nicht ausreichen, wollte man alles beschreiben, was die Besucherinnen und Besucher darüber hinaus in der GRN-Klinik Sinsheim erleben konnten. Einige wenige Beispiele sollen daher genügen: Unter anderem boten Experten der Klinik sowie einige Kooperationspartner interessierten Zuhörern medizinische Fachvorträge zu Themen aus der Inneren Medizin, der Chirurgie, der Anästhesie, der Palliativmedizin sowie der Gynäkologie und Geburtshilfe. Anhand anschaulicher Animationen und kurzer Filmsequenzen gab beispielweise Dr. med. Johannes Berentelg, Chefarzt der Abteilung für Innere Medizin, zum Einstieg „Einblicke in ein wunderbares Organ – das Herz“ und stellte unter anderem von der Echokardiographie bis hin zur Kernspin- und Computertomographie unterschiedliche Untersuchungsmethoden vor. Deutlicher Erklärungsbedarf zeigte sich bezüglich der Implantation von Herzschrittmachern und Defibrillatoren: Was denn genau der Unterschied zwischen beiden sei, wollte eine Zuhörerin wissen und wies darauf hin, dass Patienten sich darüber häufig selbst nicht im Klaren seien. Dr. Berentelg konnte die Verwirrung schnell auflösen: Während der Herzschrittmacher dem beispielsweise zu langsam schlagenden Herzen einen schnelleren Takt vorgibt, gibt der „Defi“ starke Elektro-Impulse ab, wenn das Herz flimmert und still steht. So kann er häufig einen plötzlichen Herztod verhindern. Nicht rauchen, abspecken, Bewegung, Mittelmeerküche und möglichst wenig Stress, seien die besten Methoden, das Herz gesund zu erhalten, so Dr. Berentelg.

Diesen Tipps konnte sich Dr. med. Thorsten Lenhard, stellvertretender Chefarzt der Abteilung für Neurologie, nur anschließen, als er nach Maßnahmen zur Vorbeugung eines Schlaganfalls gefragt wurde. Er stellte die Versorgung von Schlaganfall-Patienten in Sinsheim vor und wies eindringlich darauf hin, bei Symptomen wie einer halbseitigen Lähmung, Sprech- und Sprachschwierigkeiten oder auch Sehausfälle und Doppelbilder sofort den Rettungswagen zu rufen oder sich von einem Angehörigen unverzüglich in ein Krankenhaus mit Schlaganfallstation bringen zu lassen. „Es gilt: Time ist brain – Zeit ist Hirn! Je länger man abwartet, desto größer der Schaden“, so Dr. Lenhard. „Hoffen Sie nicht, dass es von alleine wieder weg geht. Das erleben wir leider sehr häufig. Reagieren Sie sofort!“ Als größten Risikofaktor nannte er den Bluthochdruck. Parallel zu Dr. Lenhards Ausführungen machte Gabi Kahlig, Still- und Laktationsberaterin im Mutter-Kind-Zentrum in ihrem Vortrag deutlich, wie wichtig das „Bonding“ – der intensive Körperkontakt von Geburt an – für die Verbindung zwischen Eltern und Kind ist.

Besonders viel Spaß hatten die Gäste des Tages der offenen Tür bei einer an sich sehr ernsten Sache: bei den Reanimationsübungen mit dem vom Deutschen Roten Kreuz unterstützten Team der Chefärztin der Anästhesie und Intensivmedizin, Dr. med. Christiane Serf. Unter ihrer Anleitung absolvierten interessierte Besucherinnen und Besucher ein Wiederbelebungstraining in Form einer Herzdruckmassage an sogenannten Reanimationspuppen. Zu mitreißenden Popsongs erfuhren die Teilnehmenden in Theorie und Praxis, wie einfach, aber wirkungsvoll eine solche lebensrettende Maßnahme im Fall eines plötzlichen Herzstillstandes sein kann. „Prüfen. Rufen. Drücken!“ heißt die Devise, die von der Stiftung Deutsche Anästhesiologie in der aktuell laufenden Woche der Wiederbelebung ausgegeben wird. „Erstens prüfen, ob der Patient ansprechbar ist und atmet; zweitens die 112 anrufen, wenn dies nicht der Fall ist, damit schnell professionelle Hilfe kommt; und drittens die Herzdruckmassage beginnen, indem man 100 bis 120 Mal pro Minute das Brustbein des betroffenen Menschen fünf bis sechs Zentimeter nach unten drückt“, erklärte Dr. Serf vor Beginn der praktischen Übung. Soviel Begeisterung die Aktion hervorrief, so sehr hofften doch alle Beteiligten, nie in eine Situation zu kommen, in der sie das Erlernte ernsthaft anwenden müssen – „aber dann ist es gut zu wissen, wie es geht“, kommentierte eine Besucherin.

Ein weiteres Highlight des Tages war die bereits erwähnte Spendenübergabe von knapp 600 Euro für ein Zwillingsbettchen im Mutter-Kind-Zentrum: Lena Franke und Janina Pitz überreichten einen entsprechenden symbolischen Scheck an Dr. med. Thomas Schumacher, Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe, und seine Oberärztin Rosmarie Hollinger-Preis. „Wir hatten noch Geld aus der Abikasse übrig“, erklärten die beiden Abiturientinnen der Albert-Schweitzer-Schule (ASS) ihre Motivation, „und wir wollten es für einen guten Zweck spenden – es sollte aber für eine lokale Organisation sein, zu der wir einen Bezug haben.“ Für die Absolventinnen des gesundheitswissenschaftlichen Zweigs der Schule lag es daher nahe, die GRN-Klinik zu wählen. „Wir sind sehr dankbar und glücklich, dass wir die Zwillinge, die bei uns zur Welt kommen, nun nicht mehr in zwei Einzelbettchen unterbringen müssen, sondern sie zusammenlegen können“, freut sich auch Ute Franke, Leiterin des Mutter-Kind-Zentrums. So kann die zertifizierte Sinsheimer „Babyfreundliche Geburtsklinik“ nun auch Zwillingsgeschwistern das für die gesunde Entwicklung so förderliche „Bonding“ bieten.

Die angekündigte Hüpfburg von Sponsor TSG 1899 Hoffenheim konnte wegen anhaltenden Regens leider nicht aufgebaut werden; doch zum Trost für die kleinen Gäste des Tages der offenen Tür war Maskottchen Hoffi allgegenwärtig. Wer wollte, konnte mit ihm von Station zu Station ziehen, um die spannende Welt der modernen Medizin zu entdecken.

Quelle: Stefanie Müller, Bilder: Claus Reimann

Veröffentlicht am 23. September 2016, 08:56
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