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Schlechter Verdienst – Armut im Alter

22. März 2013 | Bündnis90/Die Grünen, Das Neueste

Charlotte Schneidewind-Hartnagel: „Wir müssen die Vereinbarkeit von Familienarbeit und Erwerbsarbeit vorantreiben“

(zg) Anlässlich des „Equal Pay Day 2013“ traf sich die stellvertretende Fraktionsvorsitzende und frauenpolitische Sprecherin der grünen Landtagsfraktion Charlotte Schneidewind-Hartnagel mit den Spitzen der drei Landfrauenverbände Baden-Württembergs – dem  LandFrauenverband Württemberg-Baden, LandFrauenverband Württemberg-Hohenzollern und dem LandFrauenverband Südbaden.  Im Gespräch wurde deutlich, dass die Entgeltungleichheit in den ländlichen Räumen für Frauen noch ausgeprägter ist als in den Städten. Der Deutsche LandFrauenverband geht von bis zu 33 Prozent aus. „Das heißt: im Ländlichen Raum in Baden-Württemberg müssten Frauen bis zu 118 Tage länger arbeiten als Männer um auf den gleichen Lohn zu kommen“, so Schneidewind-Hartnagel.

Im Jahr 2012 lag der durchschnittliche Bruttostundenverdienst von Frauen bei 15,21 Euro und war damit um 22 Prozent niedriger als der von Männern (19,60 Euro). Somit hat sich der Verdienstabstand zwischen den Geschlechtern im Vergleich zu den Vorjahren bundesweit nicht verändert. Die Entgeltungleichheit gipfelt in einer Rentendifferenz zwischen Frauen und Männern, die  im Bundesschnitt bei 42 Prozent liegt und dazu führt,  dass Altersarmut weiblich ist.

Schneidewind-Hartnagel: „Einige der Ursachen der Differenzen liegt in den unterschiedlichen Lebensverläufen und Erwerbsbiografien von Frauen und Männern. Frauen verdienen auch deshalb schlechter, weil ihre Berufsbiografien anders verlaufen, sie häufiger Erwerbsunterbrechungen haben, häufiger in Teilzeit und sogenannten Mini-Jobs arbeiten, in schlechter bezahlten Berufen arbeiten und seltener in Führungspositionen zu finden sind.“

Folglich sei es weiterhin notwendig, die Vereinbarkeit von Familienarbeit und Erwerbsarbeit durch den Ausbau der öffentlichen Kinderbetreuung voranzutreiben. „Deshalb haben wir in Baden-Württemberg den Pakt mit den Kommunen geschlossen und in die öffentliche Kinderbetreuung investiert und bauen das Ganztagsschulangebot hauptsächlich in den Grundschulen aus. Die Landesregierung unterstützt mit Angeboten, wie zum Beispiel  den Kontaktstellen “ Frau und Beruf “ gezielt Beratung für Frauen, die wieder in den Beruf zurückkehren, sich weiterbilden oder selbstständig machen wollen.

Auf Bundesebene fordern wir einen flächendeckenden Mindestlohn, und eine Veränderung der steuer- und rentenrechtlichen Rahmenbedingungen ein. Wir wollen falsche Anreize, wie das Ehegattensplitting und das Betreuungsgeld abschaffen und stattdessen Frauen ein eigenständiges existenzsicherndes Erwerbseinkommen ermöglichen. Geschlechtergerechtigkeit setzt nicht nur  gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit voraus, sondern auch die bessere Vereinbarkeit von Betreuungs-, Pflege- und Erwerbsarbeit.

Quelle: Bündnis 90 / Die Grünen

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