Stolpersteinführung: Auf den Spuren jüdischer Bäckerfamilien in Sinsheim
Die Vereine Freunde Sinsheimer Geschichte e. V. und Alte Synagoge Steinsfurt e. V. setzen ihre Stolpersteinführungsreihe fort. Nach dem Auftakt Anfang August findet am Samstag, 29. August 2026, um 18 Uhr die zweite Führung statt.
Unter dem Titel „Die Hauptstraße in Sinsheim – Einkaufen für den täglichen Bedarf“ geht es dieses Mal um die Geschichte der jüdischen Bäckerfamilien Reinach und Scherer. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer begeben sich dabei auf einen historischen Rundgang durch die Sinsheimer Hauptstraße und erfahren, welche Rolle die Bäckereien der beiden Familien einst für die Versorgung der Bevölkerung spielten.
Im Mittelpunkt stehen jedoch nicht nur die Geschäfte und ihre Bedeutung für das tägliche Leben. Die Führung zeichnet auch die persönlichen Lebenswege der Familien nach und macht deutlich, wie sich ihr Leben im Laufe der Zeit veränderte. Dabei werden Themen wie Integration und gesellschaftliche Teilhabe, Ausgrenzung und Verfolgung, Flucht und Tod ebenso angesprochen wie die spätere Erinnerungskultur und die Entwicklung hin zu Versöhnung.
Die Stolpersteine im Stadtgebiet erinnern dabei an Menschen, die während der nationalsozialistischen Verfolgung entrechtet, verfolgt und ermordet oder zur Flucht gezwungen wurden. Durch die Geschichten hinter den einzelnen Steinen wird Geschichte unmittelbar mit den heutigen Straßen und Häusern verbunden.
Treffpunkt für die Führung ist das Alte Rathaus in der Hauptstraße. Die Teilnahme kostet 4 Euro pro Person, eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.
Die Führung ist grundsätzlich auch für Menschen mit Rollatoren geeignet. Wer nicht längere Zeit stehen kann oder möchte, darf gerne eine eigene Sitzgelegenheit mitbringen. Da die Veranstaltung im Freien stattfindet, wird außerdem empfohlen, an einen geeigneten Sonnenschutz zu denken.
Wichtig: Die Führung findet nur bei trockenem Wetter statt.
Bild (Wiltrud Flothow): Vor der Verlegung der Stolpersteine erinnern Porträts an die Mitglieder der Familien, deren Lebenswege durch die Verfolgung im Nationalsozialismus geprägt wurden.






