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Tintenfischpilz und Kermesbeere

31. August 2017 | Allgemeines, Das Neueste, Photo Gallery

Exoten breiten sich in den heimischen Wäldern immer mehr aus

(zg) Pilzsammler wundern sich derzeit über ein fremdartiges Exemplar, das man eher auf dem Meeresboden, als im heimischen Wald vermutet: Der Tintenfischpilz mit seiner intensiv roten Farbe und seinen Tentakeln, fast wie eine Krake oder ein Seestern anmutend, findet sich mitterweile immer häufiger auch in der Rhein-Neckar-Region.

Der Tintenfischpilz (Clathus acheri) ist eigentlich ein Pilz der Tropen aus der Gattung der Gitterlinge. Er wurde Anfang des 20. Jahrhunderts vermutlich aus Australien oder Neuseeland eingeschleppt. Die Fundmeldungen seit dem ersten Weltkrieg zeigen eine Ausbreitung von den Vogesen über den Schwarzwald bis in den Bayerischen Wald und an die Ostsee.

Auch in der „Schwetzinger Hardt“ fühlt sich der Pilz-Exot wohl. Dort findet er sich auf nährstoffreichen Böden im Laubwald, meist entlang von Waldwegen, auf morschem Holz oder Rindenmulch.

Die Fruchtkörper dieser Pilze wachsen zunächst im Inneren eines sogenannten „Hexeneis“, das sich auf dem Waldboden oder an stark verrottendem Totholz entwickelt. Der Tintenfischpilz ist zwar ungiftig, aber dennoch ungenießbar. Sein starker Geruch nach Aas, mit der er Fliegen und Mistkäfer anlockt, die seine Sporen verbreiten, macht ihn sowieso wenig appetitlich.

Wenngleich der Tintenfischpilz – außer seinem üblen Geruch – weniger Probleme bereitet, so stellen andere nicht heimische Pflanzenarten die Förster des Rhein-Neckar-Kreises vor große Herausforderungen. Neophyten wie beispielsweise die Kermesbeere verdrängen die einheimischen Waldpflanzen und verhindern damit die natürliche Verjüngung der Waldbäume. In Folge dessen entziehen sie damit auch der heimischen Tierwelt die Lebensgrundlage. Die Kermesbeere stammt ursprünglich aus Amerika und wurde als Zierpflanze bei uns eingeführt. Auch sie fühlt sich in unseren Wäldern wohl und breitet sich rasant aus.

Allergikern zur Plage wird zunehmend ein Neophyt, der Mitte des 19. Jahrhunderts nach Europa eingeschleppt wurde: Die Ambrosia-Pflanze. Um die hochallergene Pflanze einzudämmen, bittet die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW), Ambrosia-Vorkommen in Baden-Württemberg zu identifizieren und zu melden.

Anzeige SwopperQuelle: Silke Hartmann

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