Von der Pflasterzahnechse bis zum gefährlichen Raubmörder

Das neue Jahrbuch des Heimatverein Kraichgau ist Sinsheim gewidmet

Heimatverein Kraichgau

(zg) Es sollte eigentlich als einer der Schlusspunkte der Heimattage in großem Rahmen vorgestellt werden, nun kann das 26. Jahrbuch „Kraichgau nur hier angekündigt werden. Über 20 Heimatforschende bieten wie immer eine abwechslungsreiche Auswahl auf über 400 Seiten. Die Aufsätze reichen von 1250 Jahre Kraichgau, einem in Steinsfurt gefundenen Skelett einer Pflasterzahnechse bis zu neu im Kraichgau angekommenen Pflanzen und Tieren. Aus der jüngeren Geschichte folgt eine Beschreibung der bürokratischen Hürden, die Auswanderer im 19. Jahrhundert zu bewältigen hatten, wird der Sulzfelder Opfer von Zwangssterilisation und Euthanasie sowie der Hinrichtung von drei Zeugen Jehovas wegen Wehrkraftzersetzung gedacht und dem noch kaum erforschten Schicksal der Zwangsarbeiter in Oberderdingen nachgegangen, ebenso wie dem Leben des kurzfristigen Bad Rappenauer Bürgermeisters und Gegners der deutschen Wiederbewaffnung Walter Staubitz.

Auch zur Ortsgeschichte gibt es informative Beiträge zu Gemmingen, Bruchsal-Helmsheim und Kraichtal-Menzingen, Neidenstein und Zaisenhausen. Sinsheim gedenkt der Geschichte des Gewerbevereins und seinen Ausstellungen 1895 und 1910, und der ehemalige Berufsschuldirektor Siegfried Daubenschmidt vergleicht knapp 30 Luftbildaufnahmen aus 1968 mit von ihm ab 2000 aus dem Segelflugzeug aufgenommenen Bildern, eine eindrucksvolle Dokumentation der Stadtentwicklung.

Genealogen werden mit einer „Spurensuche der von Jöhlingen“, der Sinsheimer Familie Killinger und dem Reihener Zinsregister mit Namen, Wohn- und Vermögensverhältnissen der Einwohner von 1713 fündig. In Lebensbildern werden an den Eppinger Flugpionier Eugen Wieser, aus Sinsheim an David H. Gumbel, einen Silberschmied in Israel, August Ratzel, der angeblich nicht zeichnen konnte, aber ohne dessen Bleistift ein großer Teil der verschwundenen alten Bausubstanz Sinsheims nicht einmal mehr eine Erinnerung wäre und an zwei gegensätzliche Rohrbacher erinnert: an Benjamin Eby, einen Urenkel des aus der Schweiz eingewanderten mennonitischen Müllers Theodorus Eby, der als Bischof und Pionier in Kanada die heutige Großstadt Kitchener gründete und an den Wilderer und Räuber Johann Rothenbühler.

Der Vorsitzende des Heimatvereins Kraichgau Alfred Götz kann mit Freude feststellen, dass dem Verein nicht nur bewährte Autoren treu geblieben sind, sondern dass auch wieder neue zu ihm gefunden haben, dieses Mal, wie in einem „Zurück zu den Anfängen“, besonders viele aus dem Kreis der „Freunde der Sinsheimer Geschichte“. Die Stadt Sinsheim freut sich über umfassende neue Forschungen, die ihr gewidmet wurden.

Info: Kraichgau. Beiträge zur Landschafts- und Heimatforschung; Band 26.2020. Umfasst 448 Seiten, ca. 200 meist farbige Abbildungen. Erhältlich im Buchhandel, dem Stadtmuseum Sinsheim (nach Wiedereröffnung), Verlag Regionalkultur  Ubstadt-Weiher und über [email protected]. Preis: 24 Euro

Quelle: Stadt Sinsheim

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Veröffentlicht am 23. Dezember 2020, 13:33
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