Weitergeben statt wegschmeißen

Dr. Albrecht Schütte MdL besuchte die Sinsheimer Tafel e.V.

(zg) „Warum sollte man Lebensmittel wegschmeißen, die noch vollkommen in Ordnung sind?“ Diese Frage führte vor über zehn Jahren zur Gründung der Sinsheimer Tafel e.V. Die Tafel setzt sich dafür ein, dass Lebensmittel, deren Mindesthaltbarkeit bald ausläuft und Lebensmittel aus Überproduktion günstig an Menschen weitergegeben werden, die erwiesenermaßen ein geringes Einkommen haben. So können sie gegen einen sehr geringen Betrag beispielsweise aus einem Angebot aus Gemüse, Salate, Obst, Backwaren, Milchprodukte und Fleisch wählen.
Um sich ein Bild von der Arbeit zu machen, welche die ehrenamtlichen Helfer der Sinsheimer Tafel leisten, besuchte sie der Landtagsabgeordnete Dr. Albrecht Schütte zusammen mit Wolfgang Binder, Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Sinsheim, in der Burggasse 5a. Zu Beginn berichtete der Vorsitzende Peter Volz, der sich das Amt mit Harald Seemann und Hans-Jürgen Poppe teilt, dass die Sinsheimer Tafel 2006 als ehrenamtlicher Verein gegründet worden sei und sich über Spenden finanziere. Die Lebensmittel würden von örtlichen und regionalen Produzenten sowie Supermärkten bezogen, die das zur Verfügung stellen, was sie sonst wegschmeißen müssten. 

„Die Supermärkte wollen, dass wir jeden Tag bis einschließlich Samstag kommen. Nach Feiertagen bekommen wir am meisten“, berichtete Brigitte Schäfer. Sie ist eine von insgesamt über 40 ehrenamtlichen Helfern der Tafel und ist für die Abholung und Einsortierung der Waren zuständig. Ab und an erhalte die Sinsheimer Tafel auch Lebensmittel von der Mannheimer Tafel, die für die Metropolregion zuständig ist. Voraussetzung für den Einkauf sei ein persönlicher Einkaufsausweis, erklärte Peter Volz: „Die sogenannte Tafel-Karte wird aufgrund der regelmäßigen Feststellung der Bedürftigkeit vergeben und muss jedes Mal vorgelegt werden.“ Dienstags oder freitags, aber nur einmal pro Woche, könne man damit in der Sinsheimer Tafel einkaufen. Die Einkaufsreihenfolge werde anhand der Nummernausgabe, die immer dienstags und freitags um 13:45 Uhr stattfinde, ausgelost. Die Erfahrung habe gezeigt, dass sich so niemand einen Vorteil gegenüber anderen verschaffen kann. Das dürfte ein Grund dafür sein, dass es keine Probleme zwischen den Kunden und den ehrenamtlichen Helfern gibt.

„Zur Not haben wir auch Übersetzer“, ergänzt Erika Volz, die gemeinsam mit Karin Hassert im Verkauf tätig ist. Sie unterstreicht die gute Zusammenarbeit innerhalb des Teams, das nicht nur aus deutschen, sondern auch ausländischen Ehrenamtlichen besteht. Auf diese Weise leiste eine Tafel wie die Sinsheimer Tafel einen wichtigen Beitrag zur Integration und wirke darüber hinaus der gesellschaftlichen Isolation armer Menschen entgegen.

Auf Nachfrage Schüttes berichten die Ehrenamtlichen aber auch von Problemen, wie etwa die Deckung der monatlichen Kosten, die sich beispielsweise aus der neuen Regelung zur Müllentsorgung ergeben hätten.

Am Ende des Besuchs bedankte sich der Landtagsabgeordnete bei allen Anwesenden für die Einblicke in ihre wertvolle Arbeit sowie für ihr jahrelanges ehrenamtliches Engagement. Die Sinsheimer Tafel ist auch weiterhin auf Unterstützung angewiesen, nicht nur um laufende Unkosten zu decken, sondern auch um notwendige Anschaffungen wie den kürzlich erworbenen Kleinlastwagen für die täglichen Abholungen realisieren zu können.
Weitere Informationen, unter anderem zu Spendenkonten, finden Sie unter http://www.sinsheimer-tafelladen.de.

Quelle: Christine Nahrgang

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Veröffentlicht am 6. April 2018, 07:30
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