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„Wir wollen Leverkusens Momentum brechen“

24. Oktober 2026 | Hoffenheim, Leitartikel, TSG 1899 Hoffenheim

Momentum

Ilzer vor Leverkusen-Duell: „Wir wollen Leverkusens Momentum brechen“

Nach den Siegen gegen Borussia Mönchengladbach und Olympique Lyon will die TSG Hoffenheim am Sonntag nachlegen. Cheftrainer Christian Ilzer warnt vor einem formstarken Gegner, spricht über die hohe Belastung der Spieler und fordert Reformen im Spielplan.

Die Erleichterung nach zuletzt zwei Siegen ist bei der TSG Hoffenheim spürbar. Nach den Erfolgen gegen Borussia Mönchengladbach und Olympique Lyon wartet am Sonntag um 15.30 Uhr mit Bayer 04 Leverkusen die nächste Herausforderung. Vor dem Heimspiel sprach TSG-Cheftrainer Chris Ilzer über die jüngsten Erfolgserlebnisse, die Personalsituation und die hohe Belastung im Profifußball. Seine klare Ansage mit Blick auf den kommenden Gegner: „Wir wollen Leverkusens Momentum brechen.“

Siege geben Selbstvertrauen zurück

Die beiden jüngsten Erfolgserlebnisse waren für die Mannschaft auch mental von großer Bedeutung. „Wir sind natürlich erleichtert. Auch für den Kopf waren die beiden Siege ganz wichtig“, erklärte Ilzer. Gleichzeitig mahnte der Trainer, die jüngsten Ergebnisse richtig einzuordnen und weiter an den eigenen Schwächen zu arbeiten.

Nach mehreren Niederlagen sei es für das Trainerteam schwierig gewesen, die notwendigen Argumente zu vermitteln, auch wenn vieles bereits gestimmt habe. Dennoch habe die Mannschaft in den vergangenen Wochen deutliche Probleme gezeigt, an denen weiterhin gearbeitet werden müsse. Nun gelte es, die positive Entwicklung fortzusetzen und den Fokus zu behalten.

Besonders zufrieden zeigte sich Ilzer mit dem Auftritt gegen Lyon. Beim 3:0 blieb die TSG ohne Gegentor und bekam die Stärken des französischen Gegners gut in den Griff. Auch mit Blick auf die Statistik sei der Erfolg verdient gewesen.

Hohe Belastung und offene Personalfragen

Mit Blick auf die Personalsituation wollte sich Ilzer noch nicht festlegen. Bambasé Conté musste gegen Lyon etwas früher ausgewechselt werden. Ob und in welchem Umfang er am Sonntag zur Verfügung stehen wird, bleibt abzuwarten. Auch bei den übrigen Spielern müsse die weitere Entwicklung berücksichtigt werden.

Dass die TSG über einen breiten Kader verfügt, kommt dem Trainer angesichts möglicher Ausfälle und der hohen Spielbelastung entgegen. Ilzer sieht die Belastung der Profis allerdings zunehmend kritisch.

„Die Belastung aktuell ist irre“, sagte der Cheftrainer. Die große Zahl an Spielen und die schweren Verletzungen, die auch bei anderen Mannschaften zuletzt aufgetreten seien, seien bezeichnend. Als Vereinstrainer versuche man, die Belastung so gut wie möglich zu steuern. Dazu gehörten mitunter auch Entscheidungen, die in der Öffentlichkeit nicht immer nachvollzogen würden, letztlich aber dem Schutz der Spieler dienten.

Ilzer sieht deshalb auch strukturellen Handlungsbedarf: „Es müssen dringend Reformen kommen, weil der Terminplan muss hinterfragt werden.“

Leverkusen kommt mit viel Selbstvertrauen

Sportlich wartet auf die Hoffenheimer eine anspruchsvolle Aufgabe. Bayer 04 Leverkusen hat abgesehen von der Auftaktniederlage gegen Elversberg einen starken Saisonstart hingelegt. Der aktuelle Tabellenvierte gewann seine vergangenen drei Spiele, darunter die Partie gegen den SC Freiburg am sechsten Spieltag mit 2:1.

Auch in der Europa League läuft es für die Werkself: Drei Siege aus drei Spielen bedeuten aktuell Tabellenplatz zwei. Hinzu kommt die individuelle Klasse von Patrik Schick, der bislang in jedem Bundesligaspiel getroffen hat und gemeinsam mit Füllkrug die Torschützenliste der Liga anführt.

Ilzer erwartet entsprechend einen selbstbewussten Gegner. „Leverkusen ist super in Form, das ist eine Mannschaft, die sich gefunden hat. Leverkusen ist ein deutsches Spitzenteam, das vor Selbstvertrauen strotzt“, sagte der TSG-Coach.

Für seine Mannschaft komme es darauf an, Leverkusen früh unter Druck zu setzen und auf die unterschiedlichen Spielsituationen vorbereitet zu sein. „Wir wollen sie vor Probleme stellen, unter Druck setzen und in jeder Spielphase eine passende Antwort haben“, erklärte Ilzer.

Die jüngsten Duelle machen Mut

Ein Blick auf die bisherigen Pflichtspielduelle zeigt, dass Leverkusen insgesamt die bessere Bilanz aufweist. Von 37 Begegnungen gewann die Werkself 21, während die TSG zehn Partien für sich entscheiden konnte. Sechsmal trennten sich beide Mannschaften unentschieden.

Die jüngere Vergangenheit spricht allerdings für Hoffenheim: In der vergangenen Saison gewann die TSG beide Begegnungen mit 2:1 und 1:0.

An diese Erfolge wollen die Kraichgauer nun anknüpfen. „Wir haben mit Lyon eine Mannschaft mit Momentum geschlagen und wollen auch Leverkusens Momentum brechen. Bei uns geht es langsam in die richtige Richtung und wir wollen daran am Wochenende anknüpfen“, fasste Ilzer die Zielsetzung zusammen.

Anpfiff der Begegnung zwischen der TSG Hoffenheim und Bayer 04 Leverkusen ist am Sonntag um 15.30 Uhr. Einen Liveticker gibt es in der TSG-App und auf der Vereinswebsite unter tsg-hoffenheim.de.

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