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Zahlen aus der Bundeswaldinventur: Der Wald als Klimaschützer

21. März 2025 | Allgemeines, Das Neueste, Natur und Umwelt

Ergebnisse der Bundeswaldinventur 2024

Das Kreisforstamt hat aktuelle Zahlen aus der Bundeswaldinventur für den Rhein-Neckar-Kreis vorgestellt. Im Oktober 2024 wurden die Ergebnisse der neuen Bundeswaldinventur (BWI) veröffentlicht. Dabei sorgten Schlagzeilen wie „Der Wald ist Klimasünder“ für Diskussionen. Hintergrund ist, dass der Vorrat an Biomasse und der gebundene Kohlenstoff im Vergleich zur vorherigen Inventur vor zehn Jahren abgenommen hat. Hauptgrund dafür sind Borkenkäfer-Schadflächen in Mitteldeutschland, die zu einem Rückgang des Holzvorrates geführt haben. Im langfristigen Vergleich mit der ersten Inventur vor 35 Jahren ist jedoch ein deutlicher Anstieg der Holzvorräte zu verzeichnen. Der Wald bleibt somit ein bedeutender Kohlenstoffspeicher und trägt weiterhin zum Klimaschutz bei.

Die Bedeutung der Bundeswaldinventur

Die Bundeswaldinventur wird alle zehn Jahre durchgeführt und liefert eine umfassende Bestandsaufnahme der deutschen Wälder. Die Ergebnisse lassen sich nicht nur auf Bundesebene, sondern auch regional auswerten. Das Kreisforstamt hat dazu Zahlen aus der letzten Inventur von 2022 analysiert und die Situation der Wälder im Rhein-Neckar-Kreis bewertet.

Auswirkungen des Klimawandels im Rhein-Neckar-Kreis

Die Trockenjahre von 2018 bis 2022 haben die Wälder im Rhein-Neckar-Kreis stark beeinflusst. Besonders betroffen sind Fichte und Kiefer, deren Bestände und Flächenanteile rückläufig sind. Auch die Buche, die in den vergangenen Jahrzehnten an Fläche gewonnen hatte, zeigt inzwischen Schäden durch Hitze und Trockenheit. Forstbezirksleiter Philipp Schweigler weist darauf hin, dass die Rheinebene aufgrund ihrer sandigen Böden besonders stark betroffen ist. Diese speichern Niederschlag schlecht, was die Auswirkungen des Klimawandels verstärkt. Dennoch seien die Waldschäden im Kreis nicht so gravierend wie in Mitteldeutschland. Ein entscheidender Faktor ist die hohe Baumartenvielfalt: 82 Prozent der Wälder bestehen heute aus Mischbeständen, ein Anstieg um 25 Prozent in den letzten 35 Jahren. Dies ist das Ergebnis langfristiger Bemühungen von Forstleuten und Waldbesitzenden zur Anpassung der Wälder an den Klimawandel.

Waldfläche bleibt stabil

Trotz klimatischer Herausforderungen ist die Waldfläche im Rhein-Neckar-Kreis konstant geblieben und umfasst etwa 350 Quadratkilometer, rund ein Drittel der Kreisfläche. Eine bedeutende Entwicklung zeigt sich in der Altersstruktur: Die Fläche der Wälder mit einem Alter von über 100 Jahren hat sich seit 1987 verdoppelt. Dies kommt vielen Tier- und Pflanzenarten zugute, die auf alte Bäume angewiesen sind. Zudem sind die Bestände an Bäumen mit einem Stammdurchmesser von mehr als 60 Zentimetern stark gewachsen. Die Holzmenge pro Hektar hat sich kontinuierlich erhöht und liegt aktuell bei durchschnittlich 369 Kubikmetern. Die Verjüngung der Wälder erfolgt fast ausschließlich auf natürlichem Weg, nur drei Prozent der Flächen werden aktiv bepflanzt. Auch der Anteil an Totholz ist in den letzten zehn Jahren um 30 Prozent gestiegen, was die Biodiversität fördert.

Ausblick und Fazit

Manfred Robens, Leiter des Kreisforstamtes, zieht das Fazit, dass die Wälder vor großen Herausforderungen stehen, es aber auch positive Entwicklungen gibt. Der Klimawandel werde die Waldbilder weiter verändern, doch die hohe Baumartenvielfalt und der hohe Anteil an Mischwäldern seien wichtige Voraussetzungen, um die Folgen abzumildern. Der Wald bleibt ein bedeutender CO₂-Speicher und Lebensraum für zahlreiche Arten. Die Forstverwaltung des Rhein-Neckar-Kreises arbeitet weiterhin daran, die Widerstandsfähigkeit der Wälder für die Zukunft zu stärken.

Luftaufnahme Neckartal, Neckargemünd

Text und Fotos: Landratsamt Rhein-Neckar

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