Am 14. Oktober 2025 sorgte Friedrich Merz mit seiner „Stadtbild-Aussage“ für bundesweite Diskussionen und teils heftige Debatten. Allerdings lässt sich mit rationalem Verstand keinesfalls leugnen, dass sich deutsche Städte und Innenstädte in den vergangenen 20 Jahren enorm gewandelt haben, wobei die Ursachen und die Auswirkungen bei genauerer Betrachtung äußerst vielfältiger Natur sind.
Shopping-Center und Onlinehandel: Der langsame Niedergang der Innenstädte
Es ist gar nicht so lange her, da waren Innenstädte vor allem Orte des Einkaufens, des Flanierens und der Begegnung. Im Laufe der Jahre mussten die Innenstädte allerdings zahlreiche Herausforderungen überstehen und stehen es bis heute. Zunächst kamen die großen Shopping-Center auf der „grünen Wiese“, dann verdrängte der Onlinehandel kleine Einzelhändler zusätzlich, und schließlich wurden die Mieten in den Innenstädten vielfach so teuer, dass sich kleinere Modeboutiquen, Buchhandlungen oder auch Elektronikläden, einfach nicht mehr halten konnten.
Was sich bereits in den 1990er Jahren abzeichnete, hat sich bis zum jetzigen Tag durchgezogen: Innenstädte sind vor allem auch gleicher, um nicht zu sagen austauschbarer geworden, was eigentlich kaum verwunderlich ist. Wenn Einzelhändler und kleine, inhabergeführte Unternehmen verschwinden und internationale Konzerne die Innenstädte übernehmen, geht der individuelle Charme einer jeden Stadt automatisch Stück für Stück verloren. In vielen Fällen ließe sich heute, ohne entsprechende Ortskenntnis, kaum noch mit Sicherheit sagen, in welcher Stadt ein bestimmtes Bild aufgenommen wurde.
Döner, Shisha & Co.: Auch das Warenangebot wandelt sich
Neben den rein wirtschaftlichen Entwicklungen lassen sich auch gewisse migrationsbedingte Veränderungen beobachten, denn mit dem veränderten Stadtbild, haben sich selbstverständlich auch die angebotenen, bzw. erhältlichen Produkte verändert: Dönerläden und orientalische Speisen, Brautmodengeschäfte und Haushaltswaren der arabischen Welt sind zunächst einmal kulturelle Bereicherung und ein Zeichen der Geschäftstüchtigkeit der hier lebenden Migranten.
Auch findet man heute nahezu überall Shisha-Tabak und E-Shishas – kaum ein Kiosk oder Tabakladen hat nicht das gesamte Elfbar Sortiment oder die Mehrweg-Lösung Elfa auf dem Tresen, auch wenn viele, insbesondere junge Erwachsene, diese auch online bestellen. Letztlich bleibt es eine Frage von Angebot und Nachfrage, was Menschen konsumieren und in welchen Geschäften sie einkaufen möchten.
Fazit und Ausblick
Dass sich ein Stadtbild im Laufe der Zeit verändert, ist prinzipiell völlig normal und auch zu begrüßen. Man kann jedoch verstehen, warum viele sich mit den derart rasanten Veränderungen schwer tun, und diese befremdlich finden. Dabei muss man aber berücksichtigen, dass die heutige Zeit ohnehin wesentlich schnelllebiger ist, als es noch vor einem Vierteljahrhundert der Fall gewesen ist. Ob es in den kommenden Jahren gelingen wird, Städte und Innenstädte wieder für alle zu einem attraktiven Ort zu machen, in denen sich Menschen unterschiedlichster Herkunft und Ansichten friedlich begegnen und miteinander leben können, bleibt vorerst abzuwarten. Damit das gelingen kann, ist die Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure unabdingbar.









