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Weniger Forellen, mehr Saiblinge

20. Mai 2021 | Allgemeines, Das Neueste

Baden-Württemberg: Aquakultur-Betriebe erzeugen im Jahr 2020 nur 2,7 Millionen Kilogramm Fisch

In Baden‑Württemberg lag nach Angaben des Statistischen Landesamtes die Speisefischerzeugung aus Aquakultur im Jahr 2020 bei 2,7 Millionen Kilogramm (Mill. kg). Dies entspricht einem deutlichen Rückgang um 218 000 kg oder 7,5 % im Vergleich zu 2019. Der Rückgang dürfte im Wesentlichen auf das Auftreten von Fischkrankheiten in einzelnen Betrieben zurückzuführen sein.

Besonders stark ist die Produktion der Regenbogenforelle zurückgegangen. Sie ist um 12,6 % (−225 000 kg) auf 1,6 Mill. kg gesunken. Auch die biologisch identische1 Lachsforelle verzeichnet eine rückläufige Erzeugungsmenge. Mit einem Minus von 22 000 kg belief sich die Jahresproduktion auf 260 000 kg. Die Regenbogen- und Lachsforelle nehmen zusammen etwa zwei Drittel an der Gesamterzeugung ein. Im letzten Jahr lag der Anteil noch bei 70 % und 2015 sogar bei 89 %.

Die Erzeugung des Elsässer Saiblings2 nimmt schon seit längerem zu. Während im Jahr 2015 noch 123 000 kg für den Verkauf abgefischt wurden, war es 2020 schon fast das Sechsfache und zwar 714 000 kg. Im Vorjahresvergleich zeigt sich jedoch nur noch ein kleiner Anstieg (+1 %). Mit einem Anteil von mehr als einem Viertel an der Gesamtproduktion rangiert er hinter der Regenbogenforelle auf Platz zwei. Dass Saiblinge derzeit gefragt sind, zeigt auch der sprunghafte Anstieg von 19 000 auf 42 000 kg beim Bachsaibling.

Neben den Salmoniden, wie Forellen oder Saiblinge, nimmt der Karpfen eine Nischenposition in der baden-württembergischen Aquakultur ein. Mit einer Erzeugung von ca. 28 000 kg (2019: 31 000 kg) beträgt der Anteil an der gesamten Fischmenge lediglich 1 %.

In Baden-Württemberg gab es im Jahr 2020 insgesamt 105 Aquakulturbetriebe, die jeweils ein oder mehrere Anlagearten aufwiesen. In 96 Betrieben wurden Durchflussanlagen (Becken, Fließkanäle, Forellenteiche) mit einer mittleren Größe von 3 000 Kubikmeter bewirtschaftet. Teiche waren in 19 Betrieben vorhanden und drei Betriebe setzten auf Kreislaufanlagen.

Die Vermarktung des Fisches erfolgt zum überwiegenden Teil über den Großhandel (61 %). Direktvermarktung ist ein weitverbreiteter Vermarktungsweg, es geht jedoch nur 14 % der Menge vom Erzeuger direkt an den Verbraucher. Die restliche Erzeugung wird von den Betrieben weiterverarbeitet (13 %), an den Einzelhandel verkauft (4 %) oder an sonstige Abnehmer3 vertrieben (8 %).

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