Restaurierung der Tupolev Tu-144 am Technik Museum Sinsheim
Das Technik Museum Sinsheim startet im Jahr 2026 ein außergewöhnliches Restaurierungsprojekt: Die auf dem Museumsdach ausgestellte Tupolev Tu-144 wird anlässlich des 45-jährigen Bestehens des Museums umfassend überarbeitet und neu lackiert. Bereits vor 25 Jahren wurde der Überschalljet in einer spektakulären Aktion dort installiert und zählt seitdem zu den markantesten Wahrzeichen des Museums.
Nach vielen Jahren unter freiem Himmel sind deutliche Witterungsspuren an der Außenhaut der Maschine sichtbar. Teile der ursprünglichen Lackierung sind stark beschädigt oder abgeblättert, sodass die Grundierung stellenweise erkennbar ist. Um die Substanz des Flugzeugs langfristig zu schützen und das Erscheinungsbild zu erneuern, wird nun eine aufwendige Restaurierung durchgeführt.
Das Projekt wird maßgeblich vom Museumsverein sowie zahlreichen Unterstützern getragen. Durch die enge Zusammenarbeit mit Partnern aus der Industrie kann die Umsetzung direkt am Standort erfolgen. Ein speziell entwickeltes Gerüstsystem ermöglicht es, die Arbeiten in rund 30 Metern Höhe sicher durchzuführen, ohne das Flugzeug auf den Boden verlagern zu müssen.
Die Konstruktion passt sich exakt an die Form des Flugzeugs an und bietet den Fachkräften optimale Arbeitsbedingungen. Insgesamt wird eine Fläche von rund 2.000 Quadratmetern bearbeitet, auf der Reinigung, Schleifarbeiten und eine neue Beschichtung erfolgen. Dabei kommen mehrere hundert Liter Lack zum Einsatz.
Während der Bauphase bleibt das Exponat für Besucherinnen und Besucher größtenteils zugänglich, sodass das Museumserlebnis weiterhin erhalten bleibt. Auch andere Ausstellungsbereiche bleiben geöffnet, teilweise mit angepasster Wegeführung.
Mit der Restaurierung sichert das Technik Museum Sinsheim den langfristigen Erhalt eines seiner bedeutendsten Exponate und ermöglicht zugleich einen seltenen Einblick in die aufwendigen Arbeiten hinter den Kulissen. Das Projekt steht damit exemplarisch für das Selbstverständnis des Museums: Technik von Fans für Fans.
Foto: Auto – Technik – Museum e.V.






