„Gegen das Vergessen“ – Schüler der Carl-Orff-Schule pflegen Kriegsgräber in Sinsheim
Ein starkes Zeichen für Erinnerungskultur setzten Schülerinnen und Schüler der Carl-Orff-Schule am 19. Mai 2026 auf dem Friedhof in Sinsheim. Im Rahmen eines Projekts zur historischen Bildung pflegten elf Jugendliche Kriegsgräber, das Ehrenmal sowie weitere erhaltenswerte Grabstätten.
Unter der Leitung der Volksbund-Bildungsreferentin Eva Masurowski reinigten die Schüler die Grabmale mit Bürsten, Wasser und Eimern von Moos und Schmutz. Ziel der Aktion ist es, die Erinnerung an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft wachzuhalten und ein Bewusstsein für Frieden und Verantwortung zu stärken.
„Die Arbeit an den Gräbern macht Geschichte greifbar“, betonte Hauptamtsleiter Marco Fulgner. Es mache einen großen Unterschied, ob man historische Zahlen nur im Unterricht sehe oder die Namen junger Gefallener direkt auf den Steinen lese und sich damit auseinandersetze.
Nach der praktischen Arbeit auf dem Friedhof erhielten die Jugendlichen zudem Einblicke in die Abschiedsräume vor Ort. Dabei standen Fragen rund um Trauerkultur, Umgang mit Endlichkeit und moderne Bestattungskultur im Mittelpunkt.
Das Projekt verdeutlicht, dass Friedhöfe nicht nur Orte des Gedenkens, sondern auch Lern- und Begegnungsräume sein können. Die Carl-Orff-Schule plant, die Aktion künftig gemeinsam mit dem Volksbund regelmäßig mit weiteren Jahrgängen fortzuführen.
Hauptamtsleiter Fulgner betonte zudem die Bedeutung solcher Projekte angesichts aktueller weltpolitischer Entwicklungen: Frieden sei keine Selbstverständlichkeit, sondern müsse aktiv geschützt und verteidigt werden. Zum Abschluss dankte er allen Beteiligten sowie dem Friedhofsteam für dessen Engagement und die Pflege der Anlage.
Bild (Stadt Sinsheim): Auf dem Friedhof in Sinsheim reinigten Jugendliche Kriegsgräber und schärften so ihr Bewusstsein für den Wert von Frieden.






