Besuch Gewaltambulanz des AK-Soziales

(zg) Der Arbeitskreis Soziales informiert sich über das Aufgabengebiet, Arbeitsweise und Erfahrungen der ersten Gewaltambulanz in Heidelberg

Foto (mh): Das Bild zeigt vor dem Eingang zur Gewaltambulanz von links nach rechts Dr. Martin Prem, Ann-Kathrin Leukhardt aus dem Staatsministerium, Prof. Dr. Gisela Skopp, Dr. Melanie Weissenberger, MdL Charlotte Schneidewind-Hartnagel, Dipl. Psychologin Susanne German, Prof. Dr. Kathrin Yen, MdL Manfred Lucha, MdL Thomas Poreski und die Parlamentarische Beraterin Tanja Urban

Im Rahmen der Klausurtagung im Wahlkreis der Stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden, Charlotte Schneidewind-Hartnagel, die auch Mitglied im  Sozialausschuss des Landes ist, besuchte der Arbeitskreises Soziales der grünen Landtagsfraktion die erste Gewaltambulanz des Landes Baden-Württemberg an der Universitätsklinik Heidelberg. Die im Novemberg 2012 eröffnete Ambulanz hat nach den ersten Monaten bereits sehr starken Zuspruch verzeichnen, wie Prof. Dr. Kathrin Yen, Ärztliche Direktorin des Instituts für Rechtsmedizin und Verkehrsmedizin und Leiterin der Gewaltambulanz der Delegation mitteilt. Die Fallzahlen haben sich bereits mit 250 Fällen mehr als verdreifacht und die Tendenz ist stark ansteigend. Dies zeige sehr deutlich, dass es großen Bedarf für eine solche Institution gibt.

Die Ambulanz steht allen Menschen die Gewalt erfahren haben offen, auch wenn (noch) keine Anzeige erstattet werden soll. Eine frühzeitige Untersuchung und Spurendokumentation sollte vor allem nach häuslicher Gewalt, Strangulation und bei Verdacht auf Kindesmisshandlung, Kindesmissbrauch, Vergewaltigung, Gewalt an älteren Menschen, Schlägereien und Angriffen mit gefährlichen Gegenständen erfolgen, so Prof. Yen. Die Erfahrung dabei zeige, dass eine rechtzeitige Erkennung von Gewalt beispielsweise bei Kindern und die daraus resultierenden Konsequenzen Leben retten kann und die Menschen in ein sicheres Umfeld gebracht werden können. Für die Aufklärung gewaltsamer Vorfälle ist eine frühzeitige Spurensicherung elementar, da Spuren von Gewalteinwirkung oftmals nur eine kurze Erkennbar bleiben. Die Spurensicherung sei dabei für den Patienten kostenfrei und wie Prof. Yen weiter berichtet auch psychologisch für die Opfer von großer Bedeutung. Die Gewalt die man Ihnen angetan hat, wird bewiesen und das Opfer damit glaubwürdig.

Nach telefonischer Absprache unter Mobil  015254648393 ist die Ambulanz zu jeder Tages- und Nachtzeit erreichbar und Untersuchungen möglich, auch außerhalb des Instituts. Wie Yen berichtet sei dies oft notwendig und trage ganz entscheidend zur Umfeldanalyse und Beweisaufnahme bei. Die Untersuchung ist kostenlo; , weitere Detailunterrsuchungen, wie das Erstellen von Gutachten, DNA-und sonstigen Auswertungen sowie chemisch-toxikologische Analysen sind kostenpflichtig. Die Ärztinnen und Ärzte unterstehen selbstverständlich der Schweigepflicht.

Die Finanzierung läuft derzeit über die Uniklinik Heidelberg und ist bis Mitte nächsten Jahres gesichert. Prof. Dr. Yen hält eine Ausweitung des klinisch-forensischen Dienstleistungsangebots für angezeigt.  Yen: „Wir möchten die Ambulanz erhalten und sind in alle Richtungen offen, was die Anschlussfinanzierung angeht.“  Professorin Yen sieht dabei keinen Unterschied zu anderen medizinischen Leistungen, daher wäre für Sie eine Abrechnung über die Krankenkassen eine logische Schlussfolgerung und wünschenswert.

Die Frauenpolitische Sprecherin Charlotte Schneidewind-Hartnagel: „Wir brauchen dieses niedrigschwellige Angebot für von Gewalt betroffenen Menschen auch über den Rhein-Neckar-Kreis hinaus. Ich werde mich als Sozialpoliitikerin gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen im Sozialausschuss dafür  einsetzen, dass es eine Lösung für die Anschlussfinanzierung geben kann. Diese wichtige Einrichtung muss mit einer sicheren Finanzierung den Opfern von Gewalt und Übergriffen weiter zur Verfügung stehen.“

Veröffentlicht am 19. April 2013, 13:00
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